(ohne.

Und wenn die straßen vor dir alle sind
und die wochentage an der planke lehnen
wie gäste die sich verhalten
dann steigen kraniche aus den lichtkegeln
zurück in die trabantenstädte wo sie wohnen
immer und immer wohnen
das trottoir ist eine schiene aus ritualen
wie die finger an den fugen vom gästeklo
oder das offene gesicht am anderen ende
vom memory der schritte
jeder zweite ist das meer und china
liegt an der brücke im graben und weint
sometimes i feel a little verstört
denn es gibt solche solche und jene
es gibt d dur bohnenstroh und kraftstofffilter
was bleibt dann noch als die treppe zu nehmen
im innenhof die kartons zusammentreten
weitergehen die lippen schürzen
als hätten die stoffe einen neuen bezug

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5 Antworten zu (ohne.

  1. Linus Westheuser schreibt:

    w o w .

  2. Max Czollek schreibt:

    toller text! eins, zwei anmerkungen: die wichtigste zur form, wenige zum wortmaterial. eine stropheneinteilung drängt sich mir geradezu auf. vorschlag (mit streichungsvorschlägen in klammern):

    Und wenn die straßen vor dir alle sind
    und die wochentage an der planke lehnen
    (wie gäste die sich verhalten)
    (dann) steigen kraniche aus den lichtkegeln
    zurück in die trabantenstädte wo sie wohnen
    immer und immer wohnen

    das trottoir ist eine schiene aus ritualen
    wie die finger an den fugen vom gästeklo
    oder das offene gesicht am anderen ende
    vom memory der schritte

    jeder zweite ist das meer und china
    liegt an der brücke im graben und weint
    sometimes i feel a little verstört
    denn es gibt solche solche und jene
    es gibt d dur bohnenstroh und kraftstofffilter

    was bleibt (dann) noch als die treppe (zu) nehmen
    im innenhof die kartons zusammentreten
    weitergehen die lippen schürzen
    als hätten die stoffe einen neuen bezug

    … das ende scheint mir irgendwie zu holpern. da müsstest du vll. die grammatische struktur noch einmal überdenken. entweder das eine „zu“ raus, oder aber andere rein, oder??

  3. Maria Natt schreibt:

    lieber max,
    vielen dank für den kommentar. die idee mit der strophierung finde ich für den ersten teil auch gar nicht so falsch, aber zwischen „kraftstofffilter“ und „was bleibt“ kann glaub ich keine neue strophe anfangen, und eine super lange strophe am ende…..hmmm….nee. vielleicht komme ich aber auch drüber weg.
    da fände ich eigentlich eine generelle frage angebracht: warum strophen? was ist der vorteil? ist ein text nicht viel offener wenn keine strophen da sind?
    über die kürzungsvorschläge denk ich nach, im letzten teil machen die sinn.
    vielen dank

  4. Max Czollek schreibt:

    hmmhmm. naja. „warum strophen“ ist so eine frage… ich würde sagen, um den Text zu strukturieren. und das hat auch damit zu tun, dass ich nicht glaube, maximale offenheit nutzt einem gedicht. vielmehr geht es doch meiner Meinung nach darum, offenheit als gezielte Mittel einzusetzen. sonst wird es nämlich so redundand wie die zeilenumbrüche inmitten der grammatik, nur um irgendeinen mehrwert zu generieren. ich mag texte, die in strophen geteilt sind, weil sie meine aufmerksamkeit an die hand nehmen und mich durch das gedicht führen. außerdem, und das ist wichtig, kann so eine strophe die wirkung der bilder pontiert verstärken. bei einem einzelnen fluss besteht dir gefahr, dass alles so ein bisschen im allgemeinen eindruck untergeht.

    was denkste?

  5. Maria Natt schreibt:

    hmmm naja, du hast recht. vor allem das mit der vereinzelten pointierung. und im falle von diesem gedicht ist es vielleicht wirklich so, dass sich hier eine strophierung anbietet – im nachhinein. was ich an strophen oft bloed finde, findet sich dann eher im arbeitsprozess, also wenn man das gedicht von vornherein strophiert, ich krieg dann so einen fimmel mit der vorstellung noch mehr strophen zu machen, die in gewisser weise pointiert sind oder in sich schluessig oder irgendwelche ansprueche daran haben eine eigene strophe zu sein, das ist dann aber wohl eher ein persoenliches problem. was du sagst stimmt, und auf diesen text trifft das auch wohl zu, aber wenn der text bei seiner entstehung einfach so runterrutscht finde ich es sehr schoen den einfach rutschen zu lassen, dann zerhaeckseln strophen den text merh, dann opfer ich lieber ein paar starke stellen, fuer die erfahrung ohne punkt und komma durch den text zu rauschen und unten ganz durchgepustet herauszukullern…..ich merk grad dass ich den eigentlichen punkt nicht treffe und entscheide mich an dieser stelle einfach noch eine kleine weile weiter ueber strophen nachzudenken… bis spaeter

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