Für mehr Minderheitensprachen

wenn de fleeg nich fleegen deiht
dann sit se fast in fleegenstraps
wenn de katt to´n köpmanns sliekt
dann geiht se seker büxen köpen
modern seggt de bloom sünd moi
vaddern seggt ik kann nich mehr
döör de bööhm geiht een wind
de is so ol dat keener kieken mog
de slachter het dat grööntüch eten
dat weer jümmer so wesen
een grote wuddel inne snuut
und met siene soite klüsen
he het dat jümmer al wusst
wenn dinge bleeven as se sünd

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16 Antworten zu Für mehr Minderheitensprachen

  1. Maria Natt schreibt:

    für sprache, für sprache als raum der möglichkeiten und gegen das regime der alltagsprache!!!
    In diesem tonus folgt hier das erste gedicht in plattdeutscher sprache auf diesem blog. Das plattdeutsche konnte sich in der literatur nie über die volkstümliche dichtung hinaus bewähren. Die zeitgenössische dichtung bietet jedoch die möglichkeit, minderheitensprachen wie das niederdeutsche aus der ecke der ritualisierten tradition herauszuholen und einen neuen raum für die dynamische weiterentwicklung dieser sprache zu schaffen.
    Der obige text bedient sich verschiedener plattdeutscher dialekte und ist somit nicht einheitlich. korrekturen und anmerkungen bzgl. rechtsschreibung und grammatik werden gerne entgegengenommen.

  2. Linus Westheuser schreibt:

    S E H R geil.

  3. Linus Westheuser schreibt:

    p.s. nicht ganz dasselbe, aber vielleicht interessant in dem kontext: http://nigerianpidginenglishpoems.blogspot.de/

  4. Lea Schneider schreibt:

    Gegen das Regime der Alltagssprache! Weil Neoliberalismus anfängt, wo Plattdeutsch keinen Platz mehr hat. I like :)

  5. Tristan Marquardt schreibt:

    schubidu. freu mich über das projekt wirklich sehr, würde aber auch gerne mehr dazu sagen können als nur juhu. gibts die möglichkeit einer übersetzung? oder soll es gerade unübersetzt bleiben?

  6. Maria Natt schreibt:

    ach wat moi! sehr erfreut über die positive resonanz meiner derzeitigen lieblingsbeschäftigung. noch gibt es keine hochdeutsche übersetzung, die wäre bei diesem text klanglich/rhythmisch einfach irgendwie bäh. da müsste ich noch dran feilen. es gibt jedoch übersetzungen einiger älterer hochdeutscher texte von mir, die ich als nächstes posten werde um die besonderheiten des plattdeutschen etwas kenntlicher zu machen.
    und hier zur eigenübersetzung ein paar vokabeln:
    fleeg= fliege
    fleegenstraps=fliegenfänger
    katt=katze
    slieken=schleichen
    büxen=hosen
    köpen=kaufen
    moi=schön/gut
    ol=alt
    slachter=schlachter
    wuddel=wurzel
    snuut=schnute/mund
    klüsen=augen
    bleeven=bleiben
    sünd=sind

  7. Quisquilia schreibt:

    Schönes Projekt! Ich habe auf meiner Seite auch einzelne schwizerdütsche und plattdeutsche Texte (Prosa) aus der Versenkung geholt (Gorch Fock und die fast gänzlich vergessene Hanna Fröhlich), bin aber bisher nur bei Fröhlich zu Übertragungen ins Hochdeutsche gekommen. Da bin ich gespannt, was noch kommt! Vielleicht kommt es ja wieder zu einer Renaissance des Mundartlichen in der Literatur, wie zu Beginn des 20. Jh.

  8. Maria Natt schreibt:

    hast du nen link zu dem fröhlich text?

  9. Maria Natt schreibt:

    Yeah! lea kann platt

  10. Carolin schreibt:

    @Linus und Beccy: hat meine Hausarbeit zu niederdeutscher Lyrik euch zu diesem Text inspiriert? :) Finds super, dass ihr (G13) auf Platt schreibt

    • Linus Westheuser schreibt:

      :) hehe, der text ist ja von mary, aber die war ja auch dabei in schwaaalbach, also wer weiß, woher die inspiration kam….

      (viele grüße!)

    • Rebecca Ciesielski schreibt:

      Liebe Caro,
      schön, dass du den Blog liest! Ja, ich bin leider auch nicht fähig zu Plattdeutsch. Aber wer weiß vielleicht gibts von mir bald Texte auf Sächsisch;)

      • Maria Natt schreibt:

        liebe caro,
        gibt es deine hausarbeit zu niederdeutscher lyrik irgendwo zu lesen? ich fände das äußerst spannend!

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