Tristan in der Süddeutschen

“Es gibt keine Inspiration. Es gibt keine Genialität. Kunst ist reine Arbeit“, sagt Tristan.

Und zwar in einem sehr lesenswerten Porträt der Münchner Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Zu finden HIER.
Wir sagen ja und an die Arbeit.

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Veröffentlicht unter PRESSE & BILDER, Tristan Marquardt | 2 Kommentare

POESIEFESTIVAL: Lesung & Gespräch

Große Vorfreude: vom 1. bis zum 9. Juni 2012 bringt das Poesiefestival internationale Lyriker nach Berlin, Sommerlesungen in die Kieze und auch G13 gleich mehrmals auf die Bühne!

Am 2.6. um 17 Uhr lesen Rebecca Ciesielski, Max Czollek, Maria Natt, Friederike Scheffler und Ilja Winther bei Poet’s Corner im Studio im Hochhaus, Zingster Straße 25, Lichtenberg.

Direkt im Anschluss, um 18.30 Uhr, führt Lea Schneider im Clubraum der Akademie der Künste (Hanseatenweg) ein Poesiegespräch mit dem chinesischen Lyriker Yan Jun, der am 1. Juni das Festival mit der Veranstaltung „Weltklang“ miteröffnen wird.

Das Programm zu beiden Veranstaltungen findet sich hier. Wir freuen uns aufs Lesen & Diskutieren & auf euch!

Veröffentlicht unter Lea Schneider, LESUNGEN | 1 Kommentar

freiluft inhalatorium salinental

sorg dich nicht, sophie
wir werden einen kurfpfad
nach dir benennen

binden unsere trauer
an schwarzdorn, entschuldige
wir sind so hilflos

sophie, nun stehen wir
zur inhalation bereit
öffne uns die lungen

mit deinem segen
unter nackten wolken
erst werden wir gesund

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 5 Kommentare

[makulatur]

steht auf fliesen, plättli, steht drauf:
frisch gefeudelt, meint: es hat gewischt
schleimpilze, derbe biester im eimer
löschwasser für garstige nachbarn
lästermäuler, wanzen, makulatur
im genick klebts mächtig: macula
fleck, beflecktes ding, sie sagt:
geschichte. immer, wenn einer abschreibt
bleiben kleister, nackenschmerzen
tragen stacheln, tote listen, steht drauf:
kann sich vom dreck nicht trennen
saugt alles auf, abgestanden, ausgepopelt
damals balanciert, schlägt wurzeln

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | 1 Kommentar

CHANSON&LYRIK: Max Czollek, Sarah Dulgeris und die Clochards aux Cravates im Panda-Theater

JA, DAS TAUCHT HIER WIEDER AUF! Es stehen nämlich die beiden vorerst letzten Schangsong&Lyrik-Abende im Panda-Theater vor der Tür und alle, die es noch nicht geschafft zu kommen, sind herzlich eingeladen:

Sarah Dulgeris hat mit den Clochards aux Cravates um sich eine Band versammelt, die ein Instrumenten-Arsenal von Klarinette bis Piano, von Tröte bis Kontrabass, von Percussion bis Gitarre bespielt. Sie grooven, fiedeln und blasen Chansons der 60er, die man so noch nicht gehört hat. Max Czollek antwortet mit Gedichten aus seinem Debütband Druckkammern und mit noch frischerer Lyrik. Chanson und Lyrik ziehen – zu müde um schlafen zu gehen – durch Berlin, vorbei an Viehwaggons in fettem Licht und springen in die Ostsee, immer 17 Millimeter vom Glück entfernt. Wie vernäht man das?

Mittwoch, den 4. und Donnerstag, den 5. Juli um 20:30 Uhr im Panda-Theater im kleinen Hof der Kulturbrauerei (direkt neben der Literaturwerkstatt), Knaackstr. 97, 10435 Berlin (U2 Eberswalder Str.), Eintritt: 7 / 10 €.

Karten (bitte!) reservieren unter: www.chanson-lyrik.de, sonst kann nicht garantiert werden, dass alle rein passen.

Wir freuen uns auf Euer Kommen und halten die ein oder andere Überraschung bereit (Der Bassist geht im fünften Lied vorm Refrain jetzt endlich von G auf Des statt C)!

