[mädchenherz, im brunnen gefunden]

mädchenherz, im brunnen gefunden. irrsinn in pixeln
verteilt auf magie, schöne kleider.
jemand muss schreien, jemand schreit immer
ein protestantischer imperativ, ich kenne
dein elend nicht und bin verwirrt.
wer wohnt wirklich hier, wer sitzt bloss auf dem klo?
– hütte, dunkel, dagegen die landschaft. darüber rauch.
gibt es den himmel so sieht man ihn nicht.
je länger die liebe desto schneller die hiebe
der axt. soviel abschliessender ansatz, so viele dinge
verlegt. der wille zum trinken. kann man da helfen ?
mit messern vielleicht, vielleicht mit madonnen.
die letzte lösung, eine fancy umdrehung
ist hier der soundtrack, ein weiterer wechsel.
im ansatz gedacht meine ich axt, oder milch –
beides ist bislang nicht heilbar.
jeder fühlt sich verwandt und verantwortlich
auch sieben aufgüsse entfernt. am hals bin ich krank.
trete anderen zu nahe. ich war ja nur gast
aber nahm dich als reiter. mein zucker, halbirr
was geht kränkung, versenkung mich an.

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar, TEXTE | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

[THE END]

the end

 

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Ein Traum

Ich gehe, zu spät, zu einer Veranstaltung in Raum 12 in einem Wohnhaus. Der Weg ist verwinkelt und immer wieder verstellt, es geht runter, nachdem es schon aufwärts ging. Die Wohnung ist unter der Erde, in einem ersten Raum ziehen sich Menschen um und gehen dann in den Saal dahinter, der mit Sand ausgelegt ist. Es wird jetzt klar, dass es sich um eine Art Bandcasting handelt, oder so etwas wie ein Karaoke-Spiel. Fremde Leute haben die Namen von Popsongs auf Zettel geschrieben und sie an Bäume gepinnt. Auch Wünsche und persönliche Bemerkungen sind auf die Zettel gekritzelt. Sie werden ausgeschüttet und die Anwesenden suchen sich ihren Song aus. In dem Saal ist auch Georg, Sarah sitzt an der Wand und hält ihren neuen Ipod. Ich dachte aber, dass sie ein Foto von mit macht und spreche sie an. Ob ich ihren alten Ipod haben kann (ja, vielleicht). Dann beginnt die Vorstellungsrunde. Eike steht neben mir und sagt seinen Namen. Dabei tritt er einen Schritt nach vorne und macht eine Geste. Ich tue dasselbe, dann alle anderen, durcheinander, und großer Lärm entsteht. Erst jetzt begreife ich, dass in Reaktion auf die Vorstellungen Noten gerufen werden: „2!“, „4 Minus!“, „15!“, „8!“. Das System scheint für die Beteiligten völlig unklar zu sein, trotzdem rufen alle etwas. Ich bin nicht vorbereitet gewesen und schäme mich. Auf dem Laptop, der neben mir und Georg auf dem Boden steht, laufen Youtube-Videos, die die Existenz von Geistern oder etwas anderem Unsichtbaren beweisen sollen: Geräte schlagen aus, Lichtschranken und Bewegungsmelder, man sieht einen Mann bei Nacht in seinem Auto fahren, ein schneller werdendes Piepen als Warnsignal kündigt die Kollision an, aber da ist niemand und er fährt sich die Haare raufend hindurch. Das Vorstellungsspiel geht derweil weiter, ein Mann stampft auf den Boden und schreit seinen Namen, eine erwachsene Frau durchquert mit einer ganz nackten jungen Frau den Raum, sie ernten ein Johlen der Menge, sagen aber nicht ihre Namen und verlassen den Raum mit der Entschuldigung, sie hätten „ihren Korb vergessen“. Die Menge: „Oooh…“ Georg und ich gehen hinaus, es ist dunkel, wie in dem Video. Er nimmt eine Kreditkarte heraus, um das Experiment zu wiederholen und hält sie wie eine Wünschelrute vor sich hin. Wir laufen eine Böschung hinunter zum Fluss. Oben auf der Böschung erscheint nun eine Gruppe von Mädchen, fast Kinder, sie lachen und filmen uns mit ihren Handykameras. Erst jetzt bemerke oder erinnere ich, dass wir uns beim Casting umgezogen und als unheimlich albern aussehende Gestalten verkleidet haben.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

[ohne titel]

ende dezember, fettfilm auf den sätzen und wurmlöcher im jahr.
das atmen hockt unten in der lunge und will nicht rauskommen,
ein ängstlicher frosch, eingewickelt in drei tage geschenkpapier.
einer dieser hd-momente, alles groß geschrieben und die finger
gekreuzt, wie balken in der decke, die hände ineinander, halten
dicht, halten die luft an: eine paradoxe intervention in den hohl-
raum zwischen ihnen, wo jedes atmen ein zweifelndes geräusch
ist, eine frische farbkruste; wenn es juckt heißt das, drunter heilts.

