stirisches reisel

gar bin ich hei wohl strubend im glase gerob,
im supel, im sternenmoss vorg’logert
und weil ich dam sammet die gruden so labe,
staren die argfält’gen röbel ins loh!

was grab’s? was hoben sich hörbe und steibel,
am sorghäufel flumender reidel wohlan,
als gross-torb, grat scheusel worden sich sare,
der stimmert sei! und rupert am klecht

ah, daren! daren im reulichten stimmsal,
verschoden die leitigen soren der stauß
der rund willt am lorde den orbel fanal,
und rodert’s sich roge ist’s vierlat am gauf

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4 Antworten zu stirisches reisel

  1. Tristan Marquardt schreibt:

    nun, linus, im grunde lese ich deine letzten nicht dem langpoem-projekt enstammenden texte als beharrlichen ausdrucksdrang deines inneren, verschüttet gewähnten experimentellen lyrischen ichs – allerdings mit einer gewissen scheu vorm licht da draußen. drum sage ich: werde schwert oder stirb beim versuch!, sprich: nimm im titel „(aus scheiss:)“ weg und komm an den gedeckten tisch. ilja hat eingelegten senf-rochen mit rötelwurst und pinienspetzeln zubereitet und drei sternis sind auch schon betroffen. denn es gibt redebedarf. ich würde nämlich behaupten: dein stirisches reisel verhält sich zur steyrischen frage wie amberg zu bamberg zu fürth. einwände?

  2. Linus Westheuser schreibt:

    keine. mjam mjam.

  3. Ilja Winther schreibt:

    ich kann die einladung nur wiederholen: s’duftet schon. ich bin aber schwer der meinung, schmaus plus reflektion ist ein muss. eigentlich sollte es ja leichter fallen, über struktur und material zu sprechen, wenn die semantik schon mit der weißen flagge winkt, um anzuzeigen, dass sie nicht mehr viel zu sagen hat, wenn’s dadart im gebüsch. ich glaube, jetzt sollten wir gerade die fragen nach dem verhältnis von wort- und satzsemantik und sprechzusamenhang stellen, denn das sind ja fragen, die sprache überhaupt betreffen und nicht nur linguisten-dichtung, die dies reflektiert. da sitz ein hartnäckiger widerspruch bei der experimentellen lyrik, die sich irgend abgrenzen will und sich gerade durch abgrenzung interessant macht, aber gleichzeitig postuliert, im grunde sei jede art von dichtung experimentell. dann kann es doch weder zu experimentell oder zu wenig experimentell für gewisse frgen sein. was ich eigentlich sagen will, ist: wenn man es mit der these ernst meint, dass satz oder sprechzusammenhang bedeutung schaffen, muss das auch bei dada gehen. man spricht ja in bezug auf theorien auch in der psychologie und im maschinenbau gerne von der dada-taufe. viele sind schon diesen weg gegangen.
    auch wenn sich hier klang und wort neu in die debatte einmischen: es gibt nach wie vor sätze und zusammenhang ist insofern da, als er nicht da ist, was bei ausrufen und deiktischen begriffen wie „ja!“, „oh!“, „da!“, „nein!“, „dort!“ deutlich wird. ich fänd’s toll, wenn wir gleichzeitig in unsere überlgeungen auch die kleinen sprachbauteile mit einbeziehen. so ne silbe will sich ja auch mal profilieren, die hat ja auch ihren stolz. ich bin ja gerade in einem machtkampf mit dem „u“. dem irgendwas zuzusprechen, widerstrebt mir eigentlich völlig. das ist so esoterisch. aber da ist dennoch das „tief-gute der putenbrust“ und dauernd „ulmen“ und „unken“. wann konnotiert was wie wo bestimmte laute oder sitzt da kulturell was tiefer?
    wie kommt es, dass man anhand von assonanzen bestimmte stimmungen erzeugen kann oder sitzt man da einem irrtum auf und man hängt doch in der semantik und in deren geerbter verknüpfung mit bestimmtem klangmaterial? hu?

    unabhängig davon fänd ichs schön, so wie wir es generell immer besser schaffen, in den besprechungen zu sagen, was wir an den texten gut und finden und was nicht, was ja auch keine selbstverständlichkeit ist, genausowenig wie schachtelsätze leicht zu lesen sind, wenn wir die frage der qualität bei dada-texten agressiv diskutieren. das fänd ich schön. ich schlage vor, morgen fangen wir an. lieblingsverse sind, denke ich, ein guter einstieg.
    mein lieblingsvers ist: „ah, daren! daren im reulichsten stimmsal“ – obwohl der noch ein bisschen zu viel bedeutet. irgendwie hat der aber gestisch was… weniger gut gefällt mir: „und rogert’s sich rode“. das heißt korrekt: „rodert’s sich roge.“ aber fehler schleichen sich halt manchml ein.

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