LESUNGEN IM HERBST

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Der Herbst wird lyrisch! Wir freuen uns über gleich drei Debütbände von G13-Mitgliedern: oh schwerkraft (Linus Westheuser), der rest ist resonanz (Rike Scheffler) und Invasion rückwärts (Lea Schneider). Und dazu gibt es in den nächsten Wochen jede Menge Lesungen, Buchparties und Performances, in Berlin und anderswo, im Dialog mit bildender Kunst oder Musik, mit G13-Autor_innen und vielen frischen Texten – seid herzlich eingeladen!

Kommende Veranstaltungen

20. November, 20 Uhr, Einstein Kultur, München
Rike und Lea lesen gemeinsam mit Daniel Bayerstorfer bei Münchens Lesereihe für junge Lyrik meine drei lyrischen ichs, moderiert von Tristan Marquardt und Tillmann Severin. Der Raum wird, wie bei jeder Lesung, von einer Künstlerin oder einem Künstler bespielt, sodass die Texte mit einer temporären Ausstellung interagieren.

22. November, 20 Uhr, Literaturhaus Villa Augustin, Dresden
Lea liest beim Finale des Dresdner Lyrikpreis gemeinsam mit den anderen nominierten Lyriker_innen aus Deutschland und Tschechien und freut sich über Unterstützung und bekannte Gesichter vor Ort!

27. November, 18 Uhr 30, Bayerische Landesvertretung in Berlin
Tristan stellt gemeinsam mit Christian Schloyer und Lydia Daher die Poesie und Musik aus Bayern. Das Ganze findet statt im Rahmen der Reihe “Poesie aus den Ländern”, die, organisiert von der Literaturwerkstatt, schon das ganze Jahr über läuft.

12. November, 20 Uhr, ACC Galerie, Burgplatz 1+2, Weimar
Dritte Ausgabe der Kooperation von Babelsprech und ESP.international (hier). Diesmal mit Tristan Marquardt, Heike Fröhlich (München), Pablo Haller (Luzern), Florian Liesegang (Halle), Mario Osterland (Erfurt), Patrick Siebert (Erfurt) und Maik Pevestorff (Jena)

Vergangene Veranstaltungen

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7. Oktober, 20 Uhr, Volksbar, Berlin
Max und Lea lesen gemeinsam mit Juliane Linck und Lisa Eckart im Rahmen der Ersti-Tage an der FU Berlin. Es gibt neues, noch ungehörtes und im Anschluss ein Gespräch über literarische Orte und Anschlussmöglichkeiten in Berlin und Fragen wie: Warum eigentlich Lyrik und nicht lieber Ski fahren?

22. Oktober, 20 Uhr, Dock 11, Berlin
Die offizielle Debütparty! Linus, Rike und Lea stellen ihre Bücher vor. Was gibt es da? “a dancer convincing summer to stay”, einen Ort, “wo die kühe hingehen, wenn sie abgelaufen sind”, eine “kleine ente mit revolver voll glück” und viele, hoffentlich viele Lichterketten. Kommt alle, es wird groß!

1. November, 18 Uhr, Neue Nationalgallerie, Berlin
Zusammen mit Bling Bling Recycling gibt Tabea einen Performance/Workshop in der Neuen Nationalgallerie, Berlin, im Rahmen des Festival of Future Nows des Instituts für Raumexperimente von Olafur Eliasson. Der Workshop basiert auf dem Langgedicht BLACK TRIANGLE der dänischen Dichterin Mette Moestrup. Der Eintritt ist frei, Vorkenntnisse und sind nicht nötig! Lyrik meets Performance – wir freuen uns auf euch!

15. November, 20 Uhr, Herbstlese, Lyrik im ORi, Berlin
Maria, Max und Lea lesen gemeinsam mit Lutz Steinbrück und einigen Überraschungsgästen im ORi – “mehrstimmig und wunschlos verdichtet.”

17. November, 20 Uhr, FC Magnet Bar, Berlin
Lea liest gemeinsam mit der österreichischen Lyrikerin Eva Schörkhuber beim Literatur Magnet, der neuen Lesereihe des Verlagshaus J. Frank, an einem der möglicherweise ungewöhnlichsten Orte für Lyrik: einer Fußballkneipe.

