flaschenfüllen. münzen.

als wir von kippe zu kippe springen
unter den leuchttürmen
ein einmaleins von gesten spielen
(wiederholung, ablecken
von umschlagplätzen)
meine ich kurz, es ginge was im rauschen
dieser zwischenformation

vielleicht                 oder vielleicht sollten wir
grossstädte gründen, wo man anlegen kann
in gestrandeten schiffen, wo trampelpfade
nur am äusseren rand
verkehrsberuhigte zonen kreuzen
(kleine schildchen, kiesweg)

dann fällt das fengshui meines ausgelagerten hirns
auf den boden der flasche
aber das geräusch geht unter im nachklang
und meine zunge steckt
in einer schonhaltung
sie liegt zu lange an land
um eine nachricht ins wasser zu werfen

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4 Antworten zu flaschenfüllen. münzen.

  1. Tabea Xenia Magyar schreibt:

    work in progress, v.a. schluss noch offen…! um kommentare froh!

  2. Alexander Makowka schreibt:

    Zunächst einmal handelt es sich hierbei für mich um ein sehr angenehmes Gedicht, das gekonnt zwischen einigen Formalien und einer sonst sehr unbeschwert treffenden Sprache untergebracht ist. Dann mag ich den Ton des Textes, welchen ich als sphärisch bezeichnen möchte, aufgrund der weitreichenden Dimensionen, die an bestimmten Stellen angenommen werden. Doch dazu an den Stellen.
    Den Titel finde ich an sich gut, hatte fast einen Text von Ilja erwartet, doch dann noch einmal genau hingesehen.
    Dem Bild der Zigarette hingegen bin ich eher abgetan, wie uns ja auch schon nahegelegt wurde, dass es sich dabei um ein recht verbrauchtes handelt. Natürlich ist zu beachten, wie du die sogar doppelte Nennung der „kippe“ hier in Verbindung mit „leuchttürmen“ setzt und damit beim Leser ein Moment der Verunsicherung ob des soeben Gelesenen erzeugst, weswegen ich mit der Zigarette in diesem Fall gerade noch einverstanden bin.
    In den folgenden schönen Zeilen der ersten Strophe ist es eigentlich nur die plötzlich so lapidare Formulierung „es ginge was“, die mich stört. Auch sehe ich keine Möglichkeit, dass sich tatsächlich etwas physisch auf Beinen fortbewegen könnte „im rauschen dieser zwischenformation“, da sich dieses erstens eindeutig auf die Körper der Personen bezieht und zweitens die Szenerie eben aufgrund der bloßen Anwesenheit von „kippen“, nicht aber von ‚Klippen‘ zu wenig für eine Bezeichnung als „zwischenformation“ beschrieben ist.
    Das „vielleicht oder vielleicht“ am Anfang der zweiten Strophe gefällt mir zwar theoretisch als (möglicher) Ausdruck von Unzufriedenheit mit einem herkömmlichen Ausdruck, doch finde ich ihn etwas umständlich. Die nächsten beiden Zeilen hingegen gefallen mir (offensichtlich) sehr und sie sind es auch, welche ich für den eingangs erwähnten sphärischen Ton des Gedichtes verantwortlich machen würde, der sich für mich ab dieser Stelle für den Rest des Textes hält. Schade dann nur, dass in den übrigen vier Zeilen dieser Strophe recht wenig passiert. Die Klammer beispielsweise leuchtet zwar ein, doch bringt sie gar nichts neues. Den Gedanken dieser Zeilen verkürzen und noch eine schöne neue Sache dazu?
    In der dritten Strophe dann kommt der erste direkte Bezug zum Titel auf (zu den „leeren münzen“ habe ich nur auf den „umschlagplätzen“ eine ungefähre, jedoch reizvolle Entsprechung gefunden), der also u.a. „flaschenfüllen“ lautet. Dass aber gerade „das fengshui meines ausgelagerten hirns“ es besorgen soll, die Flaschen zu füllen, finde ich entweder sehr willkürlich (ich dachte erst, es sei etwas zu essen) oder unverständlich, weil ich persönlich nichts anfangen kann mit diesem ‚Teil der daoistischen Philosophie‘. Vielleicht habe ich da nachzuholen. Oder vielleicht braucht es doch einen leicht veränderten Aspekt der „gestrandeten“ Persönlichkeit, um schließlich auch Kontakt mit diesen tollen neuen „grossstädten“ aufzunehmen (was ich übrigens für einen äußerst passenden Schluss halte).
    Noch zwei kurze Sachen in den vorletzten Zeilen: Sollte es nicht entweder „die bedeutungEN […] zählen“ heißen oder „die bedeutung […] ABzählen“? Das kleine Wörtchen „müde“ finde ich etwas zu schwach, um zu erklären, warum die vorher beschriebene Möglichkeit ausgelassen wird.

