AUDIO: Lit-Radio Mitschnitt von flarf Berlin

Am 4. 10. präsentierten die Autor_innen vom Kook-Projekt „flarf Berlin“ die Ergebnisse ihrer Arbeit: Ann Cotten, Alexander Gumz, Greta Granderath, Simone Kornappel, Björn Kuhligk, Tristan Marquardt, Sabine Scho, Jan Skudlarek, Ron Winkler und Uljana Wolf lasen Gedichte, die sie ausgehend Google-Suchergebniszeilen verfasst haben. Wie genau das funktioniert hat, wird im Beitrag gleich zu Beginn erklärt. Zur Präsentation ist auch die Anthologie „flarf Berlin. 95 Netzgedichte“ in der edition paechterhaus erschienen – wundervoll gestaltet und illustriert von Andreas Töpfer.

Quelle: LITradio

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[wolltest auf keinen fall zum rechen…]

wolltest auf keinen fall zum rechen, hattest angst
du kannst das nicht. anstatt zu strampeln
hast du deine füsse angezogen und bist patsch
herangeklatscht. jetzt hängst du fest,
über dir das messbesteck das tickt und tickt
wenn der mann kommt und sich was notiert
denkst du ja nicht blösse zeigen, tust
als hättest dus erkannt, als wäre alles, was man
vorher sagte jetzt auch wahr. aber so
so läufts am rechen nicht, hier ist probieren
angesagt, mühsam rüberhangeln, sozusagen
ernste gehversuche. ja, das wolltest du vermeiden.
nur hast du dich solange nicht entschieden,
bis es unausweichlich war. jetzt siehst du
die daten, auswertungen deiner overall-performance
siehst dir zu wie einem film in einem alten fernseher

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar, TEXTE | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

PUBLIKATION: G13-Feature bei Transom

G13 in englischer Übersetzung – dieses Projekt haben wir der agilen Vermittlung von Kurt Beals zu verdanken. Die erste von zwei Publikationen ist soeben erschienen: In der neuen Ausgabe des Online-Journals „Transom“ finden sich übersetzte Texte von Max Czollek, Paula Glamann, Maria Natt, Can Pestanli, Friederike Scheffler, Linus Westheuser und Ilja Winther samt einem Interview dazu. Schaut rein, viel Spaß beim (neu) Lesen!

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das gesetz der vermittelten unmittelbarkeit

und so der histrionische sommer. als zaghafte praxis
in schräge gestanzten schuhen. ist in erster linie die aussicht
des rückenschwimmers, der schwimmt und nicht sieht
wie weiter unten sich seeungeheuer unzureichend fühlen.

in der wanne, in die das u sich wirft. während ich dies schreibe.
leckt ein hund an meinem fuß. so geht es wirklich,
ein meer von puppen und miniaturen, die man schüttelt
und versetzt für geld. dann sitzt man im aggregat

mit zwei irgendwie nackten menschen. die versuchen sich
durch den geschwollenen ozean im auge zu streicheln.
faltest du dir pullover aus seiten von camus. die paradoxe
intervention, steckt selbst in der eigentumsordnung.

und so der histrionische sommer, dass der flussgott flieht. mich
deucht es ist tag draußen. hallo andi, hörst du mich?

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | 4 Kommentare

laguna de los cóndores

greifvögel mit abgesägter nase
heulender sturzflug ungelebter
erinnerung. zeigt uns wie man
mit alten gewehren
. modell ’87
reisegesellschaft union. antritt
mit ausgeprägtem knickflügel

dem bergvokabular in die knie
kehle geschlagen. bauschende
gesteinswelle. jerichotrompete
durchgekurbelt. ja, wir haben
die stellung verlassen
. auf der
karst positioniertes fischauge

verkehrtes fernglas. abwärtig
mäandernde flüsse. heraklits
tausendjährige metapher mit
stotterndem herzen. explosion
der wolkenformation. es half
auch kein ‚oh herr mon dieu‘

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

(Video) Mäx liest im G13-Kiez

Das Video entstand anlässlich der Übersetzungen dreier Texte ins Portugiesische, veröffentlicht auf Modo de Usar. Die Kamera führte Tobias Fitting, dem an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt sei!  (Vor allem für den Schnitt zwischen „bugs bunny“ und „in wittenberg“). Dank auch an den Zufall für das „wo denn?“ eines Passanten bei „nachdenken über schultheiß“!

