G13 feat. Anne Munka on Tour!

Literaturtage2016 KopieLange hats gedauert, übermorgen ist es endlich so weit: G13 geht wieder auf Tour!

Wir haben uns mit der wunderbaren Anne Munka von Lyrik ist Happening zusammengetan und übernehmen am 3. Juni um 22 Uhr das Spiegelzelt bei den Heidelberger Literaturtagen mit einer brandneuen Performance, bei der die Grenzen von Frage und Antwort, Publikum und Bühne, Klang und Text niemals sicher sind. Kommt vorbei und feiert mit uns!

Und für alle Nicht-Heidelberger_innen stehen demnächst weitere Auftritte u.a. in Weimar, Leipzig, Dresden und Berlin an – stay tuned!

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istanbul, mai 2016

strahlen wie projektoren
auf dem daumenkino der viertel

dröhnendes gallipoli
der flugzeuge im permanenten anflug

ein aufgeräumter park
der den letzten sommer überstanden hat

istanbul oder eine hand voll möglichkeiten
im sprechen innezuhalten

wie kreisende möwen mit ihrem wissen
geheimer als das der schwalben
vor dem wetterumschwung

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Kommentar hinterlassen

sommerfrische in der stalinallee

zwischen sechs und sieben
erwacht
der schlag der gleichberechtigung
die wände fangen standard an
zu sprechen spuren sätze
ebenso auch
stimmen im gefalteten rondell
die takte

schwitzt feiner regen das erbe
rechnet im glauben den hof
für ein achtel splendour
of fear heiraten der letzten monate
flüchtige abzüge auf zahnrougem
tape stockt und steint das skript
und singt getüll des banjo
verteilt
festes dunkel den reichtum
in meiner straße.

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[a la via] panamericana 240214

auf der leitplanke vor ziehenden lärchen:
träume von ottern enden meistens abrupt.
gibst einen leisen ton darauf, gehst vom gas
nutrias, altweltotter, stellst dich unter
eine scheinulme, nennst das biberratte
mystifizierung motorisierter tage
die magellantundra, eine schweiz für alle heiligen
die straße zwinkert, euch ist ein moment gelungen

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | Kommentar hinterlassen

[a la via] vinha del mar 210114

die sonne steht in einem gesunden verhältnis
neben das fliegengitter hat sich einsicht gekauert
hinter ihr bleibt eine schlaufe vergessen, eine welke
zuversicht versteht sich auf synthetische weise
ist weder blatt noch blüte, läuft eher stengel, zellulär
ins abseits hat sich schmächtig erholung gepflanzt
die sonne natürlich, die schlaufe, das gitter

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | Kommentar hinterlassen

[yollarından] bursa 230812

auf den schalen der granatäpfel ruht
ein starren, ein leeres männliches
groteskes pfeifen, nachlässig unter platanen
gilt es launen zu begegnen, kröten flimmern
es könnte sauer regnen, griechischer gott
mit brüsten, es könnte sein, dass ich mich verändere

die wüste steht, fegt unverwandt die kulisse in stein
hier, wandelt nicht, vergisst manchmal, hegt
romantik, zwei grüne augen, mein ellenbogen
trägt knebelbart, ihm werden korsagen gelegt
aufmerksam, baue ich mir ein zelt aus kupfer
das ändert seine farbe langsam
wird nur bei regen alt, benutzt

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | 1 Kommentar

[eine spinne durch die wohnung tragen]

eine spinne durch die wohnung tragen
wie mit geisterhand an ihrem faden
meine finger sind es nicht von denen
abhängig sie sich geriert
ich merke kein gewicht im gegenzug
vermisse jede sichtbare verbindung

einen schattigen bereich im flur hindurch
bleibt mir nur auf mehr licht zu warten
um zu sehen ob das spinnentier noch da ist

als ich es versuche abzustreifen
fällt das nicht so leicht
und ist es nicht zu wissen womit anzufangen
und zum spiel gerät was ich vermeiden wollte:
jo-jo mit der spinne als vermeintlichem gewicht
an ihrem faden

postscriptum, in medias res; in den medien regiert:
bei den alten griechen wurden terrakottascheiben
mittels achsen erst verbunden
dann an schnüren aufgehängt
wer hätte das vermutet
war es noch zerbrechlicher
was sie spazierend an der leine führten
(oder kommt es auf die absicht an)

Veröffentlicht unter Alexander Makowka, TEXTE | Kommentar hinterlassen

Restart Textkette 2.5

jedes reihenhaus eine entscheidung, ihre beweggründe friedlich
vorhandene alternativen sind, doch derzeit nicht im einsatz

wo ich sie fühlen kann, verziehen maßnahmen ins betriebsklima
lehnt der carport am gemäuer. hölzerner arm, der freundschaftlich besitzt

der wunsch, sich einzurichten. resonanz eines größeren wunsches,
der auftritt, gründlich, als hätte er sich einer fußmatte versprochen

ein und dieselbe schublade. versprechen, die nie gemauert wurden
die generation material, als bleibende idee, etwas, das uns enteignen konnte

nach dem einfall zu horten modelle scrollenden schlafes, phonetauben
der drang, sich anzusiedeln, setzt erweckung voraus, pda

persönliche digitale assistenz, die verdopplung der anwesenheiten
reaktionäre reize, wo ich mein netz auswerfe, da piepst mein herz

wir schreiben google, dass wir an liebe glauben und frieden, es schaut
ist lieb mit uns, nimmt uns nichts weg, gibt uns schöne namen: taubenhort

regenbogensiedlung. die wiederholt brennende sonne, durch sie migrieren
staaten in unseren vorgärten, ziehen ihre grenzen zwischen tulpen glatt

anrainer applaudieren dem licht, ihr blinzeln heute zur markise hoch
gutes wetter. werten morgen kellerräume auf, rückzug für fliehende tauben

notfalls solide bauen wir die verdopplung von etwas, das man festhalten kann
ein zwischenfall, eine bewegung, mit der wir uns einrichten können

meist brauchen wir nicht mehr. ein smartphone, ein foto oder einen pass, etwas
das gut genug ist, um mitzudürfen, uns nicht zu löschen, die idee vor ort nicht aufs spiel zu setzen

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | 1 Kommentar

[mein hund]

mein hund sieht dinge, die nicht existieren
einen brunnen, der als säule in den himmel steigt
der eine kuppel ist, die sich nicht selber trägt

mein hund läuft andächtig über den alexanderplatz
seine schnauze eng am labyrinth der keller
die vor ihm wieder gebäude werden

mein hund hat aufgehört, löcher zu graben
seit er an den taubengittern vorüber gegangen ist
fürchtet er um seine pfoten

mein hund sieht dinge, die nicht mehr existieren
die urgroßeltern hinter jedem passanten
bloß bei mir tut er immer so, als wäre niemand dort

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Kommentar hinterlassen

AUDIO: Lea bei Lyrik ist Happening

Im Dezember war Lea mit der wunderbaren Lesereihe Lyrik ist Happening auf Tour durch Deutschland; den finalen Auftritt in Freiburg gibt es jetzt hier zum Nachhören.

An dieser Stelle darf auch schonmal verraten werden, dass G13 und Lyrik ist Happening-Gründerin Anne Munka gerade fleißig an einer Zusammenarbeit basteln, deren Resultat ihr u.a. im Juni in Heidelberg und Weimar erleben könnt. Details folgen bald!

Veröffentlicht unter PRESSE & BILDER, TEXTE | Kommentar hinterlassen