LESUNGEN IM HERBST

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Der Herbst wird lyrisch! Wir freuen uns über gleich drei Debütbände von G13-Mitgliedern: oh schwerkraft (Linus Westheuser), der rest ist resonanz (Rike Scheffler) und Invasion rückwärts (Lea Schneider). Und dazu gibt es in den nächsten Wochen jede Menge Lesungen, Buchparties und Performances, in Berlin und anderswo, im Dialog mit bildender Kunst oder Musik, mit G13-Autor_innen und vielen frischen Texten – seid herzlich eingeladen!

7. Oktober, 20 Uhr, Volksbar, Berlin
Max und Lea lesen gemeinsam mit Juliane Linck und Lisa Eckart im Rahmen der Ersti-Tage an der FU Berlin. Es gibt neues, noch ungehörtes und im Anschluss ein Gespräch über literarische Orte und Anschlussmöglichkeiten in Berlin und Fragen wie: Warum eigentlich Lyrik und nicht lieber Ski fahren?

22. Oktober, 20 Uhr, Dock 11, Berlin
Die offizielle Debütparty! Linus, Rike und Lea stellen ihre Bücher vor. Was gibt es da? “a dancer convincing summer to stay”, einen Ort, “wo die kühe hingehen, wenn sie abgelaufen sind”, eine “kleine ente mit revolver voll glück” und viele, hoffentlich viele Lichterketten. Kommt alle, es wird groß!

5. November, 20 Uhr, Giselakai 11, Salzburg
Salzburgs Kult-Lesereihe “Kulturkeule” geht in die zwölfte Runde. Diesmal mit Tristan, Martin Fritz und Rick Reuther.

15. November, 20 Uhr, ORI, Berlin
Maria, Max und Lea lesen gemeinsam mit Lutz Steinbrück und Stefan Heuer in Neukölln, im Anschluss gibts Musik, nähere Infos folgen bald!

17. November, 20 Uhr, FC Magnet Bar, Berlin
Lea liest beim “Literatur Magnet”, der neuen Lesereihe des Verlagshaus J. Frank, an einem der möglicherweise ungewöhnlichsten Orte für Lyrik – einer Fußballkneipe. Es kann also nur spannend werden…

20. November, 20 Uhr, Einstein Kultur, München
Rike und Lea lesen gemeinsam mit Daniel Bayerstorfer bei Münchens Lesereihe für junge Lyrik meine drei lyrischen ichs, moderiert von Tristan Marquardt und Tillmann Severin. Der Raum wird, wie bei jeder Lesung, von einer Künstlerin oder einem Künstler bespielt, sodass die Texte mit einer temporären Ausstellung interagieren.

22. November, 20 Uhr, Literaturhaus Villa Augustin, Dresden
Lea liest beim Finale des Dresdner Lyrikpreis gemeinsam mit den anderen nominierten Lyriker_innen aus Deutschland und Tschechien und freut sich über Unterstützung und bekannte Gesichter vor Ort!

27. November, 18 Uhr 30, Bayerische Landesvertretung in Berlin
Tristan stellt gemeinsam mit Christian Schloyer und Lydia Daher die “Poesie und Musik aus Bayern”. Das Ganze findet statt im Rahmen der Reihe “Poesie aus den Ländern”, die, organisiert von der Literaturwerkstatt, schon das ganze Jahr über läuft.

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[lasst uns automobile kaufen...]

18.10.14

lasst uns automobile kaufen, als würden wir
anderes kaufen.
-
das totale spiel hat seine eigenen regeln
wir können diesen gefühlen nicht mehr entgehen.
-
die struktur, die krabbe und hummer verbindet
hat auch mich letztlich erfasst.
-
wende die handflächen abwärts
alles zu mir und ich zu dir.
-
nach dem ende der jetzigen zeit
wird die vorherige wieder beginnen
-
im theater der gegenwart
lieben bereits unsere ohren.
-
die bestrafung eines unbeteiligten objektes
mitanzusehen ist schrecklich.
-
die verrückte anstrengung das ende
des 19. Jh. zu rekonstruieren.
-
seine gesten, der verschwundene raum
bedeutungsvoller momente.
-
leid, tut mir leid, es geht nicht anders,
zyklische präsenz ist immer nahe gelegen.
-
einfach enthüllt die bibliothek
ihre männer.
-
nach den frauen
müssen wir tiefer

