INTERVIEW: Lea bei „Im Augenschein“

Die schöne Idee der Interviewreihe „Im Augenschein“, die Tobias Roth auf Fixpoetry kuratiert: Im Gespräch mit Lyrikern über Lyrik den Autornamen und den Titel zu verdecken. Der blinde Fleck über dem Namenszug der Autoren soll einen freieren Blick auf das erlauben, was die Signatur ihrer Texte ausmacht. Nachdem Tristan vor einiger Zeit schon zu Gast war, wurde jetzt auch Lea für ein Gespräch eingeladen: Darin geht es um die schwierigen und spannenden Momente beim Übersetzen aus dem Chinesischen, die „Tabuisierung verständlicher Inhalte“ in der Gegenwartslyrik, polyzentrische Gedichte und einen Text, der sich scheinbar endlos loopen lässt.

Hier entlang zum vollständigen Interview.

Veröffentlicht unter Lea Schneider, PRESSE & BILDER | 1 Kommentar

(vorläufig ohne)

man könnte eine liste machen von dingen die noch fehlen,
brot und kartoffeln unser schicksal in säcken, ziehe die
letzten stricke vom speicher, schnür uns den wagen wir könnten schon weit.

habe der bäckerin die leviten, dem zeternden fräulein ihr dickes gesicht
dann hat sie gepoltert durch alle gemäuer, schnelle füße auf treppen
empörte ärmel in schürzen war ich wieder bei dir.

niemand wird merken wie die ochsen vorm spann, verlassene schuppen
ein hungerndes huhn wir könnten die hunde im bach ersäufen,
könnten noch reiser schneiden am fluss, liebster wir wären auf und davon.

Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

LESUNG: Max und Lea bei der Langen Lyriknacht

VJFB_PoetisiertEuch_NL

Zu einem Wochenende der Lyrik hat das Verlagshaus J. Frank 26 Lyrikerinnen und Lyriker in die Brotfabrik eingeladen. Mit dabei sind auch Max Czollek und Lea Schneider; es gibt Lesungen, Lyrikwrestling, eine poetische Filmvorführung, einen internationalen Lyrikbrunch und im Anschluss Party.

Lange Lyriknacht in der Brotfabrik
Caligariplatz 1, Berlin / Weißensee
(Tram M2, Halt Ostseestraße/Prenzlauer Allee)
12 / 8,– EUR (für beide Tage)
8 / 6,– EUR (nur Samstag)

Mehr Informationen und ein Vorgeschmack: www.poetisiert-euch.de

Kommt vorbei, es wird ein (Lyrik-)Fest!

Veröffentlicht unter LESUNGEN | Hinterlasse einen Kommentar

BILDER/VIDEO: Lea beim 21. open mike

Fotos: gezett.de

Die Lesung wurde auch aufgezeichnet; Lea liest ab Minute 23:00.

Veröffentlicht unter PRESSE & BILDER | Hinterlasse einen Kommentar

LESUNG: Lea beim open mike

Bild

Nur noch 13 Stunden (laut Zähler auf dem Open Mike-Blog), dann beginnt mit der 21. Open Mike, der wichtigste Nachwuchswettbewerb für junge Literatur aus dem deutschsprachigen Raum. 20 Autor*innen lesen dieses Wochenende ihre Texte im Heimathafen Neukölln, und mit Lea Schneider ist auch G13 dabei wieder vertreten. Wer in Berlin ist, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen – der zweitägige Lese-Marathon zeigt jedes Jahr wieder, was in der jungen deutschen Literatur gerade passiert, und hat sich damit zum absoluten Pflichttermin entwickelt.

21. open mike

Samstag, 9.11., ab 14 Uhr

Sonntag, 10.11., ab 12 Uhr

im Heimathafen Neukölln

Eintritt frei!

mehr Informationen zur Veranstaltungen auf der Seite der Literaturwerkstatt

Die Texte der Finalist*innen erscheinen in einer Anthologie im Allitera-Verlag und können jetzt schon hier bestellt werden. Für alle, die es am Wochenende nicht nach Neukölln schaffen, gibt es einen Liveticker und jede Menge Berichterstattung über den Open Mike-Blog.

Veröffentlicht unter LESUNGEN | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

in rom

I

die finger, indem ich sie legte, fielen ins feld, wie die massen, wie tausend sommer an einem haar zitterten lebensgroß quadrate, die dummen overtüren. ich lachte, stahl mir die brust aus feuerlöschern, fernsehern, die überall in den büschen liefen. am parkplatz gab mir ein faun die hand, ließ mich starrend zurück, mit schmutz in der sonne, ich fand mein telefon an seinem ort. sprach aber: woher weiß ich denn das? was stellt uns ein, wenn wir uns durch pumpen und strahlen in diese verträumten sitze zwängen? und heilige feldgeister hüpften vom herzen aufs bein: niemals alleine sein, von zeit zu zeit die arme ins zarte objektiv, ins zielrohr geworfen, schon krochen uns eidechsen übers maul, eine unabwendbare ordnung sickerte in den boden der glasigen blicke, den körper in loseren welten, in denen die gegenstände gestreichelt und abgestöpselt von hand zu hand gehen würden. und das werden sie wirklich.

