[hefter die helfen]

hefter die helfen jetzt auch nicht mehr
weiter
beim wäscheaufhängen hast
du lange nach fusseln gesucht und da-
nach dein gesicht vor dem spiegel ge-

prüft der laptop läuft seit vielen stunden
und die luft im zimmer dick wie deine
sehnsucht nach dem bett wo krümel flecken
treffen und dich an den kalten kaffee

mahnen das telefon klingelt sobald du es
klingeln hören willst der akku zeigt längst grün an
deine dateien erstrahlen in weiß und die
küche ist verschmutzt
papiere stifte bücher

verstauben schon unter den e-mails vielleicht willst du
kurz an die luft und dir hefter besorgen

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Dieser Beitrag wurde unter Christopher Izgin, TEXTE veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu [hefter die helfen]

  1. Tristan Marquardt schreibt:

    in der direktheit und unmittelbarkeit, die der/den text beherrscht, stören mich einzelne konstruiertheiten/gestelztheiten: bedrängt dich/drängt dich; sicherlich; voller als voll. und die hefter bleiben mir unklar, mit denen wird nicht gearbeitet.

  2. Lea Schneider schreibt:

    ja, mich irritiert auch die in ihrer ungewöhnlichkeit sehr stark arachisierende sprechform (2. person singular im imperfekt klingt irgendwie immer automatisch gleichzeitig gestelzt und unbeholfen). das ist umso seltsamer, als die tätigkeiten, die da beschrieben werden, ganz alltägliche sind: „aufhängtest“, „suchtest“, „prüftest“. „bedrängt dich und drängt dich“ wirkt sehr gewollt, gleichzeitig aber als wortspiel nicht besonders spannend (liegt halt auf der hand). „erkalteter kaffee“ ist auch so ein archaismus, warum nicht einfach „kalter kaffee“? (wobei man da auch schon merkt, dass das ein stehender begriff ist und kaffee tatsächlich als bild in gedichten schon sehr, sehr oft vorkam, grade auch in der symbolik, in der er hier gebraucht wird.) die kursiven zeilen erschließen sich mir nicht, soll das wörtliche rede implizieren? mir drängt sich der verdacht auf, dass damit mehr kaschiert werden soll, dass die zeilen an sich nicht besonders spannend sind. und zuletzt fände ich es auch schön, wenn mit den heftern mehr passieren würde – die sind nämlich das, was ich an dem text am spannendsten finde („die hefter“ ist doch mal ein richtig guter titel!).

  3. Christopher Izgin schreibt:

    @Tristan: Danke! :)
    @Lea: Ebenfalls danke! Einige deiner Anmerkungen habe ich berücksichtigt (den „kalten kaffee“ sogar auch, aber das hat andere, textimmanente Gründe; und ich sehe übrigens einen Weltenunterschied zwischen „kalt“ und „erkaltet“, allein wegen der Zeitebene, die ein Partizip aufspannt). Es wäre ja schlimm, wenn die kursiven Zeilen einfach verdecken sollen, dass der Text schlecht ist! Die haben schon eine Bedeutung, aber die sollen sich dem Leser lieber selbst oder sich ihm gar nicht erschließen ;)

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