LESUNG: Tabea bei Kreuzwort

G13 und Kreuzwort, das ist eine lange Geschichte, die im September 2010 bei der allerersten Veranstaltung der Lesereihe ihren Anfang nahm und nun erneut Fortsetzung findet: Am kommenden Montag, 11. 3., laden die Kreuzwörter zur nächsten Lesung, diesmal mit Babet Mader, Peggy Neidel und Tabea Xenia Magyar. Das wird ein feines Messe-Vorglühen und wir raten dringend, anwesend zu sein.

Damensalon, Reuterstraße 39, 20 Uhr, 3 Euro

Texthäppchen, Biographisches und mehr zur Lesung auf dem Kreuzwort-Blog.

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Für mehr Minderheitensprachen

wenn de fleeg nich fleegen deiht
dann sit se fast in fleegenstraps
wenn de katt to´n köpmanns sliekt
dann geiht se seker büxen köpen
modern seggt de bloom sünd moi
vaddern seggt ik kann nich mehr
döör de bööhm geiht een wind
de is so ol dat keener kieken mog
de slachter het dat grööntüch eten
dat weer jümmer so wesen
een grote wuddel inne snuut
und met siene soite klüsen
he het dat jümmer al wusst
wenn dinge bleeven as se sünd

Veröffentlicht unter TEXTE | 16 Kommentare

regen im januar

fällt seinem kälter vorgefallenen ins genick
eine altlast an streumasse bleibt
im schnellverfahren fossilierte pfefferkörner
wenn das salz aus dem behälter ist
schon durch poren im boden gesickert

müssen einmal ausgeteilte würzpastillen
vom gericht der erde abgemäkelt werden
dämme bilden nach dem brechen
präzedenzloses aroma soll herrschen
als würden sämtliche großstadtküchen
ihren kesselrückstand pressdampfarbeit
am tiefpunkt der rezeptidee aussetzen

wenn wir die fossile suppe nicht hätten
keine frischhaltefolie zum deckeln der kessel
klarsichtiger wegwerfartikel par excellence

der hunger fräße sein getöse größer
nährte sich und furcht vor der frucht
pfefferkornrund in die nase gesprungen
auf abwegen richtung verlängerten mund

am hals mit einem mühsam stein
beugt mancher sich zur suppe vor
der hunger fräst durch mehrfachhäute
schlägt ein leck im wirbelkanal
schenkt endlich reinen liquor aus

Veröffentlicht unter Alexander Makowka | 4 Kommentare

„IM AUGENSCHEIN 003“ Tristan im Gespräch über anonymisierte Texte

In der Reihe „Im Augenschein“ legt Tobias Roth seinen Interviewees anonymisierte Texte vor, durch die sich dann aufmerksam durchgeknabbert wird. Der dritte Gesprächspartner der Serie war nun Tristan. Durch das Verfahren entsteht nicht nur eine schöne Erweiterung der Lektüre, sondern auch ein Bild davon, auf welche Weise die Befragten sich Gedichten nähern. Tristan: „Die Wortfelder sind sehr klar definiert und werden eng miteinander vernetzt: Tiere, Zeit, Strümpfe und Gewebe.“ Oder in Reaktion der als Ron Winkler entlarvten Zeilen in uns gab es Varianten,[…]/die sich aus Langeweile nur noch jovial/ durch die Straßen bewegten: „Wenn man einfach sagt, dass die Leute hedonistisch sind, weil ihnen nichts besseres einfällt – ist es seinerseits langweilig. Aber so formuliert, wirkt es. Da hat der Stil das seine dazu beigetragen“. Mehr erhellendes auf: http://www.fixpoetry.com/feuilleton/interviews_essays/1955.html

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brandenburg I

mein unendlicher erkenntniszuwachs beim schaufeln
ist der parkplatz, das frittierte mittagessen am straßenrand
der ausgeräumte landstrich vor meiner stirn, die thrombose der dorfkneipen.

meine probleme im poststrukturalismus wenn ich von spaten rede sind virtuell
sind eine universelle brache, sind ein ölfleck auf der weide nebenan
sind meine hypertronischen hände in der lohnfortsetzung.

ich schaufel für die große hoffnung wenn die betonmischer kommen, die erntemaschinen,
das protektorat der einkaufsrituale, der scheck der aus dem riesigen himmel platzt
my guts are hypertronical für menchen, boden, kapital.

Veröffentlicht unter Maria Natt | Hinterlasse einen Kommentar

LESUNG: Linus bei KOOKread

Das Vorwort zur Messe: Noch stehen uns die Tage von zahllosen Lesungen, Buchpublikation und Feierei in Leipzig bevor und diese Zeit nutzen wir mit KOOKread. Die Lesereihe, für die Friederike seit einiger Zeit die Musik kuratiert, hat diesmal neben Marte Huke und Stefan Hochgesand Linus zu Gast, „junge, sehr gute Prosa und Lyrik“. Oder auch: „Im Februar geht es bei uns ab. Und zwar in die Wildnis.“

KOOKread, „Into the WILD“
am 26. 2. um 20 Uhr im Kvartira 62 (Lübbenerstr. 18, Kreuzberg)

Zum Facebook-Event: hier

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wieder die geschichte

falsche genese im schlafrock, abgepackt: wiederholt
stand orpheus vor dem fenster und schrie lichter!
hexen, explosionen, das alles auf dunkles holz gemalt,

gewalt. eurydike stand auf achsen gestellt, davor quadrate:
art der erkenntnis, die ihren gegenstand zerstört, das billige
weißblech geblättert durch teiche, inmitten der deponie.

ein zacken fiel und alle wurden älter, figürchen am rande
der unterführung, lesen also zeitung und falten das bein,
sie verbergen die stimmung vor dem betrachter.

und alles im wasser rief ach ach, schmeißtauben, whorf,
warst du aufgebockt, fehlte die rechte distanz und so
saugte die horde, durch tunnel gedrückt, sie wussten es

kaum. wussten nur rückwärts, körper als stütze: die lieder
sind entweder an oder aus. und eurydike, drähte wären hier
wohl zu erwähnen, haltlos, warf sich in scheiben, ins rohr.

blieb bloß die kruste im ausstellungsraum oder durchs
blickloch wieder: „zwischen uns“. orpheus mit brille vor
den cheops-pyramiden. fröhlich, doch zwanzig jahre tot.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | Hinterlasse einen Kommentar

jedes ereignis ist in sich unbeschwert und heiter (BE UNTRACEABLE/ BUT EASY TO REPLICATE)

ereignis

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 3 Kommentare

nichts, nichts ist verloren

ich verstehe meine freundschaft
ihre ausgebrannten symptome

den echten menschen habe ich
nie in die augen schauen können

in meiner schonung wachsen
erneuerbare fehlinformationen

ich habe wirklich keinen grund
weiterhin auf schnee zu schreiben

am horizont wirft jemand vögel
verbuche das unter jahreszeit

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | 5 Kommentare

REZENSION: 40 % Paradies in der Berliner Zeitung

„Nun haben die derzeit vierzehn Berliner Orpheuse die Anthologie „40% Paradies“ herausgebracht, mit deren Qualität sie ihrer Gruppendidaktik ein großes Kompliment machen. Die Gedichte sitzen. Dabei sind sie weder großspurig noch experimentell angelegt, sondern auf tastende Art formbewusst […].“
Astrid Kaminski, Berliner Zeitung

Die ganze Rezension findet ihr hier, in der Mitte der linken Spalte: BLZ_m10-09

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