[träumerei in hellblau]

dicke luft in der landschaft, strommasten
füllen den schönsten zenit. windstärke? drei.
denkst das wetter, wie immer, mimöschen,
fühlt sich so schwach. all die hochhäuser,
schwimmer in dünnen hosen am see.
und weiter drin in der stadt zeig die stelle
am ellenbogen, wos mit uns hingeht.
was das denn soll, dieses wir vorzubringen,
eine kerze, dicht vors gesicht.
fahr zwischen die finger. rückbildung. ringe.
stehen sie zu nah? stehen ohne geräusch.
web deinen ehrgeiz in türme aus stahl.
und denk an die flauten, bitte, die sinken
verzeichne ihr hellblau, die rotierenden parks.

(mit georg heym)

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3 Antworten zu [träumerei in hellblau]

  1. Rebecca Ciesielski schreibt:

    ich mag diesen text extrem gern!!! ich muss aber sagen, dass diese begeisterung erst bei „in der stadt einsetzt“. das hat unter anderem damit zu tun, dass ich den reim von „höschen“ und „mimöschen“ nicht so gut finde. fällt raus. bzw. fällt viel zu sehr auf. achso,alles bis windstärke drei ist auch toll. warum genau mich das kölner umland stört, kann ich nicht begründen. stört mich aber. vollkommen unbegründeter weise. „um dich rum: das wetter hier“ fänd ich z. b. besser.

  2. Matthias Friedrich schreibt:

    Was mich (auch) an diesem Gedicht stört, ist der Reim, der sich zu sehr aufdrängt. „in dünnen hosen“ würde auch gehen, die Verkleinerung mit „-chen“ muss nicht unbedingt sein, es sei denn, sie ist beabsichtigt. Bezüglich der Windstärke-Angabe bin ich nicht sicher: Wenn das Wetter schon ein „mimöschen“ ist, warum diese zusätzliche Information? Natürlich kann man diese Doppelungen auch mit den „flauten“ in Verbindung bringen: Wiederholungen erzeugen Langeweile. Wenn man immer das Gleiche sieht, sehnt man sich nach Neuem. Ich kann also nicht richtig abschätzen, ob dahinter eine Intention steckt.
    Die „rotierenden parks“ finde ich wunderbar. Obwohl „maschinen“ ja eigentlich oft als Landschaftsverschandelung angesehen werden. Das sind irritierende Momente, die die Natur hinter der Technisierung für einen Augenblick sichtbar machen.

  3. Friederike Scheffler schreibt:

    vielen dank für die anmerkungen!! wiederholung war intendiert.
    und köln ist raus.

    spannend, was so ein reim für reaktionen hevorruft.

    ich nehme ihn -für heute- zurück. aber er wird kommen :)
    fröhlichen gruß.

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