zuckerberg

entschuldigt ich habe diese krake
diese hakennase nicht malen wollen
da griff mir etwas in den stift

bei meiner mutter ich hatte doch
an hollywood gedacht glaubte mich
damit auf der richtigen seite

den stürmer kenne ich gar nicht
wirklich ich habe doch keine monster
mit buckeln und hörnern gemalt

und ein laptop ist kein geldsack
da habe ich auch nicht dran gedacht
meine kraken tragen lockige haare

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[Feuerwehrgedicht I]

der anruf kam mitten am morgen, kaum eine stunde war da
in serie gegangen. draußen lag luft, von nacht neu erfunden,

stand am anderen ende ein mann, vor den letzten metern seiner
sprache. sagte, er habe sätze gesehen in straßenmitten nur aus

gedankenstrichen. häuserzüge mit leuchtstift markiert. brannte
ein dach, sagte er sich: zögen flüsse ans meer, zög ich mit.

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[lady winter, gibst mir finten]

lady winter, gibst mir finten
die obligatorische choreografie
den dingen ihren gestank zuzuwedeln
wasser bleibt, wo ich mir bojen dachte
optimistische züge, ein gespiegeltes refugium
wenn ich ehrlich bin, kann ich hingucken, wo ich will
nichts trägt weiter als: wir sind uns alle einig
mächtige rudel, kompanien. zucken, weiterrinseln
wenn ich wütend bin, bleibt, die tiere zu zählen
sind vollgepackt mit feierlichkeiten, die ich nicht teile
dreh ihnen eine schulter zu, streichel mir die andere
begebe mich in unwesenheit, an land
begebe mich in unwesenheit, an land
dreh ihnen eine schulter zu, streichel mir die andere
sind vollgepackt mit feierlichkeiten, die ich nicht teile
weil ich wütend bin, bleibt, die tiere zu zählen
mächtige rudel, kompanien. zucken, weiterrinseln
nichts trägt weiter als: es sind sich alle einig
wenn ich ehrlich bin, kann ich hingucken, wo ich will
optimistische züge, ein gespiegeltes refugium
wasser bleibt, wo ich mir bojen dachte
den dingen ihren gestank zuzuwedeln
die obligatorische choreografie

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sagt den kindern die wahrheit

die ressourcen der lieblichkeit auf diesem planeten sind begrenzt,
das ist gut. dass nicht u zu u würde unter der hand
und man alles ansehen müsste wie freundschaft und stammeln,
als ob es keine zeit gäbe, oder nur noch zeit.

so wirft sich die jeans, so wirft sich der schritt in ein kinderzimmer,
wo immer er mir oder dir begegnet. so splittert ein bild in die verzögerung,
bis wir schreien oder schreiben. und später fassen wir wieder schnüre mit
zähnen und lächeln uns klimpernd an.

nicht wie die welt ist, ist das mystische, sondern dass sie ist.
lasst alle zerstreutheit fahren.

er ging nach new york und war glücklich, er sagte den leuten: ich glaube
euch allen kein einziges wort. er ging nach vechta und warf vom balkon
ein tuch in den kommenden abend. saß grinsend zwischen den kisten,
in der email schrieb er: was kann mir noch geschehen?

überall ist schönheit wo langes starren und können und telefonate
auf einmal zusammenprallen. der eine beginnt einen move und die anderen
rufen: würdiger stier! würdiger stier! so geht es, diskret und ohne ahnung.
die guten verstecken die absicht und die bösen verstecken die absicht,
aber beide meinen es ernst.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 1 Kommentar

[verzagtheit, zögernde stelze]

wie holz kremig werden lassen, fragt sich
verzagtheit, zögernde stelze, wir sehen
die unmöglichkeit, grund zu geben
einfachen boden, streichen zu  gemeinsamen gelagen
unverfängliche lügen waren schon immer anlass zur kunst
wieder, verzagtheit, begegnen wir uns im begriff
vorzugeben, es ist ein puls, der durchgeht
auf dem sprung zu anderen nasen
kuriosen gelegenheiten, mal nicht alleine zu schlecken

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | 1 Kommentar

[mit immer so großen]

er sah mich mit immer so großen
hatte warum augen die für mich
so groß aussahen über farbe
lässt sich nichts aussagen

ich war ihm verbunden
und wusste zu wem
er gehörte ich konnte
den glücklich finden

seinen indolenten blick auf mir
dort lag egal was ich sagte
nicht hoffnung genug um mit jedem gesagten
den blick zu verdienen geschweige ertragen

das sei sein ganz normaler
doch wobei er sei ein wenig
abgeschlagen ob ich das
verstehen könnte er die augen
deshalb größer stellen müsste

Veröffentlicht unter Alexander Makowka, TEXTE | 1 Kommentar

[das fröhliche bild eines unbefangenen malers]

die tremende wirre, in der wir uns ständig befinden
wird den kanälen nicht gerecht. meistens lastet sie
uns fahrten an, reisen zu markanten punkten, die
aus der nähe betrachtet, wieder zu flimmern beginnen.
die sache mit den spielschulden, die das unbehagen
verrechnet, nach dem prinzip: es warden so viele dinge
für scheiße befunden, dass ich investieren muss, um
aus ihr herauszufinden. in einen fossilen schlafplatz
eine ergreifende erkenntnis, einen grauen kater.
in das fröhliche bild, eines unbefangenen malers.

