(weiterer Text für Google-Projekt)

hier unten nur funzeln. lichtkegel, die wir lange
recherchierten. sie zündeten das who is who der
dämmerung an. dann zuschauerandrang: männer im
forum, bilder unterwegs, wie sie ihre 6-watt-sonne
entsorgen. dutzende menschen, handmade, bei ein-
brechender show. sie sezierten den schatten. trieben
tickets für weitere ergebnisse auf. später: das chaos
usw. nur die nachbarschaft hatten wir unter kontrolle.

Veröffentlicht unter Tristan Marquardt | 3 Kommentare

[ein fußgänger im kleiderschrank]

ausgelaubt und stadtgeplagt
von beiden heißt es hätten sie
denn nie dergleichen angehabt
ein fußgänger im kleiderschrank
das blinzeln dieser hofeinfahrt
birgt mehr als nur vom lidholz schatten
hinterstirn des wohnpalastes bietet
eine dunkelkammer an entwicklung leidend

im unerwartet offenarmigen
zusammenleben mit organischeren
säulen als dass deren kapitelle
nicht die farbgebundenheit des immergrünen
überwinden könnten kommt mir armeflechten
im antiken sinn zum korb der kanephore
besser noch zu schultern vor vom stamm
in reihe einen teil der garderobe

darin zuvorgekommen hände anzulegen
werden mir atlanten jeden himmelsendes sein
in deren tradition moderne hantelstemmer
angefragt ob sie ihr preisgewicht für eintauschbar
erachten würden packt entgegen aller
kunst das zögern und sie fürchten um
ihr gleichgewicht dem vorzugshalber
zum dekor ein lorbeerkranz genüge

Veröffentlicht unter Alexander Makowka | Hinterlasse einen Kommentar

Grüße aus Bogotá!

Veröffentlicht unter PRESSE & BILDER | 2 Kommentare

für die enten, aber

was steht dem verfall im gesicht? die volle länge der anderen.
die enten im hafenbecken, entlang der wand: zerschlagen,
erzählen. dabei das ganze überm kopf: die läuse im haus,
die häuser im schleudergang, und so weiter. ist das noch
eine landschaft? vielleicht eine stadt? es ist eine zärtlichkeit,
die keine beine hat, ein haufen kleinigkeiten, erwischt in-
mitten der analyse. so viel: es gibt fenster. die hälfte frühstückt
nichts, trägt arme an. so wurden versteckte früchte benannt.
und wenn jemand trotzdem hosen hat, und tritt und beißt,
sich spiegelt und nach draußen geht, um zu sagen, […]

oder eben doch verfall, wie könntest du es wissen? die teufe
der augen im internet-lokal. geht wieder siegreich schlafen.
ich ging in diesen raum und stand vor einem rätsel. wenn also
jemand sagen möchte: wo enten sind, da ist die hoffnung. wo-
aber man kann das erklären. die anderen, oder gar keiner. oder
das alphabet bloß: von satelliten bestrickt. vielleicht hat jede
zeit ihre eigene. vielleicht. nein, ich denke mit zwei drei strichen
wüssten wir wieder, woran wir sind. das ehemalige hafenbecken,
mit pfirsichen, pfaden im dach, für lumpige kräne. dazu der kult.

also sprechen wir davon. ihr verfall weist auf absichten hin. nimm
einen kanister und stelle die frage. der rest ist schon in gemälden.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 2 Kommentare

gerüste: aufstehen! (ich)

ich finde keine fressfeinde, fischschwärme, diese das
lonely crowd, geht mir leicht von der hand, kommt später
der elektrische mann und steckt die stecker an, siehst du das?
ich bin auf. immer die linie mit guten morgen und schnee ich fahre
die sonne hoch, krach! sagt der habicht krach krach! sagt die maus,
der oberste platz auf der checkliste, staub der aus modellen fällt, feld,
trenn schweiß und speicher: B64, modelle für gleichzeitigkeit, gleich,
sonne, gleich. und dass alle nur spielen wollen, hier: liegt ein weideland
für steine, molekularteil des xten paradies, ich. verstehe dich darunter: was
die sonne wirklich ist, geht auf, wenn die methode stimmt. ich sammelte das
in meinem mund. geschüttelt. karierte hosen, ein packen gedichte. und die haare
faltet man immer irgendwie ein oder aus. wir können ganz entschieden davon leben.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | Hinterlasse einen Kommentar

