die nadel im himbeereis

bizarre stillleben, das. scharfe kanten als straußen,
wie beine am tisch. ein zweimalzwei ums eck, im
axthieb von einem augenblick, du hältst dicht.
die prager spitzen zwischen falten im kopf,
ein weinerlicher zug. ob das, nein ob, ich meinte bloß
hey. hey du. das entscheide ich nicht allein.

und oh die affen. affirmation einer
goldenen, umherschweifenden anfreundung, wie?
gelegen. ich meine das könnten jetzt wirklich auch
tiere sein. abstraktes, gut gesehen,
oder einfach nur hoch aufeinander getürmt.
unter räumen, so dumm wie blumen: auf, zu.
die kritik kommt diesmal von ganz weit draußen.

die nadel im himbeereis

verstehst du? es ist 2 uhr 24, ich schiebe einen
mechanismus vor mir her, neuralgisches betteln
für nichts und wieder für später, eisigkeit, verschulung
im tiefsten wochenende. hier ist jedenfalls
nichts mehr drin. also would it be worth it, after all,
if one should say: es ist sonnig, es ist warm, aber ich
komm grade runter und geh nicht zur arbeit.

ja! nochmal: diese tiere tragen elternkostüme.
sie haben sich das alles auf der fahrt erst ausgedacht.
ich war vorhin da, es hieß 60490822. ohne weitere
verarbeitung hätte alles hier einen ekligen film am rand.
notiz: furchtlosigkeit (ein ausrufezeichen). die kritik
der stimmung ist die voraussetzung aller kritik.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 9 Kommentare

[matruschka]

unten am stück schwaden, berserker
das landete auf der ausfahrt deiner zustände
kuchen eben, öfen grasen einer mitte zu
zwinkern indigotin, äußerst gutwillig
du magst schichten, jeder aller figuren aufwarten
personalien, die eine tätschelt lsd-rosen, repetiert
fußtritte, matruschka, kommen kleinlaut zu stehen
ziehst sie notfalls ab, stellst sie einander nach
der modus ebene wird wald oder oben seicht
bohrinsel, schleckst mal harz mal zunge
erwartest hinterm säuseln deinen einsatz
es gibt mindestens zwei borkenkäfer, doxa
weitere kitzeln uns verwegen den lack ab
exzess, du stülpst sie über, nimmst sie mit

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

[der golf fährt nicht mehr]

der golf fährt nicht mehr
florian illies knattert noch
als smartphoneapp verfügbar

e zivilisten lungern rum, hundertschaften
schonen sich für das spiel, in kiel leben
weltmeister, bestimmt, wie auch anderswo

Veröffentlicht unter Florian Zimmer-Amrhein, TEXTE | 2 Kommentare

Linus bei Bella triste Release-Lesung, Do 26.7.

Die wunderschöne Bella triste Nummer 33 erscheint nächsten Donnerstag, erstmals mit G13-Beteiligung und erstmals mit einer Release-Lesung in Berlin, genauer im ‚Nest‚ am Görlitzer Park, um 21:00.

Prosa: Andreas Thamm | Lyrik: Linus Westheuser | Szenische Lesung: Laura Naumann.
Herzliche Einladung!

Und so sieht das aus:

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„erschlossenes Land“ am Sonntag, den 15.07, 20 Uhr

Diesen Sonntag ist es wieder so weit!! Nach mehr als einem Jahr führen Rike, Mary und Max ihre Reihe imperialistischer Lesungen in die zweite Runde. Anlass ist diesmal die Eröffnung von „Art und Weise“, Leinestraße 48.
Bereits während der EM erlangte die Bar einen zweifelhaften Ruf als „Walter Frosch EM Club“. Nun schlägt sie ihre kulturellen Widerhaken in den Berliner Süden. Ein durchaus passender Anlass für eine solche Lesung.

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[bildverstrickung]

bildverstrickung, brainpool, graue clouds
vereinzelt staus, die suchmaschinen schätzen
pingrate, spamerguss im rechenfluss
computerpark, der blackboxkopf gefickt
vom faktenzeugungsakt, nanosekundentakt

horizontverschmelzung, speicherung, vernetzen
mindmapmuster steigen, zeigen, wo der server hängt
surfgewohnheiten, breitengrade gangbar hingeschwenkt
im streetviewzoom, heimatmythos, tradition heißt sterben
lernen, das verständnis von der sache, vorratsdatenboom

potenzen der replikation, der orbits, bits and pieces
zirkulieren, hirnstromwellen schwellen, werte auf
den cyberfarmen, züchten ureinwohner informelle
pfropfen und hybride, updatetrends gen zellenkur
liquider lenz der hermeneutik, schwarmintelligenz

Veröffentlicht unter Florian Zimmer-Amrhein, TEXTE | 5 Kommentare

syria is not a roman arena

der hybris halber: bunga bunga
ädrige erektion gegen strukturarmut
1 sendemast, 1 satellit, 1 endgerät
1 network under god, zu gast bei freunden
der volksmusik, passend: fernöstlich, antik
flimmert frieden, elektro punktiert
die membran, das organische gestern: z.b.
blähbauch, migräne, schmerzen im leistenbereich
von unmöglichkeit sprechen, von unweisheit
breitbandgeschichte, binärcode
fragen der [laɪt]fähigkeit

Veröffentlicht unter Florian Zimmer-Amrhein, TEXTE | 3 Kommentare

samson

siehst du die zwerge
mit den gartenfackeln
sie werden dich verraten

steigen die wendeltreppe
deines körpers hinab
schneiden dir die haare

wenn sie dann schlafen
treibst du ihnen erzstollen
in das bebende gelenk

trägst eine eichenkrone
als die vorgärten kollabieren
dich kichernd begraben

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 3 Kommentare

johannes agnoli

meiner alten universität
nähere ich mich
mit dem rücken voran

an den gärten vorbei
die ich enteignet habe
vor einigen jahren

mit einer attitüde
die mich größer macht
als spektakulärer herbst

überliehene bücher
in meinem rucksack
gute pflastersteine

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 10 Kommentare

LESEREIHE: meine drei lyrischen ichs

Am Donnerstag, den 28. 6., ist es soweit: München hat eine neue Lesereihe, die sich ausschließlich neuer Lyrik widmet. Drei Mal im Jahr laden Walter Fabian Schmid und Tristan Marquardt drei Lyriker/innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum ein, die erst einen oder noch keinen Band veröffentlicht haben. Die Angst vorm Neuen fürchten lehren – das ist das Credo.

Den Anfang machen Sascha Kokot, Max Czollek und Markus Hallinger.

28. 6., 20 Uhr | Kulturzentrum Einstein, Einsteinstr. 42 | U 4/5 Max-Weber-Platz | Eintritt: 5 / 3

Am 1. 11. geht es dann weiter mit Martina Hefter, Daniela Seel und Andrea Heuser.

(Illustration: Claudia Schramke / ku-mo.de)

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