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ruinen von ani

das radio wird zum empfänger
für unermüdlichen wind

die erdoberfläche
ist ein unzuverlässiger speicher
sagst du für lebendiges

der sand hält die finger
hinter dem rücken überkreuzt

unser wievieltes troya
wie oft haben wir uns erkannt
in zufälligen knochen

der frage wo das dorf war
wo die steppe zum verdursten

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 2 Kommentare

[in einem element, das kennen sie schon]

ich habe mir ein imperium aufgebaut
eine prise staaten, den hang zum brot
habe ich überdacht, eine gute idee, durst
mein vorgehen hat mit vergebung zu tun
man gebe, während sie alle tropfen schlecken
eine kleine kollektive ekstase hinzu
so können die flüsse beginnen zu baden
der absolute große zeh
meiner sollte hier als vorbild dienen
entzieht die ströme ihrem enthobenen prinzip
in einem element, das kennen sie schon, was fehlte
ich, ein bescheidener zusatz im einflussbereich
gleiches nun durch gleiches preisen, halten wir ein
wir hatten autarkie schon erfunden
bevor sie uns ins wort viel

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[gratulieren als form]

komplizenschaft, gratulieren als form, danke, dein gedanke
wir sind im raum, eine fraktion, die dinge mit uns
in ihnen die unmöglichkeit moralischen erscheinens
nehmen sich nicht wichtig, bananen im granulat
veranstalten teilchen, süße, obstiges gewöll
wir atmen, atmen ins rund, kern der totalen funktion
in der luftröhre wird die geschichte der dinge akut
im nackenbereich liegt der beginn unserer gleichsetzung vor
wangengruben als raum, affekt, frieden finden statt
dabei die affirmation, mus einer verirrten zugehörigkeit
wir ist im raum, um begnadigt zu werden, handwäsche
die dinge, die früchte, der richtige weg

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[die beschmutzung...]

12.11.14

die beschmutzungen von innen
nach aussen wegmachen
-
hissen wir flaggen
der sauberkeit
-
ist es ein guter tag
werde ich rückwärts gehen (für dich)
-
dass sich dabei auch schirme
in erinnerung drängen
-
ich verschmerze nur schlecht
was ich verlor
-
in diesen vier wänden
horten wir autarkes verständnis
-
die gäste benutzen meist
als berührungspunkt ihre hände
-
die vermutung dass andere ebenso sind
und fühlen wie ich
-
beschämend, dass man glaubt
ich ähnle meinem portrait
-
das ritual der wetternachrichten
zur beruhigung der löcher
-
vielleicht ist das einzige das ich nicht will
mich selber halten
-
vielleicht ist das einzige, das ich will
mich selber nicht halten

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

[die karren, die karren!...]

6.11.14

die karren, die karren!
wir brauchen mehr pyrotechnik!
-
eben habe ich deinen kopf
lange gehalten
-
unterscheiden zwischen
museum und spielzeug
-
vor allem im notfall sollte man’s
bei den händen belassen
-
bitte behalten sie
ihren gürtel beschleunigt
-
von dem was du getan hast
war ich nicht abgelenkt, eher zerstört
-
am dranbleiben habe ich
reges desinteresse
-
und sprechen kann ich nur
wenn egal ist worüber
-
hier sehen wir
was ich normalerweise verliere
-
und hier sehen wir mich
beim verlieren

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

vinha del mar

die sonne steht in einem gesunden verhältnis
neben das fliegengitter hat sich einsicht gekauert
hinter ihr bleibt eine schlaufe vergessen, eine welke
zuversicht versteht sich auf synthetische weise
ist weder blatt noch blüte, läuft eher stengel, zellulär
ins abseits hat sich schmächtig erholung gepflanzt
die sonne natürlich, die schlaufe, das gitter

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[objekte gibt es zweierlei...]

21.10.14

objekte gibt es zweierlei: solche, die man in die hand nehmen
und solche, auf die man klettern kann.
-
was ich an ihnen am meisten liebe
ist ihre absenz.
-
nehmen wir diesen stuhl und taufen ihn in einem kollektiven
prozess: am ende heisst er mutter.
-
le stylo, ce n’est pas mon ami
il n’a pas fait ce dessin.
-
in einer vorstellungsrunde sagt jemand sie sei daran interessiert
ihr eigenes monster zu finden.
-
morgen werden wir die präzision vergessen haben
in der wir uns gerade befinden.
-
kindergarten, der grosse nussbaum
wieviel gestaltungsmöglichkeit.
-
hinter dem gebäude hast du mich eingeholt
dafür habe ich mich später geschämt.
-
wir sehen hier manches berührt
anhand von juleks pullover.
-
es gibt gelegenheiten und brüche
ich mein, auf beiden seiten.
-
meine pläne möchte ich ändern
sie sollen aufhören herumzuspazieren
-
nie kam der sandmann zu mir wie wäre
er als mentorin

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