nihilismus. ein glücksgefühl

plattenjockey mit lippenhaar
dieser bass, kolossal, sportpalast
mensch, das ist schon fast

shotglas, wir können froh sein
mit diesen plattentellerpupillen
geht’s einfach: weiteratmen

die klarsten gedanken zu einer
theorie der räume hinken voraus
als hätte man das noch nie

es ist januar, es regnet aus laser
grünen wolken, herr, die nacht ist
groß und groß deine -schöpfung

(der text ist die erste veröffentlichung der neuen reihe „textton kombinat“ auf kultmucke.de, und zwar hier. textton kombinat führt gegenwartslyrik und clubkultur zusammen. einsendungen gerne an: max@kultmucke.de)

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 3 Kommentare

[narcissus und echo]

1
aonisch berühmt, die bläuliche nymphe
macht die probe, gab den erleuchteten mann.
fünfzehn jahre helles getön. ist einer allhier?
die schwätzerin belistet, schlau, wird selbst
narcissus, von der zunge schickt sie gewalt.

2
drohungen verdoppelt als jüngling, bestehen
je mehr sie ihm folgt. meidest du mich? wie die
knienende echo, wachsende sorge. was meidest
du mich?
verachtet schlüpft sie in den wald,
späht ihn als schwefel, laut und gebein.

3
dort gewässer, weidende ziegen. komm! komm!
leichtgläubig rührt sie die feuchtende welle, gierigen
quell. hascht sein gesicht, unmännlich die wang, wie
schimmert der hals. solch anmut verlangt lob. wendet,
was sie erblickt: oftmals denselben, unkundigen wahn.

4
der unglückliche entweicht ihr nicht: verzehrt den knaben,
das freundliche antlitz, in dunklem grase unersättlich.
wie oft sie den mund, fast scheint er gebreitet.
was denn tun? auch sie schmachtet den nymphen.
wer sie war vergoss, wünscht sich fern das geliebte.

5
kaum aufblühen, enthüllte brust: hier uns vereiniget! wie
sinnlos, trüb, der obere rand. vereiniget: knabe, echo, vormals
sie. also erscheint ein apfel, klärt das wasser. unvermerkt
färbt sich gewöhnlicher knabe, gefällt sich selbst, rief: womit
sich bewundern im spiegel. nachzutönen, leis wütende hand.

6
aber auch dann, nachdem in die untere wohnung er einging
schaut er sich in stygischer flut. betrauert die schwester.
ward barde, besorgt und brand. geschwungene fackel,
fand sie nirgends, der leib, sie in sich gegürtelt, auch
dann ein gelbliches blümlein, rings um den kelch.

Veröffentlicht unter Friederike Scheffler, TEXTE | 8 Kommentare

[hefter die helfen]

hefter die helfen jetzt auch nicht mehr
weiter
beim wäscheaufhängen hast
du lange nach fusseln gesucht und da-
nach dein gesicht vor dem spiegel ge-

prüft der laptop läuft seit vielen stunden
und die luft im zimmer dick wie deine
sehnsucht nach dem bett wo krümel flecken
treffen und dich an den kalten kaffee

mahnen das telefon klingelt sobald du es
klingeln hören willst der akku zeigt längst grün an
deine dateien erstrahlen in weiß und die
küche ist verschmutzt
papiere stifte bücher

verstauben schon unter den e-mails vielleicht willst du
kurz an die luft und dir hefter besorgen

Veröffentlicht unter Christopher Izgin, TEXTE | 3 Kommentare

von der abwesenheit (teilstück)

regionalzug: mit beiden
beinen transportgewerbe
ovation gestreifter körper
sind wieder wer wespen
schwarm in kurvenlage

doppeltes signal sprache
besetzter frequenzbereich
entschuldigen sie bitte ich
halte nur den stift es geht
schon wieder von allein

ich habe der gegend nie
etwas unterstellen wollen
sah bloß die oberleitungen
am gelenk liniertes papier
das schweigen darüber

