[seide. verschossenes geschütz.]

seide. verschossenes geschütz. was nützt das
sich die schuhe anschnüren, als reise man in urlaub.
verkleidest die möbel! damit sich der staub
in schichten auf andere schichten legt
wie planung das jenseits von planung in schach hält.
aber ja, wir fahren wirklich in urlaub
und kommen auch wieder zurück.
geht es um urlaub ?  ich kann das spiel
noch so oft spielen ohne zu merken, dass es
viele kleine spiegel sind. also werde nicht ich
sondern die spiegel werden. darauf fällt staub
ha! manchmal kann man reflexion
und reflexion zusammensetzen –
das ergibt dann 4. ich bin nicht sicher
tragen die anderen ein kleines gesicht auf der schulter
jedenfalls kotzt dir deines die angst vor die füsse.
du meinst, am besten lässt man sie liegen.
streichelt schnipsel. denkt sich, das sei seide.

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar, TEXTE | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

jubiläum (arabisch)


(Übersetzung: Muhammad Aurfali)

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 2 Kommentare

kevser kurt. monbijou

fahrräder straßenbahn im gebimmel
der frostverkäufer pflanzen geranien
zwischen deine schläfen klopfen die
spürhunde an plastiktüren seit zwei
undneunzig den wetterwechsel von
unten auf dem hautpapier vermerkt

und die jahreszeiten tun so als wäre
etwas versprochen als trätest durch
laternelaternen ohren auf den rasen
gepresst machen kinder lärm beim
wachsen ihre weißen fahrräder du
weißt nicht was das bedeuten soll

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

BILDER, PRESSESTIMMEN, PUBLIKATION: Linus, Tristan und Friederike beim 20. open mike

Ein paar Bleibsel eines turbulenten Wochenendes im Zeichen der preisverdächtigen Wörter, an dem wir zu dritt teilnehmen durften. Zunächst die Bilder:

Fotos: gezett.de

Bewegte Bilder gab es dann auch am Montag schon auf 3sat zu sehen.

Und aus dem breiten Presseecho, das man übersichtlich verlinkt auf dem Open-Mike-Blog findet, noch dies: Die taz fand Friederike Schefflers Texte „toll“, weil „der Sound etwas angenehm Beiläufiges hatte“(?), und die Junge Welt sieht Tristan Marquardt und Linus Westheuser in einer Reihe „herausragender Lyrik“, was zwar schön ist, aber leider auch nicht weiter begründet wird. Am kommenden Wochenende folgt dann noch ein Beitrag von Deutschlandradio Kultur mit Einsprengseln von uns; das wird nachgetragen. In der Zwischenzeit empfiehlt sich die Lektüre der vielen Texte des 20. open mike, die oft viel quirliger und prägnanter waren, als es manch Pressebeitrag vermuten lässt: Leseproben und Bestellung beim Allitera Verlag.

UPDATE: Auf dem Open-Mike-Blog findet sich neben vielen interessanten Interviews auch ein kurzes Gespräch mit Lea Schneider und Alexander Makowka, in dem darüber gesprochen wird, wie kollektives Schreiben funktionieren kann – hier entlang. (Der dort ebenfalls fotografisch dokumentierte Sticker-Vandalismus war leider schon am Sonntag wieder aus dem Heimathafen entfernt worden.)

Veröffentlicht unter PRESSE & BILDER, PUBLIKATIONEN | 1 Kommentar

REZENSION: „40% Paradies“ im Poetenladen

Im „Poetenladen“ findet sich eine erste Rezension zu unserer Anthologie, in der Jan Kuhlbrodt allen empfiehlt, „dieses Buch zu lesen, auch jenen, die dafür ihre Folianten mit Inhalten gediegener Klassizität für einen Moment aus der Hand legen müssen. Machen Sie das, wohnen Sie einer Eruption bei, die nicht so häufig vorkommt, und zum Glück hier dokumentiert wurde, und sie erhaschen einen Fetzen Utopie!“  – Die komplette Kritik zum Nachlesen HIER.

Veröffentlicht unter PRESSE & BILDER | Hinterlasse einen Kommentar

[zucker, zucker, lange hand]

zucker, zucker, lange hand. kommen sie, einen garten anmieten,
sein mehrwert liegt in der potenz. ich setz sie in szene: regenrinne
hinterm haus, ihre nassen arme, nackte haut. ihre haut als mode,
ihre mode als schrei. weis sie ein in die kunst unterirdischer beete.
in krumme finger, symbolisch tief in schichten drin. bin eigentlich
inselkind, so wie darwins zebrafinken, am ende lebten die polygam
in clustern zusammen. hören sie, wie gefühle sprechen. unterstellung
von logik, logik als spur. schrumpelige rüben, süße blüten. warum nicht
alles gleich behandeln? umwelt, einfluss: diese ernte ist programm.
ich hab sehr viel in sie investiert. hab sie beinah lieb gewonnen.
ach, wie wir im regen stehen. so machen sie doch ein bisschen mit.

