LESUNGEN IM HERBST

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Der Herbst wird lyrisch! Wir freuen uns über gleich drei Debütbände von G13-Mitgliedern: oh schwerkraft (Linus Westheuser), der rest ist resonanz (Rike Scheffler) und Invasion rückwärts (Lea Schneider). Und dazu gibt es in den nächsten Wochen jede Menge Lesungen, Buchparties und Performances, in Berlin und anderswo, im Dialog mit bildender Kunst oder Musik, mit G13-Autor_innen und vielen frischen Texten – seid herzlich eingeladen!

Kommende Veranstaltungen

27. November, 18 Uhr 30, Bayerische Landesvertretung in Berlin

Tristan stellt gemeinsam mit Christian Schloyer und Lydia Daher die Poesie und Musik aus Bayern. Das Ganze findet statt im Rahmen der Reihe “Poesie aus den Ländern”, die, organisiert von der Literaturwerkstatt, schon das ganze Jahr über läuft.

12. Dezember, 20 Uhr, ACC Galerie, Burgplatz 1+2, Weimar
Dritte Ausgabe der Kooperation von Babelsprech und ESP.international (hier). Diesmal mit Tristan Marquardt, Heike Fröhlich (München), Pablo Haller (Luzern), Florian Liesegang (Halle), Mario Osterland (Erfurt), Patrick Siebert (Erfurt) und Maik Pevestorff (Jena)

Vergangene Veranstaltungen

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7. Oktober, 20 Uhr, Volksbar, Berlin
Max und Lea lesen gemeinsam mit Juliane Linck und Lisa Eckart im Rahmen der Ersti-Tage an der FU Berlin. Es gibt neues, noch ungehörtes und im Anschluss ein Gespräch über literarische Orte und Anschlussmöglichkeiten in Berlin und Fragen wie: Warum eigentlich Lyrik und nicht lieber Ski fahren?

22. Oktober, 20 Uhr, Dock 11, Berlin
Die offizielle Debütparty! Linus, Rike und Lea stellen ihre Bücher vor. Was gibt es da? “a dancer convincing summer to stay”, einen Ort, “wo die kühe hingehen, wenn sie abgelaufen sind”, eine “kleine ente mit revolver voll glück” und viele, hoffentlich viele Lichterketten. Kommt alle, es wird groß!

1. November, 18 Uhr, Neue Nationalgallerie, Berlin
Zusammen mit Bling Bling Recycling gibt Tabea einen Performance/Workshop in der Neuen Nationalgallerie, Berlin, im Rahmen des Festival of Future Nows des Instituts für Raumexperimente von Olafur Eliasson. Der Workshop basiert auf dem Langgedicht BLACK TRIANGLE der dänischen Dichterin Mette Moestrup. Der Eintritt ist frei, Vorkenntnisse und sind nicht nötig! Lyrik meets Performance – wir freuen uns auf euch!

15. November, 20 Uhr, Herbstlese, Lyrik im ORi, Berlin
Maria, Max und Lea lesen gemeinsam mit Lutz Steinbrück und einigen Überraschungsgästen im ORi – “mehrstimmig und wunschlos verdichtet.”

17. November, 20 Uhr, FC Magnet Bar, Berlin
Lea liest gemeinsam mit der österreichischen Lyrikerin Eva Schörkhuber beim Literatur Magnet, der neuen Lesereihe des Verlagshaus J. Frank, an einem der möglicherweise ungewöhnlichsten Orte für Lyrik: einer Fußballkneipe.

20. November, 20 Uhr, Einstein Kultur, München
Rike und Lea lesen gemeinsam mit Daniel Bayerstorfer bei Münchens Lesereihe für junge Lyrik meine drei lyrischen ichs, moderiert von Tristan Marquardt und Tillmann Severin. Der Raum wird, wie bei jeder Lesung, von einer Künstlerin oder einem Künstler bespielt, sodass die Texte mit einer temporären Ausstellung interagieren.

22. November, 20 Uhr, Literaturhaus Villa Augustin, Dresden
Lea liest beim Finale des Dresdner Lyrikpreis gemeinsam mit den anderen nominierten Lyriker_innen aus Deutschland und Tschechien und freut sich über Unterstützung und bekannte Gesichter vor Ort!

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Zwischenstand: Gescripted

haben wir unsere Arme aus dem Fenster gehängt
die letzten beziehbaren Götter
Draußen spielen Passanten Tetris
mit den Wegen der anderen
Ich suche dein Handgelenk
den Liveticker 85 Tippspiele pro Basiseinheit

Du glaubst schon dass man
dieses Fernwarten falten kann
bis zu einer gefährlichen Stapelhöhe
Sicher – was macht das
Was machen wir in dieser Stadt
mit den abgewürgten Fassaden
den weggeregneten Blicken

In Massenfestspielen bildgebender Anoraks
verzweigen sich draußen die Absichtsgrenzen
Aus flächig gestreuten Zielvorgaben
wächst unsere Realstruktur unser Besitz
und seine Loyalität zu den Mauern
Nur selten berichtest du von deiner Reise sagst
das Umland erkennt man am Schwund seiner Institutionen

Und um uns herrscht hartes Zeitinnen
und über uns irren die Breitengrade
Ich verstehe wenig fühle dein Handgelenk
will vorsichtig sein denn ab morgen
bin ich Zitat meiner Gehrichtung
und du der unscharfe Bildanker von weit

