improvisation vom 32ten breiten grad (2.0)

zwei satelliten im orbit reichen für eine ortung also in der wüste ist regenzeit
die wadis haben pfefferminzgeschmack mit jeder umkreisung weniger A4 ist
wunderbar bloß B3 macht mir sorgen – das ist inoffiziell also klebt man sich
das hinter die ohren und dementiert jede weitere verwendung (gottseidank
gibt es die privatsphäre) rund jeder 2te sucht seine zigarette in einer leeren
schachtel pralinen was kommt weiß man ja nie vielleicht pferdehaar oder
ein glücklicherer treffer im kräutergarten die autobahn wird ausgebaut:
wer wird schon 1mal nein sagen können bei so einer möglichkeit
mit diesem flavour von roten
satelliten die kreisen da oben
was wenn wir den mond schon besiedelten was ginge da noch weiter außer
einem was wollen wir trinken ist schon verrückt solche fragen (die wichtigsten)
stellt man sich so selten an den richtigen orten weiß ich dann kaum was meine
finger eigentlich über den zeilen treiben will mir scheinen die bestimmen ihre
flugbahn selbst und ich alte kompassnadel glaube langsam wie weit egal
wir sind abgetriebene im lauten rauschen der gefäße und dass man mal
wieder aus dem haus gehen sollte die sterne blinken so breit
die imitieren zweisamkeit das reicht für eine ortung

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

mavi marmara und während es regnet

übergibt sich ein meer ans land unter
ferner laufenden bilderstrecken an blicken
entlang gekauert die lider wie sandsäcke
im berliner fenster stufe vier die zwölf-
köpfigen fragen feindliche kämpfer mehr als
nur ein schauer
in der zelle nebenan ein tag
ohne oberhaupt und abfluss-

betten für die angst ein fass
ohne boden
sagt jemand komme was da
wartet hinter der blockade wir bleiben
gefasst in häusern ohne dach das
sprechen sickert langsam ab wir machen
nachmittag die stimmung ist verreist
zur arche heißt es (drinnen)

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

mavi marmara

meine reisen liegen eindeutig zwischen den ereignissen da
kommt einer schwebt noch vor der stadt die ihm irgendetwas
bedeutet und das meer darunter frisst seine kinder mavi marmara
die antwort auf die frage so als wäre einmal hoffnung gewesen
die ruhe des sommers allgemein und jetzt bloß noch zufall

das ist also der nachhall einer omnipotenz früher stunden
das folgende müsste sich nach der dämmerung richten
stattdessen schieben sinnlosigkeiten sich zwischen
meine sichtweise als triebe ich auf wässern und
mich trüge nur noch ein gedanke aus styropor

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

(kann man die norm zu überschreiten überschreiten?)

konkretes gebot. das fetisch-werden der zeichen, soll heißen: eine
zeitlang gleichklang, dann: fertig. was bleibt da übrig, als das zu über-
schreiten: weiter zu reden: wieder zu holen: in üblicher gleich-
gültigkeit? vielleicht zu schweigen: vielleicht zu verschweigen:

vielleicht zu verbleiben. wie wenn drei zeichen erweichen: bitte
lass uns verwaisen. doch wohin mit solchem gleichsinn? (und
nicht anderem?) dahin. verwiesen: DAHIN. dazu aus wiktionary,
dem freien wörterbuch
: dahin gehen. ohne angabe ein ziels: ver-

gehen. oder: dahin schmelzen. und tatsache: http://www.schmelz-dahin.de
zeigt, wie sie ihre patienten zielsicher erreichen und diese an die
praxis binden. gemacht, getan. das gleiche wird übrigens unter
http://www.schmelz-nicht-dahin.de
versprochen. nur wenige treffer tiefer.

Veröffentlicht unter TEXTE, Tristan Marquardt | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

für W.B. u.a.