Veröffentlicht unter Friederike Scheffler | 6 Kommentare

„XX days of G13“ auf broken toujours

www.brokentoujours.eu lautet die Adresse des dringend zu empfehlenden Blogs, der seit September täglich allerlei Fundstücke aus dem geistigen Umfeld des Broken Dimanche Verlag präsentiert: Fliegenlarven, melancholisches Rauschen, experimentelle Lyrik, ein abgründiges Goya-Gemälde, und so weiter…

Die nächsten XX Tage bittet Broken Toujours nun G13 zu einem Gastspiel nach dem bewährten Prinzip: ein Tag, ein Text. Los ging es heute mit Friederike Scheffler. Wir bedanken uns herzlich bei Shane Anderson und Broken Toujours.

Veröffentlicht unter PUBLIKATIONEN | Hinterlasse einen Kommentar

Friederike und Linus+Tristan beim open mike

Der open mike wird 20 und wir freuen uns, auch dieses Jahr für die Lyrik vertreten zu sein – zu dritt: Friederike Scheffler liest alleine, Linus Westheuser und Tristan Marquardt im Doppelpack. Los geht’s am Samstag, 10. 11., um 14 Uhr, Teil zwei dann tags drauf ab 12 Uhr. Das Ganze diesmal neu im Heimathafen Neukölln und alle Infos etc. findet ihr hier.

Veröffentlicht unter LESUNGEN | Hinterlasse einen Kommentar

auszüge eines tunnelkatalogs

tunneln
tätigkeitsvariante der sachlage tunnel. lässt bei abwesenheit eines tunnels anderes zum tunnel werden – wobei es um die handlung, nicht ihr resultat geht: was getunnelt worden ist, wird nie tunnel geworden sein.

tunnelblick
theoretisch die art und weise zu schauen, als ob man sich in einem tunnel befände. praktisch die behauptung einer person a, eine person b verhalte sich erstens so und möge dies zweitens unterlassen, um eine gleichheit der gefühlten räume zu erlangen: gemeinsam zu schauen, als ob man sich nicht in einem tunnel befände.

tunnelgleichung
aussage: im fall eines tunnels finden gegensatzpaare ihren gegensatz.
erster beweis: befindet man sich außerhalb eines tunnels, existieren ausschließlich zwei tunneleingänge. befindet man sich innerhalb eines tunnels, existieren ausschließlich zwei tunnelausgänge. folglich hat ein tunnel nie eingang und ausgang zugleich.
zweiter beweis: während das licht am ende des tunnels sichtbar und somit nachweisbar ist, wird sich das licht am anfang des tunnels, das sich aller wahrscheinlichkeit nach in der zur blickrichtung je entgegengesetzten richtung befinden müsste, nie in seiner existenz nachweisen lassen.

tunnelzwang
beschreibt die unmöglichkeit, in einem tunnel andere raumfaktoren als den tunnel selbst gelten zu lassen. auch wenn man bspw. von einer straße kommend und auf eine straße fahrend den tunnel durchquert, wird man sich währenddessen nie auf der straße, sondern immer im tunnel befinden. und obwohl der untergrund eines tunnels vollkommen mit der sachlage straße übereinstimmen kann, kann er nie selbst straße sein. führt also eine straße durch einen tunnel, gibt sie einen teil ihrer existenz auf.

tunneldurchquerung
weg des geringsten weges.

brücke
weg des geringsten tunnels.

Veröffentlicht unter Tristan Marquardt | 7 Kommentare

G13-Feature bei „no man’s land“

G13 in englischer Übersetzung – dieses Projekt haben wir der agilen Vermittlung von Kurt Beals zu verdanken. Nachdem vor einiger Zeit ein erster Teil bei Transom erschienen ist, folgt nun Teil zwei in der siebten Ausgabe des Online-Magazins „no man’s land“ mit Übersetzungen von Rebecca Ciesielski, Tabea Xenia Magyar, Tristan Marquardt, Lea Schneider und natürlich vielen spannenden anderen Autor_innen mehr, und zwar HIER.

Veröffentlicht unter PUBLIKATIONEN | Hinterlasse einen Kommentar