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | Verschlagwortet mit | 5 Kommentare

ÜBERSETZUNG: Taiwanesische Lyrik auf babelsprech.org

Shang_Qin_imageFür Babelsprech, das internationale Forum deutschsprachiger Lyrik, hat Lea zwei Texte des taiwanesischen Prosalyrikers Shang Qin ins Deutsche übersetzt und kommentiert:

„[In] Shang Qins Texte[n] […] trifft der Einfluss der europäischen Moderne und die reiche Tradition US-amerikanischer Prosalyrik auf eine Sprache mit unendlichen Möglichkeiten zu Polyvalenz und Verdichtung. Shang Qin nutzt die Besonderheiten der chinesischen Grammatik, um mit großer Nonchalance das umzusetzen, was Lyrik (unter anderem) leisten kann und was sie so notwendig macht: den Fokus auf die Sprache selbst und ihre Absonderlichkeit zu legen, indem sie Worte, Wendungen und Begriffe nimmt, von ihrem (Alltags-)Kontext isoliert und dadurch ihre Gemachtheit aufzeigt, indem sie also vereinfacht und dadurch verdichtet.“ -> Weiterlesen

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Global Open Stage, 16.1.2014, MGT Studio Я

senfModeriert von Max Czollek und Deniz Utlu startet am kommenden Donnerstag, den 16.  Januar um 20:30 Uhr die erste Global Open Stage am Studio Я des Maxim Gorki Theaters. Alles ist erlaubt – jede Sprache und jede Sparte. Das Lineup sieht schon jetzt eindrucksvoll aus und verspricht einen spannenden Abend. Zur Veranstaltung geht es hier.

Lineup
(in Klammern die Auftrittssprache und Sparte)

Christoph Szalay (Deutsch, Lyrik / Performance), http://www.kultmucke.de/when-we-turn-off-the-light/ )

Maya Kupermann (Hebräisch, Lyrik), http://www.youtube.com/watch?v=jK6wdfpbvR0

Anna Hetzer (Deutsch, Lyrik), http://www.guxdu.com/pages/k/kunstformen/images/Annas%20Bildcv.JPG

Charlene Schimek (Deutsch, Popmusik), http://www.youtube.com/watch?v=XNB9DBn4Dvk

Orit Nahmias (Englisch, Monolog), http://www.gorki.de/ensemble/schauspieler/orit-nahmias/

Punk-Rock Band Guter (Deutsch/Englisch)

Leander Graf (Englisch, Schauspiel, Dialog, The Scene), http://www.leandergraf.de/7301.html

Anja Kampmann (Deutsch, Lyrik / Neue Musik), http://forma-leipzig.de/personen/anja-kampmann/ & Max Murray (Posaune): http://forma-leipzig.de/personen/max-murray/

Friederike Scheffler (Deutsch/Englisch, Lyrik/Musik), https://soundcloud.com/rike-scheffler

Susanne Mirawietz (Deutsch, Lyrik & Blogeintrag), http://silbersilbentritt.blogspot.de/search/label/gedichte

Daniel Kahn (Yiddish/ Englisch, Lyrik), http://www.paintedbird.net/

Katharina Schmitt (Deutsch, Monolog), http://www.katharinaschmitt.net/

Lara-Sophie Milagro (Deutsch, Monolog), http://www.lara-sophie-milagro.net/

Johannes Frank (Englisch, Lyrik), https://www.youtube.com/watch?v=aGI5BDHdVnU

Jens Gebhardt (Deutsch, Popmusik), http://www.youtube.com/watch?v=HE4bjas1fvM

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ursula

weiche dressur. die härchen spuren, man spürt den strich.
dass nichts hält und still. fällt der riemen in die fabel,
der dunkle untergrund. wie hälse zu bergen, wenn man glaubt
mit dem blick allein zu sein. die kuppen der instrumente

schmückt mit pelz. aber die zunge hält still. verrückung zu pollen,
weil auch das viertel zu glühen scheint. stand niemand schmiere.
aber ursula, von etwas müssen wir leben! der affe schreit,
wie eine feder vom haufen aus schnurlosen telefonen.

so werd ich dich immer lieben. ein tisch, der nicht aufhört
gedeckt zu werden. und wenn wir die dunkle seite der augen
festzurren auf einer kuppe, beim biss ins erworbene brot.

so können wir gehen. im treppenhaus grüßt uns der kleine tod,
in den taschen die dollars der töne. alles verwandelt, nichts
zerstört. ein dutzend schmutzige zettel, geordnet wie eine tätigkeit.

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