rinsel.strick.travail.

normatives gequatsche im anstaltskeller, der ist sandkasten
in den augen, ist überwachter taft, hier können sie noch auf-
biegen. sinnlichkeit des bürokratischen, freundschaftliche
übereinkunft, welche, wenn man sie entdeckt, steht man sich
quer gegenüber. ich glaube an zeitformen, wenn ich jetzt
wissen will, wie der laden läuft. was? stauden? schütteln

hände erwerbszweige, schütteln ganz fleisch aber hübsch.
die garben zerblättert mit fachgeschirr, speicher von geo-
metrie, die ich auf kinderlippen schleudere, tätigkeiten,
gebäudeschluchten, sobald mir jemand bellt. ich brauche
situation statt produkt und editiere nachher mit ultraschall
jede gewalt. also gesellig, im scharfblick knackend, falsch.

Veröffentlicht unter Ilja Winther | 1 Kommentar

lucio dalla, kaum gekannt

I

regionale trauer die verbreitet wird
auf sendung steht der schlangenkopf
sofern da nase ist sie platt bekommen
aus dem hintertun des heiligen geschehens
hat der schlangenkörper sich im knäuel gestaut
voll schuppenaugen vom fassadenaufzug
hin zur leinwandfläche stirnfixiertem
spiegel bildanteil der übertragung deren
tonanteil sich selber größtes echo ist:
doppeltaufgestelltheit von lautsprecherboxen

beifall für den ausgeräumten kirchenbauch
worin die schlange sich verbissen hat
klingt draußen nach geträumten schauern
auf dem platz da atmosphäre steht und
promenadenläufer dieses tages probehalber
ihrem schatten im gesicht entsagen
einzigem belangpunkt schwärze noch dazu
gewährt vom sonnenbrillenbau aus dessen ära
dem ansonsten wenig angepasst beim letzten
auftritt in person begegnet wird

von höhe des altars hereingebrochen
kommt oblatenweise rhythmus für das
mitgesprochene vereinzelter durch atemstöße
unartikuliert beräuchert dass zusammen
beides über dächer zieht gedanken an
den wolf befeuert und der menschenschlange
zugerufen werden soll attenti al lupo
ungewohnt als fabelpaar ein angestrebtes grabgeleit
zu ehren dem aus dessen ära überlebende
gekommen sind um mitzusingen

 

II

berichterstattung nachruf nachgeworfen
wer nicht wusste dass er einmal lebte
fand im unteren bereich des bildes
die entsprechende erwartungshaltung auf
vier beinen vorgepflanzt den bambus
rohrstock durchgebogen stützarm durchgedrückt
die landschaft passend kurvig hinterlegt
in seiner westentasche sonst nur gegendruck
knöpfe für die kette die den kleingeborenen
in richtung körpertal und magen wölbte

im selben jahr da er sich seinerzeit
zum ersten mal auf eine haltungsart
das eigene solistenbein versehen hatte
war bei späterer betrachtung eine landsmanngruppe
mit demselben hang zu grünem hügelgut
gegründet worden und nach überkirchlich
festgelegter schonfrist von drei jahren
brachte diese auch ein grabgeleit hervor
das in ermangelung des passenderen
priesterlichen ausdrucks jüngst erinnert wurde

let’s all drink to the death of a clown

 

III

das wolfslied mit dem zirkuszelt im
video kulisse sang er als der lustigere
zweier kollaboratoren seiner beisetzung
das datum des geburtstags einzuräumen
hieß vom selben album einen beitrag
vorgetragen zuzulassen durch den sehr bewegten
freund der vom im schwalbenrauch zur
erde abgesandten blick erzählt und
parallel dazu dergleichen blicke mehr
von unterm kuttenrand ihn selbst erlegen

sofern darin kein passenderer fabelpartner
liegt sein name aber in benannten dingen

Veröffentlicht unter Alexander Makowka | Hinterlasse einen Kommentar

die offene organisationsform der pflanze

kopula: dieses, die. pflanzen im überanstich/ameisen-
bär begrenzt. was sich an keimen nicht ausgeht. kein
weg, der nicht offen steht, unter. und steht die haut da,
dreht sie sich besinnungslos. in seinen zügen, auf, in
seinen zügen klappen die saiten von selbst. geben sich
szepter die hand im langen langen treppenhaus. im
fruchtrohr und haraus. das alles passiert gleichzeitig.
/keinen ausgang im zentrum geblieben, das wirbel
passierte ihr im schlaf. die pflanze. es diente der
präsentation. bleibt (-bär) stehen auf dem bildschirm:
kopula nimm dein grab und geh. das aber bleibt un-
übersetzt für die tiere. die blöden tiere, die grinsend
das büffet wegräumen.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

zona cafetera. szene

In the street we found boxes
Littered with snow, to burn at home.
(John Ashbery, „Errors“)

.
abhängige in watte verpackte
landschaft. zerknüllter bauch
im abgedämpften hochstand
dörfer schrauben sich hänge
hinauf zum kosmetikbereich
offener spiegel, erloschener
vulkankrater. fällst du weich

durch die saugfähige höhe
einer wolkenplantage: koka
und kaffeepflanzen. filmreif
auf motorrädern proben die
söhne escobars klimmzüge
den kickstart am farblosen
eingangsmetall der schule

