Mail an N. – Variation-

Mail an N. – Variation-

so eine ungesäuerte stimmung
gibt es breit für auf die ohren
autobahn und wüstenrauschen
in den zedern ‚leise zieht‘ das
steht geschrieben trockenzeit
‚durch mein gemüt‘ fast wie die
häuser umgekehrt nach krumen
für das opferfest ‚bloß ohne hefe /
wäre uns genug gewesen‘ diese
stimmung ungesäuert gegen
abend so als wären traditionen
abgebogen kurz vorbeigeschneit
ich trage pumpernickel im gepäck
die kopfhaut bedeckt zum tanzen
unter zedern dort wo ich mich
verheddert habe mit dem text

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | 21 Kommentare

wie wir zusammenhingen

wie wir zusammenhingen auf knopfleisten
neben den lichterketten der autobahn
nachts auf einen sommer warteten
indem sie uns sagten
die haut kann man mitessen
indem wir füllten
was im kleinen blieb, in pflaumen

das hielt dann fast ewig, ließ sich abpacken
für halbe jahre vernäht in plastiktüten
verschluckt vor langstreckenflügen
die vielen fälle in wortlosigkeit
und so mein weggehen in diesen februar
indem wir kleinigkeiten fanden
in allen fällen

Veröffentlicht unter Lea Schneider, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Mail an N.

Mail an N.

so eine stimmung gegen mittag
liegt warm auf meinen ohren
vor dem fenster rauscht die
wüste verfänglich in den ästen
der zedern ist trockenzeit

‚leise‘ steht geschrieben ‚zieht
durch mein gemüt‘ ein geruch
ich atme ein / in den häusern
suchen sie brotkrumen opfern
fingerspitz dem salzkristall

diese stimmung gegen mittag ist
ein gefühl beinahe allegorie liebe
N. ich habe zitronen bananen
im gepäck die sonne
auf der haut

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

heute

die Szene knirschen
lassen – Lachen und
Sein so nah bei
einander –
nachts Blicke aus
schenken in der Bahn
das Sudoku

(wenden)

Veröffentlicht unter Helene Könau, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

ich bin verliebt in die großen vögel

besonders wenn es warm ist in der nacht gehen sie ein und aus bei mir
ich liege mit den geschlossenen augen an ihren krallen ich saufe die architektur
was bin ich geworden dass ich hier bin ohne stöße in der luft und verliebt?

jede wand ist ein schirm für bilder in meinem park
steht ein vergoldeter hirsch auf kunstrasen sein fell ist bedeckt
mit der scheisse der vögel was bin ich geworden?

meine fühler gehen ins erdreich ich
versuche nur betrunken mich gerade zu denken
ich suche das stampfen im boden
______________

ich liege in meinem bett ein schirm sind die wände ich schreibe
F U C K an jede einzelne in der stadt fällt der schnee dann die streu
dann räumen sie den schnee dann saugen sie die streu die straßen

sind leer und warm und überall kreisen die vögel
sie nisten wie haufen von trockenen krusten an den häusern es geht
ein wind so sanft und böse dass einem die gedanken schlingern
___________________

was bin ich geworden ich will mich gerade denken aber
es wuchert mir überm kopf die sonne gibt sich hin in quadraten aus obst die
flecken kleben in der ganzen stadt ich will sie lieben die stadt aber

ich liebe die großen vögel und wie es wuchert aus den leeren häusern
das licht ist eine trockene kruste auf den leuten im bus und
ich liege im bett und ich warte auf den tag ich warte auf die nacht

ich halte mein fenster weit offen an allen tagen
denn ich bin verliebt in die großen vögel
immer nachts sind sie bei mir

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar