fukushima von weit weg

vom kopf der seite die ich fortbeständig
öffne um der datenflut den anker vor
zu werfen prangt ein bild am wörterhaufen
auf den zweiten schreck die blumengaben in

verwehtem sand und nachdrücklich gebrochenen
geschwadern gischt die aufforstung vor nukleär
gefärbtem winter eines simulators spross
am strand der angehörigen vertreiben ihn

die windstoffbrisen aus dem wasser kommt das beben
alles was danach beginnt vor einem jahr von hier
sind ausläufer zu spüren auf der seite muss ich
atmen dass der sinn von flut erinnerung gewinnt

als überschwemmung
ein tsunami
alles was danach beginnt

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2 Antworten zu fukushima von weit weg

  1. Tristan Marquardt schreibt:

    hmhm, also die zweite hälfte ist mir dann doch zu eindimensional. etwas mehr als die einfach nur in rhythmus gebrachte beschreibung und das ziemlich platte sintflut-wortspiel täte, glaube ich, not.

  2. Alexander Makowka schreibt:

    Ich danke dir für deine Kritik, Tristan. Persönlich war ich mir unsicher, was den Text anging, wollte eine Version aber möglichst zeitnah zum Ereignis des Jahrestages hoch- und zur Diskussion stellen. Denn v.a. ging es mir dabei um den Aspekt der Aktualität, wenn nicht der Unmittelbarkeit, welche Letztere ich (vielleicht) durch das Nachzeichnen einer Erfahrung nachvollziehbar zu machen hoffte. Und nur in diesem Sinn sind Verwendung und Wiederaufnahme des „Flut“-Begriffes motiviert, wovon ich dann im Kontext wahrlich nicht als (Wort-) „Spiel“ sprechen wollte: die anfänglich gedankenlose Verwendung als „datenflut“, gefolgt von Relativierung im Zuge einer (Art) Erkenntnis um das vorliegende Geschehen, die offensichtlich auch durch die Umschreibungen am Ende des Textes ausgedrückt werden soll.
    Dass dies nicht sonderlich originell daherkommt, stimmt sicher, doch kam es mir zuallererst darauf an, dass der Text zumindest nicht unangemessen sei. Hierzu möchte ich fragen, ob dein Kommentar mit der Formulierung „täte… not“ in diese Richtung zielt?
    In der Überarbeitung habe ich auch in meinen Augen zu bedeutungsleere Formulierungen zu ersetzen versucht. Und etwas eingefügt, das in der ersten Version tatsächlich fehlte: direkte Erwähnung von Opfern.

    Die erste Version:

    vom kopf der seite die mit regelmaß ich
    suche um der datenflut den anker vor
    zu werfen prangt das bild am wörterhaufen
    auf den zweiten blick die blumengaben in

    verwehtem sand und druckvoll aufgebrochenen
    geschwadern gischt die aufforstung vor nukleär
    gefärbtem winter eine dunkle jahreszeit
    am simulator strand vertreiben ihn der wind

    und wasserbrisen aus der erde kommt das beben
    alles was danach beginnt vor einem jahr von hier
    sind ausläufer zu ahnen in der zeitung muss ich
    blättern dass der sinn von flut erinnerung gewinnt

    als überschwemmung
    ein tsunami
    alles was danach beginnt

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