[die räder stehen lassen]

die räder stehen lassen und der anderen person folgen. die macht
auf hungerkünstlerin, streichelt ihren bart wie eine verirrte katze,
eine kleine entfernung, in der sie verschwimmt. kräusel im wasser,
brausetabletten. ist es so, dass jede bewegung einen stabilen punkt
davor impliziert, oder fängt das früher an? wie der verdacht, jemand
habe die falschen untertitel eingestellt und jetzt keine lust, nochmal
zurück auf anfang zu spulen. kriegst das nicht auseinander. wie sie
lacht, wenn sie stärker ist. efeu, wie die enden durchscheinen, wie es
verwächst. isomorphie, sagt die andere person, welche form kannst
du halten? wenn ich dich anfasse, hier, und dir nicht sage, wo das ist.
die pronomen in der kniekehle, schwimm mal rüber und keins davon
kommt mit. auf die rückseite deiner haare, hinter den baustellenzaun.

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4 Antworten zu [die räder stehen lassen]

  1. Lea Schneider schreibt:

    Dieser Text ist fürs Zeitkunstfestival 2013 entstanden, das u.a. die Metamorphosen thematisieren wird. Entsprechend ist das lateinische Zitat von Ovid. Der Text ist, da bin ich mir sicher, sehr gut lesbar, ohne dass man das Zitat versteht; ich fand es aber schön, zu zeigen, auf welche Vorlage ich mich beziehe, ein bisschen wie bei einer Widmung.

  2. Boris Schneider schreibt:

    Hallo Lea. Dein Text ist wunderbar gelungen. Hat man auch so ziemlich schnell verstanden. :)

  3. Rebecca schreibt:

    Mag ich gerne! Ich finde aber „macht auf“ ist zu viel slang. Und „zurück auf Anfang zu spulen“ ist recht lang für den rhythmus/lesefluss. Hab während des lesens eine düstere frauenstimme im kopf:)

  4. Max Czollek schreibt:

    auch von mir einen daumen hoch. allerdings zwei dinge: „impliziert“ ist einfach ein schwieriges wort in einem gedicht. und „wie der verdacht, jemand / habe die falschen untertitel eingestellt und jetzt keine lust, nochmal / zurück auf anfang zu spulen“ ist ganz schön viel Aufwand für das Bild, denke ich.. vll. geht das auch einfacher.

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