die erfindung des walzers

als der pastor am morgen die brote wog
wurde der walzer erfunden
figuren mit kalten zigarren und geld
fanden ihr ebenbild in einer senke
in der alles noch einmal war
wo ein einziger kaugummispucker
den lieben langen tag gnome machte und räuber
dann passierte erstmal nichts

ein held fand sich später und stolperte
fädelte ketten für seine frau
ich war manchmal ihr bruder
manchmal des pastors rechte hand
und die geschichte war bald rüber obwohl
die musik noch weiterlief

hinter den wäldern lebte zwei tiere
die fühlten sich fehl am platz
soweit ich weiß haben sie da einen baumarkt gebaut
und nach der werbung bat der schuhfabrikant für halb asien die frau die allein dieses ganze  gefängnis in arizona aufgeräumt hatte um einen tanz (obwohl sie unschuldig war) und ein wind stand auf und applaudierte

dann ging alles sehr schnell und ich platzte
mit meiner pauke rein
aber das hatte schon seine richtigkeit
jedenfalls gab es dann walzer und apfelmus
und alle wirkten wie lange vorm krieg
die räuber banden sich tücher um
und machten die sportschau an

nur dem pastor war das zuviel
er spuckte ins korn und weinte
ich schob die kiste aufs tanzparkett
und forderte ein ende
es kam in geliehnen sandalen

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7 Antworten zu die erfindung des walzers

  1. Tristan Marquardt schreibt:

    erstmal: schubidu! ich bin fan von ganz vielem an dem text und v.a. den ganz grundsätzlichen sachen: ton, kreativität, rhythmus, abgefahrenheit. absoluter höhepunkt für mich das ende der ersten strophe.
    ein paar wenige sachen find ich noch unausgewogen:
    – strophe 1, vers 5 ist irgendwie schal oder umgekehrt: lasch, irgendwie beides :)
    – 3,3-5: für mich ist die ausfransende form ausdruck davon, dass es da insgesamt noch nicht so rund läuft, das ist mir too much, vielleicht ein bisschen zusammenstreichen
    – 5,2-3: wildschwein und pfaueninsel empfinde ich hier wie hirsch und kakadu in tabeas „nach norden“: zu viel des guten
    ansonsten, aber echt: top, die wette gilt! man kann echt dankbar sein, solche texte zum lesen zu haben.

    • Tabea Magyar schreibt:

      also mal findest dus gut, mal nicht… entscheide dich gefälligst! der hirsch und der kakadu die können schliesslich nichts dafür.

      -> ich finde das ende hammer, ich liebe enden in geliehenen sandalen. oder gummistiefel.

  2. Friederike Scheffler schreibt:

    ich klopf mit den händen auf die schenkel, zähle
    einszweidrei einszweidrei.

    ich mag den text :)

    herr marquardts anmerkungen teile ich bis auf die der ausgefransten stelle, die gefällt mir, ich würde nur vorschlagen, sie nicht auch formal ausfransen zu lassen. einzig: wie wäre es mit „schuhfabrikant der halben dritten welt“?

    wenn es heißt wildschwein oder pfaueninsel würde ich kurz mein taktklopfen unterbrechen und meine hand heben fürs wildschwein.

  3. Maria Natt schreibt:

    bämbelääm! bäm bam bam jahaaa juhuuu kakadu zip zip zip ahh jaaa jaha ha ha uiuiuiuiuiuiui uuuuuuiiiiii ooouuiii ohoooo hohohoho haha huhu zack bum juhuu belääm späm späm jawolski juhu und YEAH!

  4. rd schreibt:

    ich WILL, dass da ‚pastior‘ steht, nicht „pastor“. und zwar ganz schnell.

    streich das „am platz“ nach ‚fehl‘. „einen baumarkt gebaut“: naja.

    am ende vom ende sprechen: geht in ordnung, aber nicht unbedingt weiter.
    allgemein ist mir das zu brav.

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