allee der giganten

die allee der giganten
war soeben entstanden
im sprachfeld eines passanten
hatte diese bisher gefehlt

im namensfeld der straßenzüge
war diese bisher nicht vertreten
gewesen hierfür zu vermessen
den anwärtern auf besserung

den sendern von großaufgeboten
schien beschneidung wie ein mittel
absperrung als großflächig geboten
stürze dem schnittgut zu erleichtern
denn was die äste gerade noch trieb
das lässt den stamm nun karg zurück

die allee der giganten
hat schon vorher bestanden
im sprachfeld eines passanten
ist noch anderes vorhanden

die aufgetrotzten baumausläufer
haben vorher schon im sturz erschlagen
mit so viel ausgeladener dazugehörigkeit
bleibt selbst rasantestes nicht unversehrt
und da bisher passanten aufgetreten sind
bedarf es ohnehin passage eines wegs

bedarf es ohnehin der einsicht
jene die den namen niemals sehen
wollten ohne vorvertretung haben
diesen durch ihr eingreifen eröffnet

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4 Antworten zu allee der giganten

  1. Tristan Marquardt schreibt:

    der text hat auf jeden fall gewonnen durch die überarbeitung des zweiten teils!

  2. rebeccaciesielski schreibt:

    ausgeladener dazugehörigkeit mag ich. ich hab die letzte strophe ja schon im original nicht verstanden und die überarbeitung verstehe ich wieder nicht… ich hab das gefühl die konsistenz der formulierungen perlt von meinem kognitiven raster ab. komischerweise finde ich das sogar gut…zumindest echt interessant.

  3. Lea Schneider schreibt:

    „die konsistenz der formulierungen perlt von meinem kognitiven raster ab“ :D ja, das würd ich unterschreiben. aber es flowt. habe gestern in meinem rhetorik-seminar einen vortrag zu neurologischen untersuchungen sprachlicher eindrücke gehört, deren ergebnis unter anderem war, dass stark metrische texte/reden dazu führen, dass die gehirnregionen, die für semantiksuche verantwortlich sind, ziemlich komplett runtergefahren werden – rhythmus also nicht nur in musik, sondern schon in gesprochenem oder gelesenem text zu einer art trance-erfahrung führt: man hat keine ahnung mehr worums geht, aber gut finden tut mans.
    lustigerweise passiert beim reim genau das gegenteil: da werden die kleinen sinnsuchmaschinen plötzlich richtig aktiv und versuchen sich zu erklären, warum da zwei worte gleich klingen und was die miteinander zu tun haben – mit meistens recht seltsamen ergebnissen, aber der reflex ist offenbar so stark ausgeprägt, dass man ihm mit nachgelagerter logik nicht beikommt.
    aber um zum punkt zu kommen: ich mag die überarbeitung, vor allem dieses nonchalante „und da bisher passanten aufgetreten sind / bedarf es ohnehin passage eines wegs“. durch die wiederholung des veränderten strophenanfangs kriegt der text dann am ende auch nochmal ne ganz andere dynamik. finde ihn dadurch zwar ein bisschen heterogen, aber mir gehts wie rebecca: irgendwie trotzdem echt gut… :)

  4. Linus Westheuser schreibt:

    ich finde den text ganz ganz toll!! so souveraene und verquere spielereien mit dem klang, dass es fast eine eigene sprache schafft, in dem sinne, dass man sich denkt, diese besserung hier, das muss eine andere besserung sein als meine. gerade weil man eher intuitiv durchsteigt, als dass man sagen koennte, wo genau die finten liegen. sehr schoen!!! sag ich also, jedenfalls nach dreimaligem lesen und ohne bei eurer besprechung gewesen zu sein.

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