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reisenotiz, freitag

straßenepilepsie: transportmittel
leitet anfall in die körper

aluminiumtüren, dahinter löcher
wo luft schwer ist wie ostsee

beifahrer, die wangen aus leder
sohn seit 1980 in hannover

heuballen mit kopfbedeckung
neun und ihr habt einen minian

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

herr kunzke I (das schloss)

herr kunzke liest die zeitung grunzt da steht
von einem schloss das die logistischen
erfordernisse anschlagsziel zu sein
erfüllt im landschaftlich gereizten
oberbayern als das letzte mal auf
deutschem boden eine zielscheibe
getaumelt ist geklimpert hat bekam der
tagungsort bekanntlich widerhall doch
das hotel dort profitierte kaum

für den fall des giftanschlags auf tanks
bekommt der vorplatz wieder pflastersteine
wer mit einem bein im schutzgebiet
natur steht findets kulturell errungen
diese vorgebrochenen geschosse
zwischen buckelwiesen blauen enzianen
bauern dürfen hier zwar mähen aber
spät im jahr erst ohne schwergerät

natürlich kann es sein dass was zertrampelt
wird es kann auch sein naturschutz gibt
der sicherheit die hand sind anschlagsplaner
blumenfreunde halten sich am pflasterrand
verarzten ihr gekränktes ego auf ein
angespanntes wegenetz im forst
verweist das innenministerium die
polizei sucht nach umgehungsstraßen

große menschenmassen kämen nicht so
einfach von den bergen wie den feldern
aber was tun mit dem drachenflieger
der vom gipfel abspringt wie gut kann man
ein erholungsheim der wehrmacht später
lager der gefangenen bewachen
im foyer portraits von kaiser wilhelm
zwei und könig ludwig drei gepunktet
bunte bademäntel seien zeichen
einer ausgebombten individualität

nach „Die Ruhe vor dem Gipfel“ von Daniela Vates,
Berliner Zeitung vom 26.08.2014, S.3

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[jetes nak]

jetes nak, wens algab schabt an leisen priseln, is tik
forchte oder schman. sieben deuchte zwi im fuseln,
schibte bibes, tu drauf tu. dann dote di zweigte, klüte
im sam, al raam. wanat dihl. zig ich zig, ban di zügle
einer piechen, tramdahnsünte partikal. spazi feichte,
dat es sperne keinte, kunte, oder bühnte, im fanal.

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PUBLIKATION: Leas Debütband “Invasion rückwärts” ist da!

Photo: Das ging schneller als gedacht: Leas Debütband "Invasion rückwärts" ist seit eben aus der Druckerei! 85 Seiten neue Lyrik, die ein bisschen so funktioniert "wie Lösungsvorschläge für einen Rubik's Cube" – wunderbar illustriert von Andreas Chwatal und ebenso wunderbar gestaltet von Andrea Schmidt. Bestellen könnt ihr dieses schöne Buch hier: http://www.belletristik-berlin.de/invasion-rueckwaerts/

Das ging schneller als gedacht: Leas Debütband “Invasion rückwärts” ist seit eben aus der Druckerei! 85 Seiten neue Lyrik, die ein bisschen so funktioniert “wie Lösungsvorschläge für einen Rubik’s Cube” – wunderbar illustriert von Andreas Chwatal und ebenso wunderbar gestaltet von Andrea Schmidt. Bestellen könnt ihr dieses schöne Buch hier.

Update: “Invasion rückwärts” wurde für den “The Beauty and the Book”-Award der Frankfurter Buchmesse nominiert. Wenn euch Gestaltung und Illustration gefallen, könnt ihr hier für das Buch abstimmen.

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34 x h; 10 x [ts]; 1x bewegung

die bewegung gelangt erst zum ende wenn sie
flächig wird: zur stoßzeit von kopf bis fuß jubel
die brandung im supermarkt an und aus: preise
glänzen über die verpackungen hinweg als wären
die flüssigkeiten zu greifen und die haushaltsware
ein braver sohn: regen steigt auf die straßen laufen
nach der uhr lauter wände laufen aus der sicht
hinein: es öffnet sich ein himmel ein zweiter: die
bildschirme sind uns ganz ausgeliefert sie lesen
die stadt wie eine reihenfolge: tausend baustoff-
farben in gleise geflüstert: stieben kinderschwärme
bei anbruch ins licht geht ein chevrolet auf hinterm
horizont: was kann den mieten schon im weg
stehen: falsch ausgelegte straßen entdeckungen
die zurück schauen: bricht sich urin schillernd
unter sirenen: am rande der arbeit ist die metro-
pole am äußersten rand der anfreundung: wo
sonnen einer lokalen arithmetik folgen desinfektion
das parterre flutet: lack auf den blüten wie höcker
flackern die narzissen im verkehr: wer am meisten
pflanzt kann anspruch geltend machen: propaganda
sagt du: hüte die nachtschlafenden wagen ausgänge
weisen alle richtungen: es bleiben genug übrig.

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar