ansage nr. 6

anbruch klang’strukt
stein mit grafitti
sprüh neonfarben
ins revier der neue
standard
grüngrund
auf fünfünf und fly

dann mal über’n rand
in richtung süden die
umlaufbahn siebnvier
neuer satellit im orbit
M t V wir waren jung
und brauchten das

beathoavenz im gewächs
block a kind of hoch
velour
vinyl auf
märkischem beton
der abend kommt
vor den füchsen

die schaukel tackt
ein sekundentick
ansage nr. 6
auf busfenstern
malen stunden
ihre tags rosa

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8 Antworten zu ansage nr. 6

  1. kcornils schreibt:

    woah, guckt mal, ich kommentier hier was.
    mE nach ziemlicher stilknick gegen ende der zweiten strophe, vorher gefiel mir das besser, zur letzten strophe fängt sich das wieder einigermaßen. mtv (wieso da kleines t?), kokain etc. sind ziemliche tag words, die hängen wie durchschusslöcher auf der fototapete, zuviel gewicht. beathovenz…: nein, bitte, nein, ab damit ins phrasenschwein.
    etwas retuschieren in den passagen, wo der bezug zur hip hop-kultur zu deutlich ist (den hab ja selbst ich mitbekommen!) – sonst ist’s meiner sicht nach nur anzitiert, nicht aber wirklich mit dem text zusammengebracht.

  2. kobo schreibt:

    hey, da bin ich auch dabei!
    kuckma, was die bestimmten artikel so machen, ob du die wirklich alle brauchst. besonders die letzte zeile – gänsehautfaktor, kickass, stelzen. also eigentlich ja gut gedacht: inversion der naheliegenden abfolge, vokalabstimmung, sogar die konsonanten spiegeln usw., aber die ausführung is leider brachial und kitschy, genitiv mit doppelt bestimmten artikeln zu zwei wörtern, die hier so kraftlos sind, dass sie glatt verpuffen (oder verpuffen würden, krachte die konstruktion nicht so).

  3. Max Czollek schreibt:

    oh… heute morgen hatte ich auch noch einen kommentar gepostet, den finde ich jetzt gar nicht mehr. komisch! also kurze zusammenfassung zum hintergund: der text ist im Rahmen des Berlin-Gedichts der Literaturwerkstatt Berlin entstanden. ich bin in der Gruppe Reinickendorf – die Verweise beziehen sich also auf r-dorf, die Hip-Hop Kombo Aggro Berlin und das Märkische Viertel (MV)
    damit kann ich den ganzen text theoretisch auf hiphop durchlesen (@ cornlis): beathoven (DJs bei aggro, was vermutlich „selbst“ du wusstest ;), „der neue standard“ (letztes album von beathoven), kokain-westberlin (remix von beathoven), MV & M t V (popkultur und märkisches Viertel) (aber klar, spielerei ist das und soll den text zum schmunzeln bringen)// dann der text als reinickendorf/MV: „fünfünf“ 1955: stadtwappen reinickendorf entsteht: goldene ähren, roter fuchs auf grünem grund; doré weil ehemalige französische kolonie, „siebenvier“ 1974, märkisches viertel, satellitenstadt usw.

    was kobo angeht, bin ich dankbar für die kritik – die bestimmten artikel machen mir zu schaffen, ebenso die frage, wie eine metapher eigentlich gebaut werden kann. ich will darüber weiter meditieren…

  4. Max Czollek schreibt:

    achso: hab die kursiven elemente nachgetragen; die verschwinden beim einfügen immer. und: ich freu mich wirklich, dass ihr beiden kommentiert. das allein ist ein gutes zeichen und ein eigenartiges kompliment für das gedicht ;)

  5. Max Czollek schreibt:

    also gut. nach etwas meditation habe ich jetzt das gedicht überarbeitet. schlußmetapher is anders, kokain is raus. was denkt ihr?

  6. kcornils schreibt:

    „selbst“ ich, also eigentlich insbesondere ich wusste das mit beathovenz nicht. das mit M t V hat bei mir erst mit der erklärung funktioniert und danach finde ich es etwas gewollt. mir gefällt die erste strophe so sehr gut, der stil zieht sich allerdings nicht wirklich durch den rest des gedichts, stattdessen wirst du wesentlich narrativer – das ist okay und legt sich gut auf den einsatz der hip hop-verweise (die sind für mich böhmisch-spanische bahnhöfe, bleibt dabei, my bad). bei der letzten strophe bist du dann bei dem stil angekommen, den ich hauptsächlich bei dir sehe – das ist eigentlich ein interessanter verlauf, aus der sprache über den rap bis zu der etwas kitschigen schlußzeile und sprachlich schön nachvollzogen, denke ich.
    vielleicht bin ich einfach nur etwas out weil ich die referenzen nicht verstehe/verstanden habe und mal behaupten würde, dass diese schon irgendwie wichtig wären.. der text und ich trennen sich im guten wegen persönlicher differenzen, kann man das sagen? handwerklich nicht unbedingt was zu bekritteln, vielleicht ist tick/tack etwas gängig und ist insofern nicht ganz so fresh. finde super, wie der titel mit den beiden ihn umgebenden versen in arbeit gerät, das ist schön.

    unstrukturiert und sicherlich nicht sonderlich konstruktiv, aber that’s just how i roll, i guess.

  7. Tabea Magyar schreibt:

    Hm, also damit kann ich wenig anfangen, sogar mit Angabe der Bezüge. Wenn das ein kleiner Scheisser zu krassem Aggro-Rap rappen würde, dann würde ich mir denken: Okay, ganz nett, I don’t understand a word youre sayin.

    Aber so? Da sind einzelne Sachen drin, die ich nett finde, aber mehr nicht (z.B. der Abend kommt vor den Füchsen, Titel + erste Zeile, auch das märkische Beton das hat so propaganda-charakter).

    Und ich stimme Kristof zu, da gibts einen Knick am Ende der zweiten Strophe. Bis da ziemlich flowiger Hip-Hop-Ton, dann ab märkischer Beton-ton-Ton-Wechsel.

    „Wir waren jung und brauchten das“ find ich etwas prollig.

    Das ist zwar auch ne prollige Frage, aber was willst du denn mit dem Text? Soll man da was verstehen? Oder solls einfach flowen also Klang?

  8. Max Czollek schreibt:

    liebe tabea,
    der Text ist teil eines Langgedichts zu Berlin. in diesem Fall habe ich eine besondere Ecke von Reinickendorf bearbeitet: das Märkische Viertel. Was ich damit will, steht eigentlich oben. Aber ich merk ja, dass es für dich nicht funktioniert. kommt vor ;)

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