sommerherbstmorgenberlin16grad

sommer herbst morgen berlin 16°C
ich sollte rausgehen ein fenster öffnen wenigstens
akzeptieren dass der morgen ein vormittag ist
ich kann mir nicht helfen
könnte mir großes vornehmen
oder die m4 zum hackeschen
ich denke nicht viel in letzter zeit
ausser durch den regen zu gehen und ja
ganz unmetaphorisch
ich könnte das haus verlassen
mich abgewöhnen oder ausbaden
ich bin nicht gut im begreifen
das mit den jahreszeiten den tagabständen
die sache mit dem frühstück und ja
ich kann mir nicht helfen
und wenn ich rausgehe dann sind da die bordsteinfugen
und die abstände und die zwischenräume
da wo man hintreten darf
dann kann ich durch den regen gehen
und ganz laut august denken
alle sachen wieder hinstellen und kreuze machen
aber helfen dann doch nicht
vielleicht später oder ja ein andermal

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5 Antworten zu sommerherbstmorgenberlin16grad

  1. Tristan Marquardt schreibt:

    ist das noch vor der überarbeitung oder bleibt der schluss jetzt so?

  2. Linus Westheuser schreibt:

    ich würde unbedingt für die letzte zeile weg plädieren, wenn nicht die letzten zwei! ansonsten kann ich dich beruhigen, es hat denselben melancholischen aggro-groove wie vor ein paar tagen, auch ohne vorlesen von dir.

  3. daniela seel schreibt:

    ich kann nicht genau sagen, warum, aber ich glaube, dass man die beiden letzten zeilen nicht einfach so wegnehmen kann. dann würde das gedicht wie vor eine wand knallen, mit so einem abrupten schluss nach kreuze machen. das muss von der sehr fein gebauten rhythmischen binnenstruktur her kommen, irgendwie, ich sehs, aber ich kriegs grad nicht analysiert. oder vielleicht so: es ist wie ein motor, der diese beiden zeilen noch abstottern muss, um dann in schleife wieder von vorn anfangen zu können. denn so, mit diesen beiden zeilen, ist es ja ein rondo, ein escher’sches. das (das gedicht, das ich) rennt wieder und wieder durch den kopf, kommt zum gleichen schluss, der aber wieder nur eine schlaufe ist, und kann keinen ausgang finden. die beiden zeilen, oder auch nur eine, wegzunehmen, hieße schon, die stopptaste drücken zu können, einen versöhnlichen umgang zu finden, einen ausweg aus dieser ungangbarkeit, von der es zu sprechen versucht. aber einen solchen modus kennt das gedicht/lyrische ich eben nicht, es kann diesen schnitt nicht setzen und damit die schleife glätten. der schluss so, wie er jetzt ist, humpelt, das stimmt, aber vielleicht ist eben das die diesem gedicht notwendig eignende form. vielleicht braucht sogar der leser dieses stottern genau an der stelle, wo für einen moment eine lösung aufzuschimmernd scheint, um einhaken zu können (wie wirs ja auch alle getan haben), einsprechen mit seiner eigenen hoffnung, sich dem sog der völligen unmöglichkeit widersetzen zu können. aber das gedicht selbst braucht diese lösung nicht, es darf sie, glaube ich, gar nicht zulassen, es muss zurückspringen, auf replay, damit der leser sich dazwischenstemmen kann.

  4. daniela seel schreibt:

    und hab ich jetzt eigentlich auch gesagt, wie toll das ist.

  5. Maria Natt schreibt:

    die letzten beiden zeilen bleiben. danke, daniela, dein kommentar trifft sehr gut warum. kaeme das ende nach kreuze machen wuerde der text etwas vollkommen anderes transportieren.
    wegen ueberarbeitung: da tu ich mich etwas schwierig mit. die stelle wo ich mir noch unsicher bin, ist „ganz unmetaphorisch“ da holpert der text fuer mein empfinden etwas, vielleicht nehme ich das noch raus, aber nur vielleicht.
    besten dank fuer die kommentare

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