[jetes nak]

jetes nak, wens algab schabt an leisen priseln, is tik
forchte oder schman. sieben deuchte zwi im fuseln,
schibte bibes, tu drauf tu. dann dote di zweigte, klüte
im sam, al raam. wanat dihl. zig ich zig, ban di zügle
einer piechen, tramdahnsünte partikal. spazi feichte,
dat es sperne keinte, kunte, oder bühnte, im fanal.

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PUBLIKATION: Leas Debütband “Invasion rückwärts” ist da!

Photo: Das ging schneller als gedacht: Leas Debütband "Invasion rückwärts" ist seit eben aus der Druckerei! 85 Seiten neue Lyrik, die ein bisschen so funktioniert "wie Lösungsvorschläge für einen Rubik's Cube" – wunderbar illustriert von Andreas Chwatal und ebenso wunderbar gestaltet von Andrea Schmidt. Bestellen könnt ihr dieses schöne Buch hier: http://www.belletristik-berlin.de/invasion-rueckwaerts/

Das ging schneller als gedacht: Leas Debütband “Invasion rückwärts” ist seit eben aus der Druckerei! 85 Seiten neue Lyrik, die ein bisschen so funktioniert “wie Lösungsvorschläge für einen Rubik’s Cube” – wunderbar illustriert von Andreas Chwatal und ebenso wunderbar gestaltet von Andrea Schmidt. Bestellen könnt ihr dieses schöne Buch hier.

Update: “Invasion rückwärts” wurde für den “The Beauty and the Book”-Award der Frankfurter Buchmesse nominiert. Wenn euch Gestaltung und Illustration gefallen, könnt ihr hier für das Buch abstimmen.

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34 x h; 10 x [ts]; 1x bewegung

die bewegung gelangt erst zum ende wenn sie
flächig wird: zur stoßzeit von kopf bis fuß jubel
die brandung im supermarkt an und aus: preise
glänzen über die verpackungen hinweg als wären
die flüssigkeiten zu greifen und die haushaltsware
ein braver sohn: regen steigt auf die straßen laufen
nach der uhr lauter wände laufen aus der sicht
hinein: es öffnet sich ein himmel ein zweiter: die
bildschirme sind uns ganz ausgeliefert sie lesen
die stadt wie eine reihenfolge: tausend baustoff-
farben in gleise geflüstert: stieben kinderschwärme
bei anbruch ins licht geht ein chevrolet auf hinterm
horizont: was kann den mieten schon im weg
stehen: falsch ausgelegte straßen entdeckungen
die zurück schauen: bricht sich urin schillernd
unter sirenen: am rande der arbeit ist die metro-
pole am äußersten rand der anfreundung: wo
sonnen einer lokalen arithmetik folgen desinfektion
das parterre flutet: lack auf den blüten wie höcker
flackern die narzissen im verkehr: wer am meisten
pflanzt kann anspruch geltend machen: propaganda
sagt du: hüte die nachtschlafenden wagen ausgänge
weisen alle richtungen: es bleiben genug übrig.

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

[hätten wir uns an schü...]

hätten wir uns an schü, schüwäne gehalten
haben wir nicht. stattdessen wachsen da bäuche
bunt bemalt und in den bäuchen stecken stäbe
lang und zugespitzt. aus verschiedenen winkeln
treffen sie auf auf die bäuche, wie speere
auf schilder treffen (aufauf!).

mir geht es so: im moment der berührung
werden die bäuche zu eis. (ich bin sicher)
die landschaft spürt, dass ich fremd bin.
in einem anderen zusammenhang
hätte das krieg bedeutet.

mich entlarvt diese milde umgebung.
ich habe ein zufahrtsrecht, das du
nicht in anspruch nimmst. da war etwas
mit scham: du hast mich gefragt
ob ich meine (ur)grossmutter kannte.

sie alle haben soviel mehr recht als ich.
wenn ich flieder plücke befällt mich eine ahnung
und gehe ich  im kreis, spricht
aus kleinen bewegungen schuld.

hätte ich einen speer, was würde ich damit anfangen?
hätte ich einen speer – ich wollte damit niemanden gekannt haben.

