sommerliche simulation der landschaft in echtzeit ohne vögel

der sommer ist strukturschwach heute mittag am meilen-
schweren flussufer unter einem den vögeln aberzogenen himmel
herbste kauabfallprodukte und zeichen neuerer jahreszeiten:
regere sterbeproduktionen zu wasser und an land und da liegt er
atomisiert und gespalten verwertet als kleinstes vielfaches: vielfach

entwickelter film auf der straße und in der luft in den sommergesprächs-
apparaten am viele meilen schweren flussufer entlang heute mittag (der
sommer) mit pixeln als groben vogelproben und baustellen vielfach schraff-
ierten stellenanzeigern noch fehlender teile und immer wieder stillgelegten
grundsteinen viel zu blühender landschaften der verarbeitung im mund

löst sich körniger teig da gehen die milch und das bier noch
gemeinsam ihrer wege und die wilden bäume schlingen sich im wind
zusammen bis sie brechen herrgott die speicher sind voll und groß ist der
sommerbegriff leicht fehlerhaft verarbeitetes strukturdesiderat sehr groß vor
künstlicher verknappung und blendend jahreszeitlich belichtet ich

habe am boden einzug gehalten mit abgeschossenen vögeln den
schnappschussleichen in den obstschalen der tätigkeit sozialen tatsachen
und sieben privaten suiziden: es kann nicht die rede von etwas sein das fehlt
zumal heute mittag in der blühendsten sterbeproduktion am fluss dem still-
leben einer bewegung: sommerliche simulation der landschaft in echtzeit
ohne vögel

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2 Antworten zu sommerliche simulation der landschaft in echtzeit ohne vögel

  1. unmittelbarst schreibt:

    Da ist aber viel Struktur in deinen Texten gerade – von strukturschwach über Infrastruktur bis zu Strukturdesiderat (das mir übrigens an der Stelle ein bisschen zu sehr wie ein Wink mit dem Zaunpfahl vorkommt). Könnte fast ein Struktur-Zyklus werden :) „Schnappschussleichen“ finde ich richtig schön. Und auch, wie diese Trakl-Rilke-Benn-Stimmung belebt wird, ohne nur reiner Rückbezug zu sein.

  2. Tristan Marquardt schreibt:

    Ich mag den Text, aber er ist mir an vielen Stellen etwas zu kompliziert und überladen. Etwas Durchlüftung würde, glaube ich, für mehr Fluss und Eingängigkeit sorgen. Ein paar Punkte:

    – „unter einem den vögeln aberzogenen himmel“ finde ich in dieser syntaktischen Konstruktion etwas schwerfällig
    – „atomisiert und gespalten verwertet“ ist redundant, zumal gleich danach „vielfaches: vielfach“ kommt
    – „in der luft in den sommergesprächs- / apparaten am viele meilen schweren flussufer“ wieder ziemlich beladen
    – ganz anders dagegen das Großartige: „mit pixeln als groben vogelproben“
    – ist „schraff- / ierten“ mit Absicht falsch getrennt?
    – warum sind die Bäume wild?
    – „mit abgeschossenen vögeln den / schnappschussleichen“ ist wieder leicht redundant, „abgeschossen“ könnte man auch einfach weglassen
    – insgesamt sehr, sehr viel Adjektive

    ganz toll der Schluss.

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