G13 in der FURIOS

„Es blei­ben vor allem die Bild­haf­tig­keit und die Moder­ni­tät der Lyrik im Gedächt­nis. Viele Gedichte sind Moment– und Nah­auf­nah­men. Zwi­schen Wider­spruch, Absur­di­tät und Komik wer­den Unwör­ter unse­rer Rea­li­tät zur Schau gestellt und in neue Kon­texte gesetzt. Pen­del­ver­kehr, Abtropf­sieb, Sicher­heits­glas, Causa Strunk. Und dazwi­schen ein Liebesgedicht.“

Christopher Hirsch hat für FURIOS, das studentische Campusmagazin der FU Berlin, die letzte Lesung in der Lettrétage besucht und sich diversen Fragen gewidmet: Wer oder was ist G13? Ein Kollektiv? (Ja.) Ein Gewehrtyp? (Nein.)  Hier der ganze Artikel.

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„Gegenwartsbewältigung“ im ACUD

Am 14.6 liest Max Czollek um 20 Uhr in der Serendipity Gallery im Acud.
Zu hören gibt es Texte aus seinem Band „Druckkammern“.
Nähere Informationen könne hier eingesehen werden.

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[bassgrund deiner stimme]

historisch ungelehrtes
vorrücken eines schwergefährts
durchbebt den bassgrund deiner stimme
führt sie mit sich hinterzieht
die erdung ein gefühl des unzulangen
nebenangetriebenwerdens während
nebenan die erde bebt

es klingt vertraulich dieses raunen
welches jedem schritt ein übermaß
an umgewichtung abverlangt
und länger ausgelegte schatten
von alltagsgegenständen
mit körperteilen durcheinanderwirft

ich weiß nicht woher sitzgelegen
heiten halten mit samt etwas auf uns
als besitzer möchten wir vergessen
ohne hin zur prädemenz gewiegt
zu werden wie dem platz die straße
zementiert ist stimmen niedergehen
unterschwellig im gebrumm song wrrrong
und mir musik beweisen in der
weiterfahrt nach feierabend
art obwohl die decke bröckelt

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VIDEO: G13 beim Zeitkunst-Festival

Sechs Mitglieder von G13 haben sich fürs Zeitkunstfestival 2011 mit Arnold Schönbergs Komposition „Pierrot Lunaire“ auseinandergesetzt, die wiederum auf einem Gedichtzyklus beruht. Die lyrischen Antworten von Max Czollek, Maria Natt, Tristan Marquardt, Can Pestanli, Friederike Scheffler, Lea Schneider und Linus Westheuser hat Beate Baron gemeinsam mit der Sopranistin Olivia Stahn in Szene gesetzt. Ausschnitte von dieser Performance gibt es jetzt als Video.

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kater holzig

ich habe einen freund
der kann worte formen
mit dem mittelfinger

trägt den morgen in
seinen augen aus glas
herum als eine kerze

auf den blendziegeln
seiner kopfbedeckung
kondensiert das licht

schlaflos seit sommer
kürze ich ihm hemden
für die fallende brust

(für prokop)

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 4 Kommentare

s t r u k t u r e n

äsen können, dopplung einer pfütze im himmel
war das deins? manchmal kaut man auf sachen nur so rum
und sie gehören einem gar nicht.
wenn wir bloß schalen essen könnten. shakermaker wie
spuren in der scheibe, immer dabei.

das hat ja nichts mit dir zu tun, also
alles wand und ein loch metall verstellt (aber das
metall ist nicht das problem) darauf setz ich

einen brennenden rooibusch
motorisierten regen, wie zähne knacken die finger,
(lecker) eilig gekurbeltes spruchband über einem
arbeitsplatz. es ist nicht das subjekt,
das ein ereignis einzigartig macht, sondern die zeit.

und warum überhaupt etwas drücken muss. zwei
gespaltene hasen auf dem flugfeld, die lichter brennen
am tag in der grindallee

zu spät die vorstellung im korridor
bevor das tor verschlossen wird.
enttäuschung ohne getäuschte und täuschung
dann auflockerung, flocken (und dir
fallen wieder nur floskeln ein:)

der teufel hol die väter, nein
ich habe das alles genau so gewollt, dafür was es
nicht tut. äsen können, in der pfütze leben

s t r u k t u r e n

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 3 Kommentare

LESUNG: Tristan bei lauthals

Vielfalt ist das Credo der Veranstaltungsreihe „lauthals“, die am kommenden Donnerstag, 7. 6., um 20.30 Uhr im Kreuzberger Bethanien zum SHOWDOWN lädt. Musik kommt von „The Vagabond Stories“, die Leipziger „Tippgemeinschaft“ liest Prosa, Tristan sorgt für die Lyrik, und all das wird live illustriert von Roland Brückner. Vier Darbietungen für vier Euro, das lohnt. Herzliche Einladung!

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als hier das unsere weit und breit.

a: viele bäume ergeben noch keinen wald.
b: ich fühle mich allein zwischen zahlen. das ist nicht gerechtfertigt.
b: den wald trägt die buche in sich.
a: jeder baum hat kein selbst und ich bin aus lauter bäumen geschnitzt.

a: um noch ein mal darauf zurück zu kommen.
b: bin ich ein baum, wenn ich ein wald sein will? oder umgekehrt?
b: ich meine: wo beginnt der wald?
a: ja!

c: wälder taugen für identitätsschwelgerei, die so tut, als nage an ihr der zweifel.
d: wald und wald.
c: ein baum wäre mit sich identisch, wenn es ihn gäbe.

d: ein wald ohne bäume ist durchaus vorstellbar.
c: das wort ist baum, der satz ist buche.
d: drei bäume und der wald ist erst mal voll.

zur erklärung: die sonettform vergegenwärtigt uns, mit was für einem gewächs wir es wirklich zu tun haben. ähnlich ist der titel zu lesen. a ist wütend, b weinerlich, c röchelt und d vergisst immer wieder den text.

literatur:
baum und boden. alte fade, neue pfährten. wustrow: eberdingk und hüppfsch, 1853.
der wald, der wald. heiteres liedgut. randau an der ucker: mückermann 1939.
von ulmen und dolmen. pflanze und baum als strang und strunk. blatting: laber 1787.

Veröffentlicht unter Ilja Winther | 3 Kommentare

[transitivität und neigung]

transitivität und neigung, ein badender gott. umso leiser leiden,
unter den flächen kurz die strecke berührt. die man tauchen müsste
und wie ich heiße. blütenkraftwerke, durchtunnelt. nichts von dem
trüge weiter. ich sah diesen mann, wie mit flügeln beworfen,
in seinen kiefern schmuggelte er stein. ich kann das nicht halten.

trat einen schritt zurück und einen anker aus beton oder panzerfalle,
ich war in einer kassette eingeschlossen, einem transportmittel,
das mit jedem verrutscher am bauch eine marginale grenze überfuhr.
der text schien verborgen zu sein, er befindet sich an einem ort,
den ich nicht sehen kann. (zwischenspiel)

verbarrikadiertes gesicht, wegen sexualität. und so meine ich,
habe ich gramscis rätsel gelöst. transitivität, oder ich weiß nicht
wie mir geschieht. auf dem band kann man im hintergrund
erkennen, dass sie schon fünfzehn minuten verzweifelt gewunken hatte,
diese kleine struktur, die ich erst bemerkte, als sie zusammenbrach.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 3 Kommentare

„altbau unplugged“ als Poetryletter#225

Der Poetryletter Nr. 225 mit dem Text „altbau unplugged“ illustriert von Judith Sombray, geschrieben von Max Czollek. Bei Fixpoetry hier aufspürbar.

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