ohne titel (januar)

im museum stand auf einem tisch eine
naehmaschine das war sublime
wir hatten die buecher gelesen und schlichen heim
vom mantel fielen silben es gab reis auf dem dach
rauchten wir vom tag das bisschen sonne auf

und fanden uns wieder im grunde auf riesenschultern
mit fremden namenstassen an der wand
der blick durchs fenster umstellt von requisiten
die finger in anderen raeumen in a dying fall
die klassischen zerbombten landschaften

alles klar ja und bei dir irgendwie war januar
die tauben fielen vom dach und du fingst an
so gut zu riechen dass ich blieb und kurz vorm schlafen
mit den tassenraendern sprach: ich moechte sterben
oder so schoen wie lindsay lohan sein

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2 Antworten zu ohne titel (januar)

  1. Tristan Marquardt schreibt:

    Als Nele und ich den Text am Freitag das erste Mal lasen, dachten wir beide unwillkürlich: Das erinnert uns sehr an Früheres von dir oder vielleicht das, was sich, trotz der ja hohen Diversivität deiner Texte, irgendwie als roter Faden durch die letzten anderthalb Jahre zieht. Ums mal so zu sagen: Stimmung in schöner Schräglage, die einem vermittelt, dass Stimmung irgendwie immer in Schräglage ist. Mir bleibt kaum mehr, als „stimmig“ zu sagen. (ps: soll ich die umlaute ändern oder willst du die so lassen?)

  2. Lea Schneider schreibt:

    ich mag diesen text sehr gern! mir geht es aber wie alex und nele offenbar auch: auf dem dach sein und die reste vom tag aufrauchen erinnert mich sehr an das (wunderbare) „vollendete tatsachen“. das ende habe ich minutenlang gefeiert und finde es auch noch zwei tage später großartigst! dafür stören mich zwei dinge in der mittleren strophe: „namentassen“ fände ich schöner als „namenstassen“, allein schon, weil sich beim vorlesen ein kleiner stolpereffekt/eine zweideutigkeit ergeben würde, die zwar auch so schon anklingt, aber dann noch konseuquenter wäre. und: die letzten beiden zeilen dieser strophe verstehe ich nicht. liegen die landschaften vor dem fenster? oder ist das ein bild an der wand? warum sind die finger in anderen räumen? da komme ich nicht mehr so richtig mit, während der rest des textes die jeweilige situation bzw. den jeweiligen ort ja recht klar deutlich macht.

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