von der abwesenheit (teilstück)

regionalzug: mit beiden
beinen transportgewerbe
ovation gestreifter körper
sind wieder wer wespen
schwarm in kurvenlage

doppeltes signal sprache
besetzter frequenzbereich
entschuldigen sie bitte ich
halte nur den stift es geht
schon wieder von allein

ich habe der gegend nie
etwas unterstellen wollen
sah bloß die oberleitungen
am gelenk liniertes papier
das schweigen darüber

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Dieser Beitrag wurde unter Max Czollek, TEXTE veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu von der abwesenheit (teilstück)

  1. Martin Piekar schreibt:

    Hi Max,

    also ich finde das Gedicht sehr gut, es ist sehr schön geschrieben. Mir gefällt der Abfall zum Ende hin. – die letzte Strophe ist ganz stark – der Gegend nie etwas unterstellen zu wollen und dann die Oberleitungskabel – find ich super.

    und das „entschuldigen sie bitte …“ – das gefällt mir auch immens, das ist sehr schön, vor allem: „es geht // schon wieder von allein“

    die erste Strophe als Einleitung find ich etwas wirr. „mit beiden beinen transportgewerbe“ gefällt mir nicht sehr gut, Es wirkt ein wenig gestelzt im Gegensatz zum sonst sehr natürlich wirkenden Gedicht. Irgendwie ist der Anfang schwächer als „regionalzug:“ – eine Art direkter Fall von der Spannung her.
    „ovation gestreifter körper“ find ich dann aber wieder super.

    „wespen // schwarm in kurvenlage“ mag ich sehr, toll!

    Grüße
    Martin

  2. Florian Zimmer-Amrhein schreibt:

    ich muss martin widersprechen. ich mag die letzten 3 zeilen der zweiten strophe überhaupt nicht. das klingt mir viel zu sehr nach Spontanismus-Bekundung alla écriture automatique. sowas kommt bei einer ansonsten derart konventionellen äußeren Formgebung (sprich strenge gleichmäßige strophen- und versform) wie bloße Plattitüde daher und ist auch ansonsten quatsch bei einem solchen text, der sich auch auf allen sonstigen ebenen der überformung als lyrischer verdichtungsmethode bedient (man nehme als bsp. nur die ersten 3 zeilen). hier entsteht der literarische mehrwert ja ganz offensichtlich nicht im spontanen (vorbewussten?!) hinschreiben von text, sondern in der nachträglich formenden, konstruktiven arbeit am material.
    da gefiel mir der text „kevser kurt. monbijou“ viel besser, der in seiner schlusszeile ebenfalls eine art befremdung oder überraschtheit vor der eigenen textschöpfung (vor ihrem abstraktionsprozess, ihrem mystischen moment o.ä.) äußert, aber nicht so mit dem zaunpfahl auf die metaebene haut wie hier, sondern sich in einer sehr vielschichtigen verankerung mit der inhaltlichen primärebene auf sich selbst rückbezieht.

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