wien

aus der luft die vorstadt
mit glänzender epidermis
gegen das profil gestellte
batterie mittelfinger

kommst innwärts kannst
stuckgewächse finden die
mochte der förster seiner
axt nicht anvertrauen

eine häuserallee blüht
in den kellern werden
heimlich gläser gefüllt

und alles verbindet
der magarethengürtel
das bilde ich mir nicht ein

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 2 Kommentare

(Text für Google-Projekt)

im ausgangspost, beim essen und trinken, wir durften
immer wieder reifen. 5 erfahrungsberichte. das wasser
öffnete seine pforten, nicht fassaden, nicht mal ansatz-
weise gekühlt. wir bekamen ein glas dazu. immobilie,
auf dem weg. oder wohnung im bremssystem, wenn der
innenraum sich warm zeigte, aber in dingen belastbar:
kenne leute, komme ursprünglich aus beruflichen gründen,
bin aber nicht in meinem zimmer. ihr solltet darauf achten.

Veröffentlicht unter Tristan Marquardt | 7 Kommentare

barth

ich befand mich also auf der langen bierbank
norddeutscher geschichte / nicht weit von wo
die schiffe an ihrem geruch erkennbar waren
lagen die gärten / abends erschienen buchen
in den kursbüchern erschöpfter heimkehrer /
aus kronkorken baute ich flugzeugpropeller
die hatten mir gerade noch gefehlt

als mein bart gewachsen war erging an mich
diese abmahnung / quellwolken rollten ihre
ahnentafel auf den horizont / waren wie auf
einem reißbrett geplante glockentürme / ich
wurde zum zeugen der auferstehung weißer
daunenjacken / es ging nicht viel über diese
kanäle bloß rauschen

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 6 Kommentare

PUBLIKATION: Georg Heym. Gedichte und Erwiderungen

Anlässlich des 100. Todestag Georg Heyms und als erste Amtshandlung Florian Voß‘, des neuen Herausgebers der Lyrikedition 2000, ist nun ein Jubiläumsband erschienen. Unter dem Titel „Ich bin von dem grauen Elend zerfressen“ versammelt das handliche Buch Stimmen gegenwärtiger Lyrik, u.a. Björn Kuhligk, Jinn Pogy, Alexander Gumz, Katharina Schultens und vielen mehr. Diese stehen neben den Originalen Georg Heyms, antworten, variieren, ironisieren, als wäre der Autor anwesend, spräche zu einem aus dem Havelbecken, wo er am 16. Januar 1912 gemeinsam mit seinem Freund Ernst Balcke ertrank.

Drei Lyriker_innen von G13 haben an diesem Dialog teilgenommen: Linus Westheuser, Friederike Scheffler und Max Czollek. Der Band kann hier bestellt werden. Eine erste Kritik von Jan Kuhlbrodt findet sich hier. Mit den vielfältigen Formen lyrischer Aktualisierung kann dieses erste Buch im Heym-Jahr auch als Hommage und Neuentdeckung dieses wichtigsten expressionistischen Dichters gelten.
heym

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[der hat die angel ausgeworfen]

der hat die angel ausgeworfen einen brief
nach panama geschickt für frieden
wünscht er wäre ein hund der träumt
die zähne ratschen reihum im mund

in panama fallen minigranaten
mit dem regen auf das pflaster
eben verbundener wunden man sucht
in den strassen lange nach häusern

wenn es nacht wird fällt es schwer
lichter zu orten dann sitzt er da
wartet auf andere antworten
einen daumen breit am abzug

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar, TEXTE | Verschlagwortet mit , | 4 Kommentare