1
aonisch berühmt, die bläuliche nymphe
macht die probe, gab den erleuchteten mann.
fünfzehn jahre helles getön. ist einer allhier?
die schwätzerin belistet, schlau, wird selbst
narcissus, von der zunge schickt sie gewalt.
2
drohungen verdoppelt als jüngling, bestehen
je mehr sie ihm folgt. meidest du mich? wie die
knienende echo, wachsende sorge. was meidest
du mich? verachtet schlüpft sie in den wald,
späht ihn als schwefel, laut und gebein.
3
dort gewässer, weidende ziegen. komm! komm!
leichtgläubig rührt sie die feuchtende welle, gierigen
quell. hascht sein gesicht, unmännlich die wang, wie
schimmert der hals. solch anmut verlangt lob. wendet,
was sie erblickt: oftmals denselben, unkundigen wahn.
4
der unglückliche entweicht ihr nicht: verzehrt den knaben,
das freundliche antlitz, in dunklem grase unersättlich.
wie oft sie den mund, fast scheint er gebreitet.
was denn tun? auch sie schmachtet den nymphen.
wer sie war vergoss, wünscht sich fern das geliebte.
5
kaum aufblühen, enthüllte brust: hier uns vereiniget! wie
sinnlos, trüb, der obere rand. vereiniget: knabe, echo, vormals
sie. also erscheint ein apfel, klärt das wasser. unvermerkt
färbt sich gewöhnlicher knabe, gefällt sich selbst, rief: womit
sich bewundern im spiegel. nachzutönen, leis wütende hand.
6
aber auch dann, nachdem in die untere wohnung er einging
schaut er sich in stygischer flut. betrauert die schwester.
ward barde, besorgt und brand. geschwungene fackel,
fand sie nirgends, der leib, sie in sich gegürtelt, auch
dann ein gelbliches blümlein, rings um den kelch.