in rom

I

die finger, indem ich sie legte, fielen ins feld, wie die massen, wie tausend sommer an einem haar zitterten lebensgroß quadrate, die dummen overtüren. ich lachte, stahl mir die brust aus feuerlöschern, fernsehern, die überall in den büschen liefen. am parkplatz gab mir ein faun die hand, ließ mich starrend zurück, mit schmutz in der sonne, ich fand mein telefon an seinem ort. sprach aber: woher weiß ich denn das? was stellt uns ein, wenn wir uns durch pumpen und strahlen in diese verträumten sitze zwängen? und heilige feldgeister hüpften vom herzen aufs bein: niemals alleine sein, von zeit zu zeit die arme ins zarte objektiv, ins zielrohr geworfen, schon krochen uns eidechsen übers maul, eine unabwendbare ordnung sickerte in den boden der glasigen blicke, den körper in loseren welten, in denen die gegenstände gestreichelt und abgestöpselt von hand zu hand gehen würden. und das werden sie wirklich.

II

aber als ich am platz saß und die blumen sich büscheln und stürzen sah von der dachkante, glaubte ich zu begreifen, dass gar nichts wirklich sei. zaubertaufe, die sprudelte über teenager, die es kauten wie weisheit, schrien und abdrückten mit dem mittelfinger eines schönen jahrtausends. traf mich der pfeil? wenn ich einzig sitze, bebend unter den abfahrenden wagen, die das neue über die erde werfen, flugzeuge zu trombonen und unablässig ein kind, im umkreis, das seinen beutel abwirft, sich hinsetzt und anfängt mit zehen zu spielen, so haben wir eine neue art. alles hält inne, wird größer, schrumpft wieder, dann geht es weiter, eine chance zurückzufallen, um das büschelnde beet geschart, wir alle zusammen ins firmament, dass nur ein stein bleibt, wo jemand abgesprungen ist: erst weiß dann blau dann grau, dann grün dann. über den platz kommt ein heiliger, im weißen blazer, es ist alles fluide, sagt er, ein herziger brei. und wir ließens mit den mundwinkeln geschehen.

III

in der hitze überm kirchturm stand für stunden ein bomber und sang für vater tag. ich warf mich in blüten, konnte die kalte berührung nicht dulden und die starren minuten als das geschirr davongetragen wurde. in den ranken lag die produktion, unterm schoß die bettelarme luft, die bretter im kopf, die töpfe zum helm, stand das kind in seinem gitterbett, weil ringsum alles stockte und schrie, weil ringsum niemand schlief. paranoia und gold, aus dem meer stiegen fickende fliegen, man warf sie in zement, waren sie flieger, da gaben die heißen strahlen der sonne einander alle die hand. und hörten nicht auf zu lachen. wir ließen uns cola bringen und bauten die kamera auf, vom hang ließ sich leichter beschießen, leuchter und feuer, zu hängen, als das faschistische herz im gehäuse, der muskel der steifer wurde, je mehr sich die plätze leerten. der sieg der sonne, kolonnen zum rumpf durchbohren, sich streckten, der gelbe dampf aus der ecke: menschen und schweine tauschen geruch, wenn man sie lange zusammen hält. die mauer der schönheit brach, als das erste moped kam, wir saßen und aßen und saßen dann irgendwie kotzend in der u-bahn. alles verwüstet, alles blau.

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