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 2 Kommentare

augentanz

lecke wunden gerne staub auf der zunge wirbelt sich zu einem sturm
aus hautpartikeln die ein täubchen friemeln das ich ausspucke spürst
du die zeit lass uns sinn machen und den raum mit milch tünchen wo

bin ich zwirbel kurbel nabel um deinen hals der dich untrennbar bindet
es ist ein böser traum ruhend spielst du mit meinen sternen wir zuckeln
herum flieg weg fisch keine würmer pflüge im flug lügen piercing und

schnitte leuchten durch diesiges gurren kommen näher ich
höre himmel durch deine federn flattern noch tanze ich zu
deinen augenliedern und küsse dein blütendes blut während
ich umdunkelt erstarre es ist ein licht das der wind zerstäubt

(für birte)

Veröffentlicht unter Christopher Izgin, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

[so ist das wieder]

rückblick: ich berühre. ein ungestüm von einem zug,
die dunklen laternen (ach). zwei reihen kinder
aufgestellt zur schneeballschlacht. leipzig, halle
(sachte) schmerzen um den unterleib. hab übers jahr
zentimeter verloren. maßeinheiten (klein gehalten)
ein -nein, mehrmals haut in schiebetüren. die unterlippe,
drück aufs foto. halt die haltung nicht mehr aus.

Veröffentlicht unter Friederike Scheffler | 5 Kommentare

einige gedanken zu politik und lyrik

aus einem immer mehr von der eigentlichen diskussion abschweifenden blogkommentar ist vor einiger zeit ein kurzer text entstanden, in dem ich versucht habe, einige gedanken zu politik und lyrik zusammenzufassen, die in verschiedenen diskussionen zusammengekommen sind. ich möchte diese gedanken nun gerne zur diskussion stellen. ihr findet den text h i e r.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | Hinterlasse einen Kommentar

G13 im mindpirates Salon, am 7.12.

dec_7Und auch bei den mindpirates wird G13 an diesem Wochenende zu hören sein.

Anlässlich der Ausstellung Ralf Schmerberg: Der Tod nimmt sich einen Tag nach dem anderen. verwandeln die nämlich ihr Vereinsheim für einen Monat in einen Salon, oder besser gesagt in ein „multi-sensorial feast of inspiring sounds, tastes, textures, words, encounters, gestures that will linger on your palate and imprint your mind’s eye“.

Außer neuen Texten eines Teils der Gruppe wird an diesem Freitag (7.12.) Musik von Malakoff Kowalski zu hören sein, danach folgt eine Party mit den Spacehoppers. Ab 21 Uhr in der Schlesische Straße 38, alles weitere HIER.

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Bewegungsschreiber vom 6. bis 9.12.

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Ebenfalls diesen Donnerstag hat das Projekt Bewegungsschreiber Premiere. Das Projekt bringt Lyrikerinnen und Tänzerinnen zusammen und lässt Körper und Text, Rhythmus und Bewegung aufeinander treffen, um so einen neuen Dialog jenseits der jeweiligen Genre-Grenzen zu schaffen. Mit dabei sind:
Dichtung: Tabea Xenia Magyar (G13), Martina Hefter, Daniela Seel, Alexander Gumz
Tanz: David Bloom, Maya Lipsker, Anna Nowicka, Katharina Meves

Performances von Donnerstag 6.12. bis Sonntag 9.12. jeweils um 20:30 an der Kastanienallee 79 im Dock11 in Berlin. Ticketreservierungen: ticket@dock11-berlin.de, telefonisch Mo-Fr ab 9 Uhr unter 030 -3512 0312.

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Ilja liest ‚aus dem blauen‘ – am Do 6.12.

…und zwar bei der gleichnamigen Lesereihe im post-provisorischen Projektraum ‚Ex-L&G Security‘ (Donaustraße 115 in Neukölln). 20 Uhr, und mit dabei sind Meike Schmitz, Mischa Mangel und Joey Juschka.  Charlotte Hofmann illustriert live am Beamer. Wird bestimmt total schön.

523763_314748201929065_1890603257_nDer Dichter

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