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ANTHOLOGIE & TOUR: 40% PARADIES

Am 1. Oktober ist unser erstes Buch, eine umfangreiche G13-Anthologie, bei luxbooks erschienen! Wir freuen uns sehr, damit ein Best-of der vielen, vielen Texte vorlegen zu können, die in den letzten Jahren in der Gruppe präsentiert und weiterentwickelt wurden. 14 Stimmen sind mit je ca. zehn Texten vertreten; völlig unterschiedliche Formen, Ausdrucksmittel und Poetologien versammeln sich zu 40 % Paradies. Dass sich luxbooks dieses Projekts angenommen hat, ist ebenso schön wie die Unterstützung unserer LektorInnen, denen ein großer Dank gilt: Gerhard Falkner, Björn Kuhligk, Andre Rudolph, Ulrike Almut Sandig, Daniela Seel, Lutz Steinbrück, Ulf Stolterfoht und Ron Winkler.

Und mit der Anthologie unterm Arm geht es nun auf unsere dritte Tour, für die wir in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Marie Drath und der Dirigentin Eva Spaeth wieder ein eigenes Abendprogramm erarbeitet haben:

1. 10., 20 Uhr: Buchvorstellung in der Literaturwerkstatt Berlin
2. 10., 20 Uhr: Kafic, Leipzig – präsentiert von Edit | Literaturzeitschrift
3. 10., 20 Uhr: Projekttheater, Dresden
7. 10., 20 Uhr: A & S Bücherland, Karlsruhe
8. 10., 19 Uhr 30: Altes Gericht, Wiesbaden – präsentiert von luxbooks
10. 10., 20 Uhr: Kunstverein, Frankfurt – bei open books an der Buchmesse
12. 10., 21 Uhr: Café Franck, Köln
13. 10., 19 Uhr: Schaubude, Kiel

Bestellen kann man „40% Paradies. Gedichte des Lyrikkollektivs G13“ HIER.
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(Grafik: Claudia Schramke)

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taipei I

augustende: im fernsehen warten alle auf den nächsten taifun,
oder falls der nicht kommt, auf einen moment, in dem du mutig
genug bist, zu fragen. verschlafene klimaanlagen und die
verbindlichkeit von zufallsbekanntschaften, wenn sie erstmal
anfangen, zu fordern. alle fünf minuten kommt jemand zurück
und will nicht sagen, wo er gewesen ist. malt dir geister auf den
rücken (die meisten halten nicht besonders lang). gänsehaut:
das wetter wie alleskleber in den poren. bloß versuchsweise
senkst du deine erwartungen, drehst die lautstärke auf gegen
das sichere wissen, eine regel zu verletzten, die du nicht kennst.

Veröffentlicht unter Lea Schneider, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar

Lyrik? Seien wir mal ehrlich!

Jetzt reicht’s!

Die Rufe der Empörung werden lauter: Gegenwartslyrik überfordere zunehmend ihre Leser durch Schnelligkeit, Dichte und semantische Impertinenz. Ist das nur Vorurteil oder brutale Realität?

Wir sind dem nachgegangen und haben Olaf B. aus Barkhausen (bei Gnarrenburg) ein ganz durchschnittliches Gedicht von Ilja Winther zu lesen gegeben. Das Ergebnis ist alarmierend!

Sehen Sie hier:  Der verstörte Leser

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | 1 Kommentar

don quixote. auslöser

schaue ich genauer hin
wird das unscharf: der
staub tanzender kinder
caballero
.             .wir bewachen
verlassene windmühlen
schreiben die losungen
einer müdigkeit in das
nachmittagslicht

.        .kaffee, plantagen
plastik bei gutem wind
blasen wir unsere engel
auf
.        .lassen sie fliegen
geben pferden die sporen
sind dunst auf blaublech
geatmete gestalten

auf brüchige buchrücken
gebundene hohelieder halten
wir uns ohne zügel, tiere, heide
.      .einhändig in der luft

Veröffentlicht unter Max Czollek | Hinterlasse einen Kommentar