Veröffentlicht unter Rebecca Ciesielski | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Erkenntnisse zu Ordung und Fiktion (III)

Und drehen wir den Spieß noch einmal gänzlich um sich selbst.
Was herauskommt ist ein ebenso langer Spieß,
der gedreht ist und möglicherweise Locken hat.
In dieser Locke liegt die Erde und all ihr zukünftiges Sein.
Unter dieser Dachschindel verwahrt der Hahn sein Geheimnis zum ewigen Leben,
und richtig so, aller Anfang bin ich.
Weisheit ist mehr als Labilität.
Und ein Zeigefinger im Auge macht mehr als ein Daumen an der Hand.
Sehen Sie, wir wollen Früchte
wir wollen das leichte Leben des Freitagnachmittags unzwar umsonst,
wir wollen Rinderhüften die uns stark machen wie die Rinder,
wir wollen Klöpse, Einkehr und Anmut
spiegeln uns in kristallinen Gegenständen und wissen:
Das leichte Leben ist ein Spaziergang zwischen Trockenobstalleen und Weihrauch.
Himmel und Hölle sind zwei Planeten die immer nur die Guten bewohnen.
Und wenn es kratzt, ja wirklich ganz arg kratzt unterm Hemd,
dann stellen sie diese herkömmliche Lampe in ein völlig neues Licht.
Und es wird so sein. Sie werden überrascht sein von der Wirkung die eintritt,
stellen Sie diese herkömmliche Lampe in ein völlig neues Licht.

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erkenntnisse zu ordung und fiktion (IV)

Aber lassen Sie uns zuerst über etwas Anderes sprechen:
Herzverfettung, Panik, strebsame Schinken und innere Organe
Glanz und Herrlichkeit einer Epoche
Bauchumfang und Gegenwert
die einzig beständige Angst vor:
einer allumfassenden Ordnung die selbst zur Ordung wird.
Wo findet die Wüste ihre Knechte?
Wo findet der Magen seinen Sold?
Wir spreizen die Zangen in den Morgenstunden
grüßen unsere Götter mit den Mäulern der Werktage
sollten wir nicht besser Zähne verehren als Hüte?
Hießen wir verloren? Golten wir anders in Zeiten der Telefonzelle
schmiegten wir Kinder an die Seite der Märchenbücher?
Erfanden unsere Bibeln selbst, zimmerten Algorhitmen für jedes Tier?
Das Innenleben der Schnecke streift unsere Milz bedächtig und sanft
wir sind diesen Kreaturen ähnlicher als wir glauben zu sein
Speck um die Herzen ist die Liebe der Rollmöpse
die größte Zuneigung der wir habhaft werden können.

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[spontaner zusammenbruch…]

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spontaner zusammenbruch von symmetrie
ein nicht lokalisierbarer, stabiler defekt
-
darf ich dich da ein wenig berühren
und später: darf ich das ausziehen
-
das sieht jetzt aus wie ein spiel
aber im kern ist es ernst
-
ich ekel mich
vor weinenden kindern
-
mode wäre nützlicher
als angst-einflössende operation
-
und zurückweisung
als das neue tattoo
-
am ende der revolutionären geschichte
fügen sie sich der sphäre bedingter bedeutung
-
dehnen wir die technische kapazitäten
im namen abstrakt-sinnloser erkundung von schönheit
-
und wirklich: frauen haben mehr einsicht
in nette, normale realität
-
über allen sprechern lag
eine dick wattierte schicht
-
das dunkle tierchen
war die ganze zeit nahe
-
die freuden
des eigenen archives

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

ruinen von ani

das radio wird zum empfänger
für unermüdlichen wind

die erdoberfläche
ist ein unzuverlässiger speicher
sagst du für lebendiges

der sand hält die finger
hinter dem rücken überkreuzt

unser wievieltes troya
wie oft haben wir uns erkannt
in zufälligen knochen

der frage wo das dorf war
wo die steppe zum verdursten

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 5 Kommentare

[in einem element, das kennen sie schon]

ich habe mir ein imperium aufgebaut
eine prise staaten, den hang zum brot
habe ich überdacht, eine gute idee, durst
mein vorgehen hat mit vergebung zu tun
man gebe, während sie alle tropfen schlecken
eine kleine kollektive ekstase hinzu
so können die flüsse beginnen zu baden
der absolute große zeh
meiner sollte hier als vorbild dienen
entzieht die ströme ihrem enthobenen prinzip
in einem element, das kennen sie schon, was fehlte
ich, ein bescheidener zusatz im einflussbereich
gleiches nun durch gleiches preisen, halten wir ein
wir hatten autarkie schon erfunden
bevor sie uns ins wort viel

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[gratulieren als form]

komplizenschaft, gratulieren als form, danke, dein gedanke
wir sind im raum, eine fraktion, die dinge mit uns
in ihnen die unmöglichkeit moralischen erscheinens
nehmen sich nicht wichtig, bananen im granulat
veranstalten teilchen, süße, obstiges gewöll
wir atmen, atmen ins rund, kern der totalen funktion
in der luftröhre wird die geschichte der dinge akut
im nackenbereich liegt der beginn unserer gleichsetzung vor
wangengruben als raum, affekt, frieden finden statt
dabei die affirmation, mus einer verirrten zugehörigkeit
wir ist im raum, um begnadigt zu werden, handwäsche
die dinge, die früchte, der richtige weg

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