Veröffentlicht unter Ilja Winther, LESUNGEN, Max Czollek | 2 Kommentare

zu The Fever

der regen stieg uns
in den mundwinkel
und suchte anflugreich
um mitvergaberecht
für diesen abendausgang

da war er schon gestanden
ich kramte in assoziationen
ein gesang zu dem gefühlt
zuvor gedacht worden war
diese stimme müsste heißen
während bandmember plätscherten

he can’t keep his mind on the show
war mit sich eins und einerlei
und schon gestanden when he’s got
the fever for the girl der regen stieg

von unweit des rinnsteigs
aus seiner vertiefung in den
mundwinkel fingen zu laufen an
gesichtsbegehung das feld war nass
der abend geweitet und unverkennbar mild

Veröffentlicht unter Alexander Makowka | Hinterlasse einen Kommentar

(I)

 

der wald, im anfang eine furie und grün
läuft aus, draußen kreischt die linde
vor dem fenster wo man sitzt sich fragt
was es heißt über moos zu gehen
zehn frühe jahre in der tasche aufzuwahren
und nicht hinein zu schauen
was können wir kaufen von all den schönen dingen?
viel können wir kaufen, viel werden wir kaufen
ich verkaufe meinen konservierungsapparat
verkaufe die ganze lose spreu aus dem treppenhaus
ich brauch´s nicht mehr ich öffne das fenster
in den abendstunden geht die amsel verkehrt im spalier
wenn der regen kommt, und dicke tropfen
die körper anderer leute waschen sind wir allein
der regen und ich, schenk nochmal ein amselchen
du hast den wald aufgefädelt, große dankbarkeit gilt dir
eine kette grünes trag ich um den hals
amselchen wir sind allein falten uns die brust
vor diese lindgrüne wand, öffne das fenster
draußen wäscht der regen alle körper, das ist schön
was können wir kaufen von all den schönen dingen
ich verkaufe meinen apparat, alle apparate
den seelenapparat, den honigmilchapparat
den lingusterstrauchapparat, und unten am fluss
der frosch und der gimpel im mundharmonikaduett
verkaufe alle schönen dinge, den ganzen wald
die grüne furie, zehn frühe jahre,
deine kette, das ganze ganze holz

 

 

Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | 1 Kommentar

jubiläum

durch meine wohnung
wandern schatten
und trinken auf gestern

hinter den wänden
ruft es nach ihnen
kann sein: schweigen

oj, ich habe flaschen
für das meer geleert
morgen fahre ich hin

dann sterben
meine väter in weiß
sie werden das nicht verstehen

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

(ohne titel)

loses geblüt in der jauchegrube. wie raspeln fallen, schräg,
wenn ein düsteres viech vor schritten flieht. in die tannen,
nimm diesen lappen, schau nur die kleinen fühler im laken.
am schulterblatt kam ihm ein dritter arm, dafür hat ihn der lehrer gehasst
also kam er übern hof mit dem großen gerät und einem schüler zum tragen.
man weiss es so selten, die grube ist voll, die grube ist leer.
ist das viech schon weg oder liegt es versteckt unterm stein.
nimm das hier und setz dich aufs bett. er ist gerannt, glaubst du,
wie die kälber von jericho im himmel, die zwei hinterher,
den apparat überm kopf um ihn totzuschlagen. kamen sie zum zaun
und der schüler fiel seinem lehrer an den hals, als wollte er ihn
nie wieder loslassen. so konnte er entkommen, lief in die tannen
zum haus, durchs leder stach der arm. dann fielen die bomben vom himmel,
das haus lag verstreut auf dem feld. ich habe geschlafen
und wie ich rauslief lagst du am boden der grube, die raspeln fielen,
ich sagte zu mir: heute bin ich glücklich wie niemals zuvor.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 4 Kommentare

barcelona I

auf umzäunten plätzen
hüten junge mütter ihre
wachsende erinnerung

treten männer produkte
ihrer flüche als leergut
in den überdachten tag

am morgen sind immer
genug bäume übrig um
alle betten vollzustellen

wird jede neue auflage
überflogen von vögeln
mit weichem rückgrad

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 3 Kommentare