  3. Lea Schneider schreibt:

    ich sekundiere kowkas meinung und füge hinzu: es gibt einige bilder in diesem text, die ich sehr mag. was ich aber noch nicht so gut finde, ist, wie sie miteinander kombiniert werden (was vielleicht auch daran liegt, dass es insgesamt zu viele bildfelder sind).
    was ist zb das „fengshui meines ausgelagerten gehirns“? da kommen gleich zwei dinge zusammen, einmal das fengshui, also eine sehr alte chinesische philosophie, die man vermutlich erstmal mit modern-esoterisch angehauchten inneneinrichtern verbindet (zu unrecht, aber das tut hier ja nichts zur sache. daoismus-lektionen gibts auf nachfrage bei der sinologin ihres vertrauens ;)). und dann das ausgelagerte gehirn, das an sich doch schon ein krasses bild wäre. ich kann mir beim besten willen unter „fengshui des gehirns“ nichts vorstellen – da wäre reduktion angebracht.
    das gleiche gilt für einfamilienhaus – nach verkehrberuhigten zonen UND kiesweg ist die szene klar, da brauchst du das gar nicht mehr.
    und dann gibt es so stellen, wo ein allgemeinwissen vorausgesetzt wird, das glaube ich gar nicht existiert, und wo die abgrenzung eben davon dann auch nicht gut funktioniert: trampelpfade zum beispiel, kreuzen die sich normalerweise nur an ecken? ist es nicht gerade das typische an trampelpfaden, dass sie sich immer wieder kreuzen, hin und her gehen? welche ecken haben die überhaupt? und bedeutung – kann man die zählen? eigentlich auch nicht. zumal es ja nur eine – die des heimwegs – ist.
    das doppelte „vielleicht“ finde ich auch nicht so gut. wie wärs, daraus eine frage und gleichzeitig einen impliziten anschluss an die erste strophe zu machen? z.b. so: „es ginge was im rauschen / dieser zwischenformation // sollten wir großstädte gründen / mit trampelpfaden am äußerden rand / verkehrsberuhigter zonen“.
    und warum wird in der letzten strophe mit „aber“ angeschlossen? ich sehe nicht, dass danach ein gegensatz zu dem vorherigen kommt. vielleicht kann man da die konjunktion auch einfach weglassen, würde finde ich gut in die stimmung von müdigkeit und aufgabe passen, die da entsteht.
    und nochmal zu diesem generischen plural, wie du ihn bei „leuchttürmen“ verwendest. das mach ich auch oft, aber eigentlich ist es nur ne einfache lösung, um bedeutung (oder schlimmer: pathos) zu generieren und sich um die unangenehmen artikel herumzudrücken. obwohl, artikel hast du ja dann sogar noch. aber warum dann dieser plural? ich hab selten mehr als einen leuchtturm auf einmal gesehen, so blöd realismusgebunden das jetzt auch klingt, das bild funktioniert irgendwie nicht. lieder „ein leutturm“.

    jetzt klingt irgendwie alles nur nach meckern, so sollte das natürlich nicht sein… wollte eigentlich vor allem ausdrücken, dass ich die szene, die da beschrieben wird, im grunde gut finde und glaube, mit ein bisschen bearbeitung an den inkonsistenten stellen könnte der text noch besser werden :)

  4. Tabea Magyar schreibt:

    hey. spätes danke für die kommentare, werde das aufnehmen und mich zurückmelden. einzige kurze anmerkung: plural bei leuchttürmen weil die auch für die kippen stehen können. was eine doofe erklärung meines eigenen textes ist. aber i couldn’t let it go :) grüss euch aus den bergen!

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