club der visionäre

in meinen augen über maßen stapelten sich zedern
mein tempel war über die planungsphase hinaus

am inneren feigenbaum gerüttelt und aufgegessen
ich wusste nicht du wolltest auch etwas davon

fell hatte ich umgelegt verschaffte mir zutritt damit
denn die türsteher waren blind wie linsensuppe

drinnen wollte ich mich in einem walfisch verstecken
durchschaubar war das soda, keiner kam vorbei

ich erreichte den verkehrten eingang ohne rückblick
und ein security mit flügeln verpasste mir hiebe

mit meinem eigenen exodus hatte das nichts zu tun
kam ich zu mir auf einem weichen stück straße

Veröffentlicht unter Max Czollek | Hinterlasse einen Kommentar

[tags, was geschah]

tags, was geschah, wenn strahlen die straßen entrollten, alles zeug
seine farben anzog. wenn ich schlief, schlafen ließ. fuhr, wo ich
las, in straßenmitten, sätze aus gedankenstrichen. wenn ich, wie
sonst nur gras, gras war, kartograph im sachgebiet x, utopie. das

trara, wenn halme sich ballten zu büscheln, weil zeit sich vertat.
sommer kam, ging ins knie. kaum keimte die zwiebel im korb,
wähnte sich nahrung natur. schublade, die in ihren trieben nie
vorkam, öffnete sich, windiger schritt, betreten der flur. geistern

im schilderwald, der richtung erst zeugt und dann zeigt. wühlen
im menschenschlag, der sich weigert, dann beugt. dieser punkt
ein defizitäres heute, fingen träume an, so sehr zu rasen, dass
landschaft nicht nachkam mit laden. mondbefleckte anbandlung

verdeutlichte, unter brücken und büschen, genese im bildsinn. dass
viel geschah, aber wenig konkret war auf dem rest der planeten. und
dann begann die musik. lichterkette im garten nie gekannter nach-
barn, ging an. lila duftkerze nahm angst vorm allergischen anfall.

bekanntschaft kam, teilte sich durch die bar. bei gebotener vorsicht,
dass das, was der abend zu bringen gedachte, klar war, stieg rauch
auf, vom grill. nur schattenwurf schrieb lieder. und ich wusste nicht
mehr, war es, war ich erwacht, noch immer nacht oder schon wieder.

Veröffentlicht unter Tristan Marquardt | 3 Kommentare

מושבה הגרמנית [arabic]

Moshab Hagermanit ARAB

 

 

translation Muhammad Aurfali, Damascus
from Druckkammern (Verlagshaus J. Frank 2012)

 

Veröffentlicht unter Max Czollek | Ein Kommentar

LESUNGEN: “das war absicht” in Salzburg und Hildesheim

Unser erster kollektiv verfasster Text, der im letzten Herbst bei SuKuLTuR erschienen ist, kommt wieder auf die Bühne – beim Literaturfest Salzburg und beim Prosanova Festival in Hildesheim:

Fr, 23. 5., 22 Uhr
Literaturfest Salzburg
Kavernen 1595, Gstättengasse 27
“Berlin:Hanuschplatz”
Veranstaltung gemeinsam mit dem Salzburger Kunstkollektiv “Bureau du Grand Mot”

Do, 29. 5., 22 Uhr
Prosanova Festival
“das war absicht”
Hauptschule am Alten Markt, Alter Markt 27

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[ein ungefähres objekt]

niemand hat damit gerechnet, aber der tag fängt gut an. in einem gebüsch hinterm spielplatz, wo du schonmal die lösung vermutet hast, findest du ein ungefähres objekt: es zeigt ähnlichkeit. wenn es geräusche macht, dann nicht, um sich in den mittelpunkt zu stellen, sondern um auf die möglichkeit aufmerksam zu machen. organisch und systematisch, ein reverser flokati, der nicht in den raum, sondern in sich selbst hineinwuchert. ein beispiel dafür stellt sich als dasselbe heraus. du nimmst es mit nach hause, ein schatten, der um die stuhlbeine streift, und bringst ihm tricks bei; schon nach wenigen tagen kann es die milchtüte mit einer nagelschere öffnen und dich aus seiner hand fressen lassen, marmelade und brühwürfel, wenn es frühstück sein soll. als repertoire wird es auch nach langem training nicht besser: da es sich selbst als objekt versteht, ist es immer etwas im weg.

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de heele neige heeven

wo schall ik allns övergahn?
över mien schadden, över mien trepp, över mien hart?
över de deerten in´t huusingang
över all deerten, in de heele stadt huken de deerten
ehrs harten sünd grötter as mien hart
mien hart tövt up de deerten
de deerten sünd dat plie vun mien knoken
de deerten sünd dat plie vun all knoken
de deerten hebt knoken ut sand
de dör mien stunnenglas löppt
as een fiene strohl erlichterung de
an den eekboom pladdert.
de sand is de spieker miener rupen
de sand is de spieker vun all rupen
de sand is de witte schadden de derten
över den ik nich gahn kunn,
över den mien hart nich gahn kunn
de deerten mösst bi mi bleeven
met ehrs grote harten mösst se bi mi bleeven
wieldat över us de heele neige heeven sliekt.

Veröffentlicht unter Maria Natt | Ein Kommentar

lieber björn

vielen dank für die hebron hills
ich dachte schon jeglicher überblick
wäre mir verloren gegangen

tapete auf der ich das mittelmeer
erkennen kann zwei schritte
von meinem kühlschrank entfernt

ich habe stichwörter die scheitern
am check-in wegen übergewicht
werden abflughallen geräumt

lass uns einen kaffee trinken gehen
ich vermisse deinen dreitagebart
an dem ich mich kratzen kann wenn es juckt

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 3 Kommentare