Landstreicherlyrik II

29042010 1623 Werftgelände

Und ganz frisch Kielgeholt
war mir doch so
als wäre dort etwas gewesen
im Hinterkopf meiner Dunkelheit,
aus gelähmten Händen schuf sich
ein Stück Wahnsinn
mich begleitend
so wohl behütet auf offene Tore der
Sturm in der Flaute meines
Verstandes nur
eine Hand breit Sinn
unterm Wahn

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Landstreicherlyrik I

26042010 2133 Hamburg Hbf

Ich gehe
und alles außer Angst
schnür dir die Schuh
für
festen Tritt auf
wankenden Wegen,
das bisschen Träne
das nehm ich mir mit
und lach dann drüber
denn
ich gehe

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am industriepark/ikea

hinter lichtspielen aufgedreht
die emigrierende sonne.
ich saß
provisorisch gesprochen im bällebad und träumte ich sei
der zweite hund im all.

womöglich hatten sowjetische schlote
den ort bestäubt.
es lagen rote lilien in der luft man könnte sagen:
wie proben von aroma
auf datenbänken.

vorm eingang ein post-ford.
hohles ross gefüllt mit deliverance from friends to friends.
und schoss ich auch vom hören/sagen-referenzen
ab vom stengel:
der ereigniswert blieb

unbeschädigt. also jemand anderes würde abräumen
ein service aus flüchtigen
hölzernen tropen am rande der unterhaltung. in der pause:
ausgespuckte orbits als fluchtpunkte lucky strike
sonst nichts.

die sonnenrückstände waren gelöscht. am horizont machte
ein unideologischer
toter hund seine lohnende arbeit.
und ich träumte: das universum bellte sich
zusammen zu einem bunten ball.

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VIDEO: Lea beim Kreuzwort-Debut

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VIDEO: Tristan beim Kreuzwort-Debut

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nach dem ersten durchgang auf den nüchternen magen fragen, was
d.h., den zustand zu verzapfen. den flaggenträger als unerträglichen:
fan. eine meisterschaft aller möglichen welten. geäußert selten: die
differenz vor augen zu führen vs. zu glauben, gebührend für getragene
stimmung bezahlt zu haben. bestimmtes zu verzapfen. und überhaupt:

die zweite strophe zu verkraften. den slogan: imagination, no imitation.
des zweischneidigen gebrauchs. securitas im anmarsch: auch: sicherheit
im advent. starke reiz- vs. jahresendzeitfiguren. der knaller daran: die
nie erlebte zeitlichkeit. weshalb sich auch der zeisig preist, zeisig zu
sein.
das tierische von anfang an. noch zwingender in: schlingenden

pflanzen. im großen ganzen: die unerfahrenheit des terminus urwald
in sachen ursprünglichkeit. die erfahrbarkeit des u. wie das drama im
vergleich, und das dann uneingelöste. als lösung wozu. nur: zur unzeit
kommst du. frivoles fragen hat statt. ob belastbares und/oder. aber
das u. die partikel, ihr kitzel. das ganze gekritzel: spiel, welt, blatt.

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operation herzenssache bei soll ich’s möglich machen oder lass
ich’s wirklich sein? hat man impulsiv sein jein neu überdacht.
so ähnlich wie unter dach und fach verstaut. oder herzlich:
infarkt. achtung, das ende liegt hinter einer kurve. es lag.
der tod trat ein. hallo. war wirklich gut gemeint.

am ende vom latein sozusagen babel andersrum: das loch zu graben.
stumm zu werden. denn mal im ernst: das letzte wort war doch
immer schon das letzte, wie bei: es gibt zwei arten von menschen:
die einen haben einen reichen wort-schatz und die anderen…
buddeln.
erst klappe die zweite. dann quasi mundtot.

was elegant zur stasi überführt: wie es möglich sei, dass die
gedichte lasen, die politisch waren. ob sie das geändert
habe. kaum. die waren schon politisch. drum lieber
entmündigt eingelocht als ausgesprochen verändert.
bleibt nur herz-haft: operation fehlgeschlagen.

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Ludwig Pulfrocks Glick

rak im ha’peh medabrim
– nur mit dem mund sprechen wir

er stand an der küste
und redete mit der brandung
‚let us go then, you and I‘ und
konnte ihr gebrüll nicht ertragen

still, die nacht hat oisgesternt
dachte er und dass da kaum
noch eine welt bliebe am
ende bloß die anästhesie
der abendstunden darin
die erinnerung ginge
ihren letzten weg

sicherlich wird da zeit sein
wer hörte jemals berichte
vom ende !Ay! davon
reden sie plenty
if he is gone wird
zeit sein bloß die angst
in diesem fall alles gesehen
zu haben die öde des meeres
das langsam verdünte sterben
der geräusche ein geruch
frischer konversationen

er findet sich entkorkt und älter
in unverwandten gesichtern

selten waren wasser klar genug
für seine augen die setzten zu oft
gegen jene neunzig prozent darunter
während eine kapelle immer weiter spielte
weil es nie genug rettungsboote gab
weniger auch nicht viel mehr und
das folgende so berechenbar

soll er sagen er hat davon alles
schon gehabt soll er schweigen
von den blauen monden seinen
geblendeten füßen wie der über
das moor wanderte sailor’s we
must stop und das tut nicht weh
vielleicht vielleicht: vielleicht

von hier aus geht es weiter oder :
wer weiß schon den genauen wert
6.41 liegt nicht zufällig außerhalb
fragt er existiert eine möglichkeit
zwischen sprache und brandung
und was der mund eigentlich tut
außer immer wieder zu k a u e n

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Chof Ha’tupim

(‚drummer’s beach‘)

der abend schwenkt seine fahne
dem rauschen hinter der stirn
weit abgeschlagen vom kurs
kreuzen lichter horizontal

was blieb vom verschlafenen tag
außer träume und salzkiesel

im orbital eines trommelschlags
liegt ausgestreckt eine landschaft
ist der vorstellung das ufer
auf molen blühen kastanietten

sextanten verweigern die peilung
der abend verneigt sich beiläufig

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Tel Aviv

frühes schrott in grau
dazwischen ein steinwurf
aufgang abgang dein pedigree
blinkt wie ein werbeschild
durch die linse ein bild
mit kopfsteinpflaster
dachtest du könntest jetzt
alt werden auf dieser bank
kein platz für lange bärte
zwischen eukalyptus und
gebäck die nasenflügel aus
zubreiten eine thermologie
zu erfinden / flugversuche

gegen den winkel einer uhr
bist du gebunden oder wie
weich und berührung auf
den straßen dieser stadt
begegnet dir ein lächeln
erinnerst du dich so blau
das meer / du bist hier
schon gewesen jedes
jahr einmal dachtest
das bisschen immer
wäre auch nur warten
auf das was kommt nun
bist du hier denkst nach
hall eigentlich leerstand

es klingelt sturm spürst
du das wer weiß schon
weiter als zur nächsten
zigarette immer butter
bei die alternativenergie
deine kohle ist auch bloß
eine dreckige quelle
prost auf das leben
mein freund wir
schafften es bis hierher
(wer hätte das gedacht)
und retardieren das
bleibt offen wohin

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar