genegoismus/denn irritation ist das meiste

denn irritation ist das meiste gegen morgen
fiel mir auf: du hast die hände
meines vaters darunter zu verwalten
eine weitere schicht halbroher grundierung
die konstruktion der erhellung
mitten in die raumordnung hinein wie sich
die ausrichtungen retten durch generationen von
fallstudie zu fallstudie ein betasten aller induktionen
ein impressum gefüllt mit
ergänzungsstrichen und schleusen
am unteren bildrand hin zur signatur
des verursachers du hast
die hände meines vaters das ist
auf vielen ebenen verstörend und mindestens
auf einer vertraut hinter diesem stigma
knoten wir unsere topographien
enger von rendevous zu déjà-vu
das reziproke aus dir
und deinem nächsten du hast
die hände meines vaters
hinter unseren rücken erklärt

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4 Antworten zu genegoismus/denn irritation ist das meiste

  1. rebeccaciesielski schreibt:

    ja ich weiß…wieder ein theoriegedicht und relativ strange noch dazu.
    ich hoffe trotzdem stark, dass mir niemand mit inzest-interpretationen kommt…

  2. unmittelbarst schreibt:

    Ist Raumordnung absichtlich als einziges Wort groß geschrieben? Gefällt mir nach dem ersten Lesen sehr! Ich schaus mir gleich mal ausführlicher an, aber die Frage stellte sich mir erstmal.

  3. rubenmcloop schreibt:

    dann reihe ich mich mal ein in die spontanlesart:
    das Gedicht hat für mich beides: einen schönen Ansatz und zu viel Ballast. Der Auftakt ist schön, nach meinem ersten Eindruck verliert das Gedicht dann im Mittelteil an Konzentration und Geschlossenheit. „die konstruktion der erhellung“ und „ein impressum gefüllt mit // ergänzungsstrichen und schleusen“ erschließt sich mir nicht im Kontext und führt das Gedicht auf eine Ebene, die es am Anfang nicht hat „denn irritation ist das meiste gegen morgen“ verortet konkret etwas, was dann irgendwie abdreht. Das halte ich auch für DAS problem theoretischer lyrik: das sie die lyrische Dimension einer konkreten Ästhetik und intuitiven Eingängigkeit (als Funktionsweise moderner, veruneindeutigter Lyrik) verabschiedet. Wo steht ein solches Gedicht im lyrischen Sinn? Was will es sagen bzw. was kommt dabei rum?

    Ich nehme an, theoretische Lyrik wie diese bezieht sich auf einen Diskurs statt auf eine Außenwelt. Dieser Diskurs muss dann aber auch sehr konzentriert verfolgt werden. (selbst wenn „das ist // auf vielen ebenen verstörend“ die vieldeutigkeit einzieht – das halte ich für eine außrede ;)) Hier finde ich mit „impressum“, „reziprok“/“generation“ und „konstruktion der erhellung“ zumindest drei felder, die aufgeschlossen werden und mich dann allein lassen.

    Toll finde ich nun, nachdem ich mich mit dem gedicht immer vertrauter mache, die Rahmung der Hände und deren wiederkehr wie auch die dinge, die direkt damit in bezug stehen. An dem theoretischen Aspekt würde ich noch etwas feilen und eindampfen, worum es eigentlich gehen soll. (wie immer gilt dabei, dass dieser Eindruck darauf beruht, dass ich(!) den theroetischen zugang nicht finden konnte…)

  4. rebeccaciesielski schreibt:

    wow danke für den langen kommentar…ich muss mir da glaube ich auch noch wirkliche gedanken drüber machen. das gedicht entstand nachdem marie meinte, dass sie gerne gedichte von mir in ihr nächstes stück involvieren würde und ich mir einfach das nächste thema, das ich spannend fand gekrallt und „umgesetzt“ habe. ich hätte das gerne am freitag besprochen, bin aber nicht schnell genug von der lesung weggekommen. vielleicht das nächste mal…danke für die ausführliche kritik!

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