[keine berge, saum]

keine berge, saum. lose kombo aus pflastern. hast dir die
finger aus dem leib geschrien, flugschneise, nun ja, für
die andacht. jeden abend bleiben hier die amseln stehn,
wipfel lassen ihre schatten fallen. dann ist das waldkleid
parka, mit einem trauerflor aus strahlen und wechselt sein
zweites gesicht. bleibt privat, wo du das feld betrittst. wie
die steine sich mausern. hörst das zischen, saum, ein klein-
tier aus asseln, wenn der verkehr sich aus dem verkehr
zieht, zerschneidet eine schere das gebiet. entgliederung
der achsen, nackt unter jacken, die du kaum trägst. zeig
mir die lebenslinie von grasnarben, komm, zeig mir um-
gehung. nur weil du rehe nie siehst, heißt das nicht, dass
sie wachsen. fontanellen am nullpunkt der naht. stopf die
lichtung, aus platzangst, wenn ein webstuhl an dunkelheit
bastelt. punkto dosis der stiche. punkto farbe des garns.

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3 Antworten zu [keine berge, saum]

  1. Friederike Scheffler schreibt:

    mir gefällt die dringlichkeit. die pathos nähe ;)
    „zeig mir die lebenslinie von grasnarben“ oder „finger aus dem leib geschrien“ .. tut sich hier eine neue richtung auf?

    die direktheit steht dem text gut und verstärkt, sie funktioniert mit den wortspiel- und duktuswechseln.

    wieso privat?

  2. Max Czollek schreibt:

    schön auch das Ulf-Zitat „Strahlung ist leichter als Licht“, allerdings ist es in seiner momentanen einordnung ein bisschen verschenkt. Denke, das ganze würde noch knalliger kommen, wenn es hieße „mit einem trauerflor aus strahlen leichter als licht. bleibt privat, wo du das feld betrittst.“ das finde ich auch auch rhythmisch besser und macht das Ulf-Zitat zu deinem eigenen (sonst wäre mir nicht ganz klar, warum du das hier bringst; denn bei Ulf hatte es ja eine ganz andere funktion – also aneignen!!)

    meine lieblingszeile ist übrigens: „nur weil du rehe nie siehst, heißt das nicht, dass sie wachsen.“ find ich cool! insgesamt die Mischung aus Pathos und kindlicher Naivität gut gelungen. und mit fontanellen zumindest im anklang björn zu bringen ist gerade im zusammenhang mit ulf raffiniert und zeigt den spagat deines verfahrens in diesem text gut an.

    fazit: gelungen!

  3. Tristan Marquardt schreibt:

    nochmal leicht überarbeitet, das zitat rausgenommen und ersetzt.

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