[mit halb offner schnauze ziele ich aufs nächste fenster]

mit halb offner schnauze ziele ich aufs nächste fenster.
regelfolgenhörig saufe ich die dicke kuh
schnapp noch nach den letzten tropfen.
sich die hörner stossen, grösste form des juckens –
wenns mir möglich wäre. mein kopf bequemt
in einer stumpfen eierform zu harren.
dass diese form den inhalt doch bestimmen muss
hätt ein ästhetischerer schöpfer längst gesehn.
ein schmücken der auslage, eine ausgabe
die sich dieser zwei-phasige behälter
eigentlich nicht leisten kann. er fasst die milch
fasst das protein als werbung auf. das prinzip der werbung :
hat man sie begriffen, hat man sie begriffen.
das wirkt nicht im untergrund, das trägt sich
flächig vor dir her, weiss jeder brezelmann.
ich schwenke ein paar hufe richtung ausgang.
das andere versucht noch immer zwischen feiner spitze
einen feinen sitz zu finden, trampelt ungeduldig
auf dem aktuellen kulturellen sahnehäubchen
schickt in meine richtung jodelnd laute des bedauerns.

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Eine Antwort zu [mit halb offner schnauze ziele ich aufs nächste fenster]

  1. Max Czollek schreibt:

    Was ich an dem Text mag, ist das Auftauchen von Kuh und Ei, dann Milch und Protein. Das ganze läuft ja dann im zwei-phasigen Behälter (ästhetischer Schöpfer, Kopf?) zusammen. Bin mir nicht sicher, was die Werbung und das „hat man sie begriffen hat man sie begriffen“ angeht. Kommt mir wie eine Zeile vor, die du unterbringen wolltest. Und zwar vor allem, weil sie nicht so stark eingebunden ist, wie Kuh-Ei-Protein-Milch-zwei-Phasen-Verarbeitung. Die Zeile ergibt sich fast nur aus dem assoziativen Fluss und wird auch nicht wieder aufgegriffen. Das finde ich zu wenig. Gleiches gilt für den Brezelmann, der gerade nach der ersten Hälfte des Textes unvermittelt und wenig motiviert erscheint. Was macht der Mann da? Warum Brezeln? Nur wegen des Jodelns am Ende? – das ich übrigens sehr mag, aber vor allem wegen der kuh. ach ja, die kuh.

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