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar | Ein Kommentar

not much is needed, she said
if you’re an artist you rent a studio
she said. an empty white room
where the time passes accumulates
lists stained sheets of paper that represent
the impossible amount of things
you earnestly plan to do every day.

If you extend your sensorial awareness
through the walls your fingers
leaf-like in the wind and the sun
you reach your blood-lines find
true identity in the conceptual thought
of the 60s and this will be your art (yeah).

But when your lover leaves you
you discover the clouds in your coffee
and the vortex at the end of the cup
you become obsessed with the void
and you paint your fingernails black, all but one, black –
and this will be your art, she said.

You found one of these glass-prisms
on a flea-market and you use it
to channel the colours into a stream
of stubborn and solid disinterest.

Once, you brought the unfinished things
to your studio and piled them up in a corner.
there it was your installation, finally threatening
to fall and you looked at the friendships
you’ve left behind your families
in different countries there was no other option
or so it seemed at the time then to stop speaking.

Once again, you’re inclined to identify
with the solitary man wandering the streets
of new york roaming an illegal migrant
a serious artist like you but a real person
leading a life you can never live
because you do own a studio
and were born in the midst of a dreamy continent
where life is full of potential 
whose actual weight you do not carry yourself,
blood-lines, indeed.

After all, you’re capable of reproducing
the material feeling of a nightmare
you frequently had as a child. a large white room
with a bed so small stuck far away in a corner.
there you lie try to open your eyes
but all you can do is open one so now
everything atteins monstruos, strangely
distorted proportions and you can see
barely see the dark tiny door
at the other end of the room.

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

club der visionäre

in meinen augen über maßen stapelten sich zedern
mein tempel war über die planungsphase hinaus

am inneren feigenbaum gerüttelt und aufgegessen
ich wusste nicht du wolltest auch etwas davon

fell hatte ich umgelegt verschaffte mir zutritt damit
denn die türsteher waren blind wie linsensuppe

drinnen wollte ich mich in einem walfisch verstecken
durchschaubar war das soda, keiner kam vorbei

ich erreichte den verkehrten eingang ohne rückblick
und ein security mit flügeln verpasste mir hiebe

mit meinem eigenen exodus hatte das nichts zu tun
kam ich zu mir auf einem weichen stück straße

Veröffentlicht unter Max Czollek | 3 Kommentare

[tags, was geschah]

tags, was geschah, wenn strahlen die straßen entrollten, alles zeug
seine farben anzog. wenn ich schlief, schlafen ließ. fuhr, wo ich
las, in straßenmitten, sätze aus gedankenstrichen. wenn ich, wie
sonst nur gras, gras war, kartograph im sachgebiet x, utopie. das

trara, wenn halme sich ballten zu büscheln, weil zeit sich vertat.
sommer kam, ging ins knie. kaum keimte die zwiebel im korb,
wähnte sich nahrung natur. schublade, die in ihren trieben nie
vorkam, öffnete sich, windiger schritt, betreten der flur. geistern

im schilderwald, der richtung erst zeugt und dann zeigt. wühlen
im menschenschlag, der sich weigert, dann beugt. dieser punkt
ein defizitäres heute, fingen träume an, so sehr zu rasen, dass
landschaft nicht nachkam mit laden. mondbefleckte anbandlung

verdeutlichte, unter brücken und büschen, genese im bildsinn. dass
viel geschah, aber wenig konkret war auf dem rest der planeten. und
dann begann die musik. lichterkette im garten nie gekannter nach-
barn, ging an. lila duftkerze nahm angst vorm allergischen anfall.

bekanntschaft kam, teilte sich durch die bar. bei gebotener vorsicht,
dass das, was der abend zu bringen gedachte, klar war, stieg rauch
auf, vom grill. nur schattenwurf schrieb lieder. und ich wusste nicht
mehr, war es, war ich erwacht, noch immer nacht oder schon wieder.

Veröffentlicht unter Tristan Marquardt | 4 Kommentare