II

aber als ich am platz saß und die blumen sich büscheln und stürzen sah von der dachkante, glaubte ich zu begreifen, dass gar nichts wirklich sei. zaubertaufe, die sprudelte über teenager, die es kauten wie weisheit, schrien und abdrückten mit dem mittelfinger eines schönen jahrtausends. traf mich der pfeil? wenn ich einzig sitze, bebend unter den abfahrenden wagen, die das neue über die erde werfen, flugzeuge zu trombonen und unablässig ein kind, im umkreis, das seinen beutel abwirft, sich hinsetzt und anfängt mit zehen zu spielen, so haben wir eine neue art. alles hält inne, wird größer, schrumpft wieder, dann geht es weiter, eine chance zurückzufallen, um das büschelnde beet geschart, wir alle zusammen ins firmament, dass nur ein stein bleibt, wo jemand abgesprungen ist: erst weiß dann blau dann grau, dann grün dann. über den platz kommt ein heiliger, im weißen blazer, es ist alles fluide, sagt er, ein herziger brei. und wir ließens mit den mundwinkeln geschehen.

III

in der hitze überm kirchturm stand für stunden ein bomber und sang für vater tag. ich warf mich in blüten, konnte die kalte berührung nicht dulden und die starren minuten als das geschirr davongetragen wurde. in den ranken lag die produktion, unterm schoß die bettelarme luft, die bretter im kopf, die töpfe zum helm, stand das kind in seinem gitterbett, weil ringsum alles stockte und schrie, weil ringsum niemand schlief. paranoia und gold, aus dem meer stiegen fickende fliegen, man warf sie in zement, waren sie flieger, da gaben die heißen strahlen der sonne einander alle die hand. und hörten nicht auf zu lachen. wir ließen uns cola bringen und bauten die kamera auf, vom hang ließ sich leichter beschießen, leuchter und feuer, zu hängen, als das faschistische herz im gehäuse, der muskel der steifer wurde, je mehr sich die plätze leerten. der sieg der sonne, kolonnen zum rumpf durchbohren, sich streckten, der gelbe dampf aus der ecke: menschen und schweine tauschen geruch, wenn man sie lange zusammen hält. die mauer der schönheit brach, als das erste moped kam, wir saßen und aßen und saßen dann irgendwie kotzend in der u-bahn. alles verwüstet, alles blau.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | Hinterlasse einen Kommentar

es ist neun uhr abends. das gedicht hat der zukunft sein gesicht zugewandt.

ich stürze in den schlaf wie ein selbstmörder
die kissen vollgesogen eine fliegerstaffel falle
ich in wolken prasseln träume auf mich ein
erstes zweites atmen der unterschied

die stadt begräbt sich unter dunklen kissen
simon aus regensburg er überfliegt in träumen
sein gebiet kann alles scharf sehen nicht riechen
in so einem schlaf bin ich ein schuldiges kind

karl aus siegen man sagt er schlafe nachts wie
ein henker ich werf mich in die dunkelheit laut
wie ein arbeitstag träume flackern schwer unterm
bett beginnen nachts die verlierer zu atmen

ziehts mich hinunter in den himmel nicht
vergessen aufzuwachen jakob aus gotha
er schläft und ahnt dabei großes von einem
traum in den nächsten stürzen ich spuck sie

tief in den tag die schlafende verschwörung
ich bin wohl wie franz oder wilhelm aus kassel
meine ängste gehören mir nicht das große ist
weder das gute noch bleibe ich liegen

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | 2 Kommentare

[mit der funktionalisierten vorläufigkeit einer ulmer schachtel]

mit der funktionalisierten vorläufigkeit einer ulmer schachtel geht
der september zuende, und immer noch sind fast alle da. wenn
beim durchzählen einer fehlt, erklärt der anführer das mit eitelkeit.
wir lassen die spuren des sommers verschwinden, sein schluss
misslingt, diesmal auch. keine picknicks mehr. am horizont grast
eine herde strommasten; morgens ist der himmel dahinter ein
exposé für kindheiten, die wir nicht haben wollen. den vormittag
über kehren wir licht von der straße, und manchmal kommen die
angreifer zurück. der anführer sagt, wir sollen uns keine sorgen
machen, aber ich glaube ihm nicht. ich denke mir dinge aus, die
nichts mit mir zu tun haben, denke sie im weiteren verlauf immer
mit. wahrscheinlich fahre ich bald nach hause. ich strenge mich
an, nicht vorher davon zu träumen: es soll eine überraschung sein.

Veröffentlicht unter TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

lesung mit rike, lyrik und musik

..diesen Donnerstag, 24.10. geht Rike ein Wagnis ein: sie liest und spielt gemeinsam mit drei Jazzern:
Fox (saxophon/flöte) Simon (Kontrabass) und Claudio (Bassklarinette). es wird kein Hörspiel. kein jazzlyrikprosakrams. es wird einfach nur schön. und das ganze: für nüscht :)

also, Badehose einpacken, und auf nach Neukölln:

um 20 Uhr in die Werkstadt

Emser str. 124, 12051 Berlin

Veröffentlicht unter LESUNGEN | Hinterlasse einen Kommentar

bugs bunny [arabic]

Bugs Bunny [arabic](translation by Muhammad Aurfali)

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 1 Kommentar