Veröffentlicht unter Lea Schneider | Verschlagwortet mit | 6 Kommentare

[arbeitszeit injizieren]

arbeitszeit injizieren mut kommt nicht von allein oder
siehst du dein schwert sich spitzen stress spritzt durch
deine fingerschar die möbel sind mobilisiert den schuss
koffein hast du versenkt links zwei aufträge und drei
stunden später nüchternheit der kreislauf zeigt armut an
mut an desertierst kurz einmal und gibst dir eine nase
nikotin ausgerastet und weiter alle pegel fahren auf vor
den hingestreckten bögen und jedes wort imitiert den
puls in deinem kopf pfeile gegen eine mürbe front die
das schanzmaterial der nacht türmt und komert drauf

Veröffentlicht unter Christopher Izgin, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

REZENSION: „40 % Paradies“ und „Druckkammern“ in der taz

Am Samstag ist die nunmehr dritte Rezension zu unserer Anthologie in der taz erschienen, verfasst von Fabian Thomas. Nach den zwei überaus positiven Einschätzungen im Poetenladen und auf Fixpoetry (siehe Links an der Seite) findet sich hier nun ein geteiltes Bild. Gelobt werden unsere „ausgefeilten Performances“: „In einer durchdachten Dramaturgie werden Gedichte mal im Chor, mal als Dialoge gelesen, ein Text geht in den anderen über, zwischen Summen, Rufen und Flüstern beherrscht das Kollektiv sämtliche Tonlagen.“
Demgegenüber sieht der Rezensent in der Anthologie selbst eher eine „Ernüchterung“, da die „individuellen Mitglieder […] problemlos mit ihren inhaltlichen Schwächen identifiziert werden“ können. Stärken identifiziert Thomas schließlich vor allem bei Max und seinem ein halbes Jahr vorher erschienenen Debütband „Druckkammern“. Ob diese aber primär in der „Verarbeitung seiner Familiengeschichte“ als Schwerpunkt des Bandes gesucht werden sollten, sei kritisch dahingestellt. Dafür am besten die ganze Rezension lesen, und zwar HIER.

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AUDIO: Linus, Tristan, Friederike und Rebecca auf LITradio

Zum Nachhören gibt es dank LITradio, das freudigerweise immer alle seine Mitschnitte auch zum Download bereitstellt, seit Neuestem drei Lesungen von G13-Mitgliedern: Linus‘ und Tristans sowie Friederikes Auftritt beim 20. open mike einerseits, Rebeccas Auftritt bei der Perspektiven-Lesung des Treffens Junger Autoren andererseits. Darunter sind viele neue Texte, die auch auf dem Blog noch nicht gepostet wurden.

Linus und Tristan beim open mike:

Friederike beim open mike:

Rebecca beim TJA:

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REZENSION, PUBLIKATION: G13 auf Fixpoetry

G13 fix

Mit Anfang 2013 hat G13 nun eine Repräsentanz auf Fixpoetry. Neben einer biographischen Notiz findet sich auch eine Leseprobe unserer Anthologie und eine neue Rezension(!). Grund genug, sich das einmal anzuschauen!

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retten.sieche.scheel.

die es am wenigstens verdient hatten,
bekamen myrrhe. schmerzhaft im tages-
licht: ganz unbeobachtete schlangen von
menschen. unter tausenden von öfen
lagen hassschriften und gifte ohne spucke.

halb beschwerte lappen stürzten aus
schwebebahnen, was schlimm wirkte
und einfach. im magen bog einer immer
schräg ein, pralle wolken hoben straßen
an, wo die geräusche schutzlos sind.

bitte, sagten sie einander eng, reichten
hände reihum, tausende reißleinen, hier,
die stadt ist mundfaul und zu, die wände
lassen sich ungesittet wölben. widerstand
kann aus langeweile wenn keiner schaut.

Veröffentlicht unter Ilja Winther | 4 Kommentare

PUBLIKATION: Lea auf Lyrikline

Ganz frisch erschienen auf der internationalen Poesieplattform Lyrikline.org: Ein Gedichtzyklus von Yan Jun, aus dem Chinesischen übersetzt von Lea Schneider.

Das besondere: Wie bei allen Texten des wunderbaren Lyrikline-Projekts kann man sich die Originale, vom Autor selbst eingelesen, anhören – und das lohnt sich bei Yan Jun ganz besonders, denn er ist nicht nur als Lyriker, sondern auch als DJ und Spoken-Word-Artist an den Grenzen zwischen elektronischer Musik, Noise und Performance unterwegs.

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