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

suchergebnisse

zusammengestellt von Ilja Winther und Tristan Marquardt

(1)

mein herz schlägt unter wasser. gondeln ganz raum.

masse die zweifel. masse gelassen.

nun, verboten ist tontaubenschießen kein zeichen großer konfektion.

kodex in anbetracht (der hauptstadt schon längst).

bahnt sich pflicht oder zu.

ich weiß: es sollte ein streiter die hose nicht bremsen.

aura integraler instanz: leben unter einem auge.

hier feiert sich jodelnd, was urteil nicht ist.

karte von pferdestraße 11, hannover einblenden.

der kollege sowieso war mir ganz neu.

a
Suchbegriffe: Bierbike, Gelassenheit, Berlin
a
a
a
(2)

zwischen chance und schüler: borsig am tag des ersten gusses.

passwort mit k.

gründung führt heil im wohl.

um den hotelpreisvergleich nutzen zu können, nehmen studenten ihre e-mail.

betrautes feuerland nach dem kabel.

7 gebäude. infos innerhalb.

präambel untersagt die branche mit stalt.

kadetten-klischees. die vielen vorteile einer trägerschaft. und, und, und.

anerkennung von unten. deart kernpunkt unseres hauses.

klicken sie hier, um sich zu autorisieren.


Suchbegriffe: nutzen, Anstalt, Berlin

Veröffentlicht unter Ilja Winther, Tristan Marquardt | Hinterlasse einen Kommentar

(noch ein Text aus dem Google-Projekt)

außerhalb der karte wandten wir den blickfang
an: sahen pfade, sahen danach aus. oder jemand
war die ganze zeit in unsere kleider gezogen.
von innen her, mit mehr distanz. kam die pfade,
gebürtigen rasen entlang, trieb sein wesen. das
war die ich-form der gegend. ihr klares ja zu uns.

Veröffentlicht unter Tristan Marquardt | 2 Kommentare

[élan vital]

élan vital, olive
monismus, olive
ethos, nucleus, olive
suppe, modder, olive

die warmen kambrischen meere
anno lebt und stirbt am strand
gut den sand ablecken entlang
prognostik, der fleischwerdegang
hämatomblau oder rote erythema, die akute
südlichkeit, chronik und wiederkehr
der mutationsprozesse, temperierter
stoßverkehrszeit und von breitenwirkung
in den brutkästen und einmachgläsern
bluten die mythen, leukozythen
blühen am wundgrund

Veröffentlicht unter Florian Zimmer-Amrhein | Hinterlasse einen Kommentar

bogotá – santa marta

der bus hielt in bedenklicher schieflage. vor
dem objektiv der fenster ließ jemand die
überpinselten kulissenteile einrasten.

geparkter lastwagen im laternenspot. auf einer plane der
schriftzug hamburg. wie ein bei räumung
vormaliger szenen vergessenes requisit.

von reihen in den wind gelehnter pfeiler
funkelte draht. dessen klingen verrieten:
man hatte das land noch gar nicht verlassen.

 

(für Jan Wagner)

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 5 Kommentare

[bewegungsunschärfe]

das eigentliche problem ist, am ende erinnert man sich an die
wichtigen gesichter nur von fotos: bewegungsunschärfe, wie
dubstep in schneeflockengeschwindigkeit oder die federchen
aus überschüssiger kulitinte, manchmal bleiben sie hängen in
den punkten über umlauten. gründungsmythen zum ausschneiden
und sammeln. wenn man genug zusammen hat, kann man sich
eine begriffslandschaft vorstellen, in der es so früh dunkel wird,
dass man nie sicher ist, ob es sowas wie wege gibt, aber ständig
gegen berge läuft. in der regel kommt man da durch den notausgang
rein, aber das muss man ja auch erstmal wissen, und solange
immer noch keiner ein beweisfoto hat, hat es vielleicht mit dem
licht zu tun: mit der körnung bei zu großer filmgeschwindigkeit.

Veröffentlicht unter Lea Schneider | 4 Kommentare

PUBLIKATION: Lea, Linus, Max und Tristan in der Belletristik 12

Stille Post war das Motto: Für die neue Ausgabe der Belletristik haben Lyriker/innen und Illustrator/innen abwechselnd aufeinander geantwortet. Entstanden ist eine Kette an Werken, die mal freier, mal enger einen Umgang miteinander finden, der vor allem für eines gut ist: Überraschungen.

Und nachdem die letzte Belletristik-Ausgabe ja fest in G13-Hand war (siehe Hinweis an der Seite), sind wir auch diesmal vierfach vertreten: Max improvisiert über ein jiddisches Lied, Tristan reagiert buchstäblich auf eine Ginsberg-Illustration, Lea tastet auf einer fragilen Tagesoberfläche und Linus‘ Text, der vor ca. einem Jahr entstanden ist, war damals der Startschuss für die Arbeit mit den poetischen Mitteln, die heute aus seinen Texten nicht mehr wegzudenken sind.

Leseproben und Bestellung: hier.

Veröffentlicht unter PUBLIKATIONEN | 1 Kommentar