theater-ausschnitt 2: rilke & salomé, russlandreise

[…] doch glaube mir, auch

dem schlaf _______dem schaf________dem sprung______dem hirten
des hirten________des hirten________des hirten_______ des schlafes
entsprangen___ __ entsprangen___ __ entschliefen_____ entsprangen
die schafe________die schläfen______ die schafe_______die schafe

nichtsdestotrotz: ich zählte sie nicht, denn sie waren wirklich ohne zahl. ich wollte ihre wolle kämmen und führte sie auf den kamm hinan. wir überwanden talfahrten, hügelsteige anstiege, gerade so die pfade. ihre hufen überdauerten mein hoffen, ihren schnauzen unterlief ein kalter schauer prasselte auf uns und klatschte von unten umso bodenloser nach oben zurück. doch die pfützen füllten sich nicht. kein tropfen blieb trocken. und als still wurde, schwiegen nicht einmal die schweine.

wieder entging____und langsam_______der tau________ der reif
ein tag__________entsprach_________ begann________ war
entlang_________ das ding__________ den reif________ im begriff
ins land_________ dem liederlichen____ zu begreifen_____aufzutauen

und die sonne nach dem neuen wilden gewitter fließt, als wohnten wirklich auf allen plätzen die spätze. ich will leise träume träumen und mit ihrem glanz wie mit ranken meine stube schmücken zum empfang. ich will nicht zu den menschen reden, damit ich den nachklang der vögel trällern kann. denn: was fällt mir zu? ich suche fast entschieden das zu fällen, was am ast zu wippen kommt, und weiß auch, dass die gurgeln dieser tiere hier wie murmeln sind (im schlund). keine lieder säumen ihre kehlen – es sind bekundungen. derart genuin geäußert sind die vögel beduinen unserer erinnerung (auf wanderung) und bienen und hornissen. wissen, dass der innenraum nur stundung sein kann: als boden der entäußerung. zur umrundung eines kreises halten ihre flügel einzug, quellen eines einflußfeldes, und gesungen mit dem anspruch eines ausspruchs schwingen ihre zungen unten. am rand (davon) nimmt ein imitat sich form an: imitand. dort ist verzweigung zeichen unter zeichen, diese linien ast um ast in läufen zu beschreiten: lilien, derweil und wegen wegen. ich getraue mich zugegen, wärtige die aufbruchung und zeitige sekundungen. ich suche umfelder beim wundern über grünen gabelungen, dass ich gründe, zugefallen fünde.

die weiden______einstweilen________dieser fluss______und
grasen_________bleibt der_________ fließt___________kann mir doch
sich selbst______weiler____________ seit urzeiten_____das wasser
ab____________ beim alten________ nur____________ reichen

[…]

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter TEXTE, Tristan Marquardt abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu theater-ausschnitt 2: rilke & salomé, russlandreise

  1. linuswestheuser schreibt:

    Das gefällt mir sehr gut. Irgendwie angemessenes Schwelgen. Unruhig und gezwirbelt aber in Fluss und Wortzeug eigentlich reine Idylle. Mehr davon.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s