frühstück: kalter hase

die unweigerlichen drei wahrheiten für diese woche:
zähneputzen ist die einzig maßgebliche struktur
gewürzgurken sind niemals in der überzahl
die kiste hat nichts mit der liste zu tun.
frühstück: kalter hase. alles was hilft ist ein dickes tongefäß
in das ich hineinlange, immer wieder hineinlange
alles was hilft sind milchkörper, beutelmasse und froschlöffel.
bevor ich gehe setz ich die große gefährlich brille auf
und betrachte meine großen gefährlichen kiefer in bewegung (yeah).
wenn ich frühs auf der straße bin, find ich´s krass, dass die bäume sich das trauen,
wenn ich spät auf der straße bin, haben die partikel zugenommen
bin ich ein wolfskrokodil, eine schaumstoffwanze
bin ich eine einzige fließende bewegung unter der absperrung
und die liste? hat damit nichts zu tun. ich wiederhole, die tür hat damit nichts zu tun.

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6 Antworten zu frühstück: kalter hase

  1. Friederike Scheffler schreibt:

    mein senf (bescheiden)

    ich bin noch nicht richtig zufrieden, maria.
    ich finde die tür als lösung für die letzte zeile nicht sehr stark-
    da waren am wochenende meiner meinung nach schon interessantere versionen im gespräch. und das (yeah) finde ich immer noch des streichens würdig.

  2. Linus Westheuser schreibt:

    ich finds total krass gut. gerade die kombo von poesie und flapsigkeit, das gestische, etwas unkonzentrierte an den betonungen und wiederholungen, das ist super und lässt diesen text einfach so passieren, wie wenn man aus der s-bahn steigt und einem etwas passiert. deshalb finde ich die tatsächlich relativ unspektakuläre tür auch vertretbar, obwohl da auch gut etwas anderess stehen könnte, solange es keine schwere beansprucht – und deshalb auch yeah zum yeah.

  3. Tristan Marquardt schreibt:

    das einzige, was mich stört, sind die aufzählungen. gar nicht, weil ich sie hier besonders störend finde, sondern weil sie in deinen texten so omnipräsent sind (zumindest in letzter zeit). manchmal habe ich den verdacht, dass die besonders ausgefallenen wörter, meist komposita (beutelmasse, wolfskrokodil etc.), dadurch irgendwie fresh wirken können, dass sie immer gleich in gruppen auftreten. das hat mir z.b. beim apparat-text (https://gdreizehn.com/2012/05/19/i/) noch gefallen, bei dem text hier fängt sich das verfahren dann aber etwas an auszuleiern, zumals ja wieder gleich zwei mal kommt. mir scheint es immer darum zu gehen, wilde randomness (statt wolfskrokodil könnte ja auch hasennatter, binsenwetter oder knisterdröhnung stehen) mit ausgefallenheit zu kombinieren, aber das ist mir dann zu sehr auf effekt angelegt, wenns immer auf die gleiche weise passiert (häufig ja auch in dreizahl). die aufgezählten dinge auf einer weiteren ebene im text zu verankern, den modus der aufzählung zu variieren oder auch andere, simplere dinge in die aufzählung zu integrieren – das wären vielleicht möglichkeiten, das ein bisschen aufzulockern.

  4. Helene Könau schreibt:

    ich finds auch suuuuuuper! das mitgenommen werden von etwas mitleid, zu naja, immerhin selbstironie zu immer abgefreakter und ueber alles hinweg. ja, es passiert! aber ich brauche dir tuer am ende auch nicht. oder ich versteh sie nicht und habe den verdacht, dass sie zu verstehen waere…

  5. Maria Natt schreibt:

    ok ich geb euch recht, die tür ist ziemlich notlösung. (anfangs stand dort ebenfalls liste, dann kam der vorschlag dort nochmal die kiste reinzuschieben) ich denke darüber nach.
    so jetzt zu tristans kommentar. das argument, dass ich eine ähnliche form von aufzählung schon einmal verwendet habe reicht mir gerade nicht aus. natürlich sehe ich ein das man das nicht zig mal auf die selbe weise tun kann, aber ich finde die wiederholung in wiederholung gerade gut. richtig erkannt, ich probiere mich gerade an diesem stilmittel aus. damit mehr zu variieren ist auch sinnvoll, das liefe wahrscheinlich auf eine ziemliche ausreizung hinaus, sprich mehr wiederholung, längere aufzählungen.
    was genau meinst du mit auf effekt angelegt? natürlich soll das einen effekt haben. und sicherlich sind die gewählten begriffe auch ziemlich wahllos. und was genau ist das problem mit den komposita? das ist mal wieder so eine rhythmus sache, ich finde aufzählungen in denen die einzelnen worte mehr silben haben klanglich einfach schöner. wo ich dir recht gebe: sie müssten nicht immer besonders ausgefallen sein. obwohl die kombination von ausgefallenheit und wilder randomness auch ein cooler effekt sein kann, den man meiner meinung nach auch in mehrere texte integrieren kann. warum nicht?

  6. Maria Natt schreibt:

    PS: weges des yeahs: get used to it.

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