G13 GEHT WIEDER AUF TOUR

Jetzt ist es amtlich: Mit der G13-Belletristik 11 und Max‘ Debutband im Gepäck lesen wir vom 9.-16. April in Leipzig, München, Freiburg und Zürich. Dazu gibts nicht nur ganz viele neue Texte, sondern auch eigens für die Tour komponierte Musik.

Grafik: ku-mo.de

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erasmus die erste

was du sagst lässt meiner ahnung alle stränge reißen
dabei ist es doch dieselbe gondel die wir schneiden
dass der weg hierher genauso von hier weg geführt
hätte der patron dafür verständigung geübt

fraglich lag mir auf wie in der vielheit dieses ortes
nächtlich dunkle säle nur mit bildern voll sein konnten
die bei tageslicht zwar nicht bedingungslos in reich
abends doch in hoffnungsweite lagen des gemeins

es war klar dass sich die wunschnation nur über filme
kennen ließe wie sie anlauf nahm und wie sie liebte
was du sagst ist das wonach es hier den sinn zerreißt
individueller abspann aus dem neuverbleib

für hannes

Veröffentlicht unter Alexander Makowka | 1 Kommentar

toujours des problèmes

rumpfbauten, siechen alleine. lass die kippen im weiher, sieh.
gehen wir von strömen aus, bühnen: ein neues sodass. das
territorium zweimal am morgen. babylon. will ich alleine sein
schleicht sich ein delta ins dach, in tüten, erwachen verweise,
zerschlagen die fenster und zünden die balken an, das bleibt
unterm strich. kein stocken im harz, kein fauliges maulwurfsvolk.
bloß buhnen. und strom, ein joystick am himmel. gesetzte säuger
im schlauchboot darunter. also hier. wenn wir es schaffen
den wald zu erfassen, den schimmel im stein. wenns aus dem
schilf einer schafft die haare zu bergen. augapfelrollen aye
aye, mein junge. der bär des morgens und der bär des morgens.
mit groben cornies am schirm, die isolation durchbrechen,
aufräumen. und dabei noch so viel zocken wie möglich.

 

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 1 Kommentar

laken.sühne.lab.

flattern, falter ein umwurf. der birken-
wald zählte sechs buchen. niemand hatte
das bisher überprüft, nun war unschädlich
geworden, was vorher genügt hätte, das

heißt, alles blieb beim alten, nur die wut
ließ sich nicht blicken. sprachen, wetter,
zaudern, das alles wirkte im dunst der
felder wie eine frechheit, niemand kam

auf die idee, der bestuhlung eine neue
gemeinsamkeit zu geben, die wasserhähne
bis zum anschlag auszunutzen. gelächter,
furchen, ein lupfen knapp oberhalb des

kragens, das für zustimmung sorgte, was
nicht wenigen unheimlich blieb, sich am
ende aber auszahlte, da niemand mehr
sagen konnte, wie alles angefangen hatte.

Veröffentlicht unter Ilja Winther | Hinterlasse einen Kommentar

[taunus]

taunus, letztes dorf vorm dorf. dieses mal keine regeln.
mein körper fachwerk, hat es eilig, und wir, von nahem, erwarten.
beginnen grad erst zu verstehen. dass der krokus feige ist.
blüht so leise, überall. wer trägt uns denn die weitsicht nach,
die alte tante ungeduld hält uns das köpfchen in die nacht.
du die bücher, ich den wein. den umweg über konsonanten.
wenn die falltür müde knattert, die untergasse, beinah neu.

(für daniela seel)

Veröffentlicht unter Friederike Scheffler | 2 Kommentare

[die evolution verkaufen]

die evolution verkaufen. im kasten: gräuerlich. wie sarg
von sarg. wie das einzige was diesen laden noch
retten kann (vielleicht). ein finger mehr oder weichere haut.
beschau im anmarsch: jedenfalls. du darfst
noch ein stückchen näher ran.
so sagt man tropfen voraus: es habe den selben verlauf.
war das schon immer so? trotziges halstuch.
immer schmalere krise zumal. im sieb wie die sintflut
vom tower heraus. noch spargel? nein nein. dieses gebiet
geht als erstes übern pfuhl. zerkratzter marktplatz.
pfui. und ich hoffe auch der rest geht mit der zeit
aus dem bild heraus. es wäre noch schöner.
du setzt dich derweil an den rand. wie ein
meerungeheuer: die finger im mund.
du kannst mir vorm spiegel auflauern. spülen
ein kleines loch in den schädel bohren.
und später tauschen wir karten.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 2 Kommentare

die fronten haben sich zugezogen

die fronten haben sich zugezogen
vom fenster aus zähle ich zentralperspektiven
krumm ist die luft und schwer nutzbar
noch ist der frühling frischgesponnene glasfaser
zwischen unseren lungenbläschen
es gab eine zeit da reichten wir
bis zum unteren drittel des weihnachtsbaums

heute denke ich den wetterbericht zu ende
in deiner heimat verbrennen echte Illusionen
auf falschen straßen dort ahnt man
flügelschläge verzogener schmetterlingsarten
die wurden geerbt in der letzten kurve
des stammbaums und dann sehr kausal
bald wird sich der winter aus der affäre schmelzen
jemand denkt in präzisionskunstgriffen
und vor der tür einzwei krokodilledertaschen
an besseren tagen bleibt man betroffene gegend
jedwede leinwand und unterm balkon
sitzt eine giraffe aus stoff und ein kind
das könnten wir sein hast du gesagt
das waren wir in einem völlig anderen land

Veröffentlicht unter Rebecca C., TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

bühne.buhnen.summe.

die altäre hatten wir in der kantine
vergessen, die disco bemühte den
geländewagen, der nicht anspringt.
verliebtheit ließ uns damals so viel

zeit gewinnen, dass ein weiteres
jahr verging. der schwarm füllte die
lücke bis zum nächsten frost. es war
ein erster ansatz, weniger information

zu geben, sich zu räkeln. sachdienlich
wirkte die bedächtige ziege auf dem
kopfsteinpflaster, obwohl niemand
genau wusste, worum es letztlich ging,

wenn man sich nebenbei die splitter
der stromkästen in die hände strich.
ich war darauf gefasst, papier aufzu-
reißen, bis etwas zu leiden begann.

Veröffentlicht unter Ilja Winther | Hinterlasse einen Kommentar

PUBLIKATION: Übersetzung im Magazin #19 der Bundeskulturstiftung

Die Jubiläumsausgabe zum 10jährigen Bestehen der Kulturstiftung des Bundes versammelt Gedichte von Lyrikerinnen und Lyrikern aus dem In- und Ausland und enthält neben Texten von Alexander Gumz, Dagmara Kraus und vielen anderen eine Übersetzung des Langgedichts „gegen alle organisierten lügen“ des chinesischen Dichters Yan Jun von Lea Schneider. Das Magazin #19 kann hier kostenfrei bestellt werden.

Veröffentlicht unter Lea Schneider, PUBLIKATIONEN | Hinterlasse einen Kommentar

brücke über die drina (arabisch)

(in einer Übersetzung von Muhammad Aurfali, Syrien)

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 5 Kommentare