[schemata, überhaupt]

schemata, überhaupt: saumselig dein genre. vom unterschied zwischen
elben und elstern. vorsichtig testest du die freuden der jagd. zwei körper
als fluchtpunkt, kompetenz. du unterscheidest, was wozu gehört. woher
die lichtungen, lücken im wald. verstörte schüsse, fehler im moos.
fixierst die stelle: fantasie. du treibst, ja richtig, ein doppeltes spiel.
diagnose mit weitblick. fabel ohne moral. das gesehene ähnelt rotwild
im winter. wehrt sich, noch mal ineinander verschlungen. eins ist dünner,
trägt depression. kämpft mit dem zweiten. du zögerst, nein, du jagst
sie nicht. schiebst deinen schutzfilm, intelligenz. ihre glieder
im dunkeln, ihren flaum. duckst dich, raschelst, weichst zurück.

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Dieser Beitrag wurde unter Friederike Scheffler veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu [schemata, überhaupt]

  1. snoopylife schreibt:

    Gefällt mir. Bei den „elben und elfen“ hätts mich fast rausgekickt, aber mit den „freuden der jagd. zwei körper…“ hattest du mich wieder. und warum? Der Rhythmus hat etwas Zwingendes. Ich hatte auch sofort Bilder im Kopf. Die Interpetation der Interpretation… Sehr gut, cum grano salis: Bei dem Wort „vermummten“ würde ich noch mal über das „n“ nachdenken :-)

  2. Alexander Makowka schreibt:

    Hallo Rike,
    Ich mag den Text gern und habe zunächst nur gegen Ende ein paar Anmerkungen:
    – „schutzfilm intelligenz“ finde ich schwierig, vielleicht weil ein so knappes und unvermitteltes Nennen dieses großen Wortes in Richtung Überheblichkeit klingen könnte
    – bei „vermummten gliedern“ scheint der Kasus noch nicht zu stimmen – das erste „n“ weg?
    – den akkusativ bei „ihren flaum“ verstehe ich auch nicht
    – zum „weichst zurück“: dieses Ende finde ich etwas schade, weil es, wie in dem einen oder anderen Text nicht nur von dir, eine für mich unbegründete, in diesem Fall wörtlich „zurück“ziehende Haltung am Textende darlegt, welche Teile der bis dahin stattgefundenen Aktionen relativiert; eine so kleine Änderung wie „weichst aus“ fände ich schon schöner, weil das erstens ins Wald-Jagd-Bild passen würde und zweitens in sich auch noch einen aktiven Handlungskern trägt (zusätzlich, hübsch hübsch, gäbe es einen klanglichen Zusammenfall mit „flaum“)

    Viele Grüße!

  3. Lea Schneider schreibt:

    „elben und elstern“ ist eine hundertprozentige Verbesserung! Ein paar Stellen in diesem schönen Text stören mich aber noch: „verstörte schüsse, fehlschüsse“ erschließt sich mir als Doppelung nicht – auch nicht über den Rhythmus, den ich mir zuerst als Erklärung gedacht hätte, für den es das aber nicht braucht. Würd ich durch was anderes ersetzten. Und: „das kann für alles mögliche stehen.“ – das geht mit dem selben Argument nicht, mit dem ihr zu meinem Köln-Text angemerkt habt, man dürfe in einem Text nicht schreiben, dass er nicht interessant sei, weil er sich damit selbst disqualifiziert – in einem Gedicht, das ja per Genredefinition schon mehrdeutig ist, zu schreiben „das kann für alles mögliche stehen“ – also, nee, das geht echt nicht ;)

  4. Friederike Scheffler schreibt:

    vielen vielen dank für die kommentare!!

  5. Yevgeniy schreibt:

    hab grad gesehn, dass du die freuden der jagd vorsichtig testest

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