(ohne titel)

loses geblüt in der jauchegrube. wie raspeln fallen, schräg,
wenn ein düsteres viech vor schritten flieht. in die tannen,
nimm diesen lappen, schau nur die kleinen fühler im laken.
am schulterblatt kam ihm ein dritter arm, dafür hat ihn der lehrer gehasst
also kam er übern hof mit dem großen gerät und einem schüler zum tragen.
man weiss es so selten, die grube ist voll, die grube ist leer.
ist das viech schon weg oder liegt es versteckt unterm stein.
nimm das hier und setz dich aufs bett. er ist gerannt, glaubst du,
wie die kälber von jericho im himmel, die zwei hinterher,
den apparat überm kopf um ihn totzuschlagen. kamen sie zum zaun
und der schüler fiel seinem lehrer an den hals, als wollte er ihn
nie wieder loslassen. so konnte er entkommen, lief in die tannen
zum haus, durchs leder stach der arm. dann fielen die bomben vom himmel,
das haus lag verstreut auf dem feld. ich habe geschlafen
und wie ich rauslief lagst du am boden der grube, die raspeln fielen,
ich sagte zu mir: heute bin ich glücklich wie niemals zuvor.

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4 Antworten zu (ohne titel)

  1. Linus Westheuser schreibt:

    ähm, ja.

  2. Friederike Scheffler schreibt:

    was denn? ja.

    weißt du, ich mag die dringliche direktheit, das drunter schummernde narrativ. nur: vorsicht bei den „die leserin an die hand nehmen“ stellen,
    -wie sagt frau seel- krücken. brauchste nicht so viel.

    und bitte nicht den regen zu staub machen. bitte nicht.
    und vielleicht „als“ du rausliefst?

    was hat denn der text noch vor, dass du ihn nicht mit der masse teilen willst?

  3. Ilja Winther schreibt:

    ich verstehe auch nicht deine scham. scheint mir ein sehr guter text. ich bekomme es gerade irgendwie nicht hin, was gegen das narrativ zu haben. es ist ja auch genauer gesagt keines, was sich über inhaltliche kohärenz bestimmen ließe, sondern nur über ortswechsel, die eingeleitet werden, wiederholungen und feststehendes personal. es gelingt, dass man denkt: ja, das ist alles voll klar. natürlich ist das nicht. trotzdem bin ich auch gegen „regen zu staub“ das ist so fett und dann auch den bomben gegenübergestellt. letztere müssen nicht so angekündigt werden / so versinnbildlicht (regen=bomben, ruinen=staub) werden, sondern könnten einfach neben dem „ich bin glücklich“ stehen. das würde der linie des textes eher entsprechen, der ja auf so großartige weise vollkommen ohne metaphern oder sonstigen aufwand an rhetorischen stilmitteln auskommt.

  4. Tristan Marquardt schreibt:

    find ich viel toller als die ursprungsversion, viel ausgewogener. großer versneid in der vierten zeile. und trotzdem hab ich nachwievor ein problem mit dem schluss (bomben, schlafen, du liegend, ich glücklich). da spannt das narrativ derart einen bogen, dass es dem rest in seinem vorgehen nicht entspricht. oder ihm nicht vertraut. kill your darlings, please.

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