Hinter den Wäldern, wo er Osteuropa verdrängte,
in Wegen oder auf Ecken manchmal bei den näheren
Grenzen hatte sich früher Gewisses angesammelt, um
das sich Kreise zogen. Besonders in den beweglichen
Herbstabenden wanderte er dort und nahm manches für
Stellen, denen Räume folgen konnten, Leere oder Musik
über diesem, das nicht laut genug aber immer war –
Gewisses, das sich für ihn umdeutete zu Wenden, hängen
blieb im Anschlag

Halbton also nur. Die Blätter fielen aber
erwartungsvoller je weniger Vergrundung
je weniger im entbrennenden Dickicht
(war). Konzentrisch, ahnte er, ließe die
Mitte nicht frei, sondern leer.

Veröffentlicht unter Lea Schneider, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

uns regnet es
Leben über den Brücken
tönt die Nacht in Zukunft
weiter

Veröffentlicht unter Helene Könau, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt kein schlechtes Gewissen,
es gibt nur Sonderprogramm Personenbahnhöfe
über Umwege dann doch: Wir
bauen Zukunft
zwischen
den Gleisen: Ersatzverkehr

Veröffentlicht unter Helene Könau, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

breites grinsen vor der linse, als die gewissheit des satzes ganz ge-
sickert war: am anfang war das am. sich dann abzusichern, dass da
nichts mehr kommen kann dank: speichern unter: im himmel. und: ge-
heiligt seien
die mittel (zum zweck), das foto dann zu posten, da:
auf jeder pinnwand dieses körnchen wahrheit im profil steckt. ja

nicht an der präsens-pflicht zu scheitern, heißt dann, dass der
status quo, kaum gefallen, schon gelegen kam zu sagen, dass es
so belichtet
gut war. kunst genug also, sich einzubilden, dass der
inhalt hält, was der rahmen rahmt. denn: es werde nichts und es
wurde
doch, heißt letztlich nur: es wird halt nicht bei jedem licht.

Veröffentlicht unter TEXTE, Tristan Marquardt | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

Update

An den Tagen, den grünen vom Gewand umrandet nass-
nesslig wandzartfarbend so einmalig anmaßend das
Nachhaken und Prozedere von Maientanz in den Bind-
wasserfäden Eimerlachen blütenbachgepaarter Tobsucht
in den Stillen geschlossener Lider, liegen lichtsumpf tränk-
ender Schmähbarken bärbeisig starrgepinselt im Drohnen-
schaum schielend, so weitblickend hinterlegt ein Zwinkern
ein Zucken ein dir-zur-liebe-lieben-sein-lassen im End-
losballet kreisender Pirouettenlaster gestopft an den Ga-
belwegen der Zweigschienen das flüssige Grün

Vom Grün geschält, nass sind die Wiesen nackt sind die
Wiegen die Wiederkehr geburtenhalber Urbarkeit in den
frühtrügen Nebelschweben aus feuchtbachblättrig Ein-
fallt erlegen was von Himmelswegen zu Herdenwerden
Sterne auf Graß fragend als ein Eisdorn wortverzwirbelt, im
Zwirngespinn schmelzend zur Irsinnodyssee, wie als wenn
man Äther unter Atem schlüge so traumhässlich taunesslig be-
täubt den Anfang vergäße das schützende Gewand der ersten
Tage frisch siebend den Sumpf aus dem Grün

Schon grün gehaucht der Atem der um Regung rang, im
Schlaghorst unter Brustbeinnarben hebendhoch dem Abend
wähnte Stunden zählte leis getrippelt auf tannentiefen Schatten-
schritten gespickt mit Messersschneidestich je Metermeilenritt
so unauf-sässig einverleibt mit verbleib versiegend, blassblessrig
wasserwiegend von tünchender Spiegelfarbe bleichgerupft
Zeigerschlaggeplagt von gelblich Blauhauch auf tagens
Raubbau aufgebraut die Frischwindbrise Flautezeiten
bloß Nachtkühle kann warten, das drückt
wie Frühsommer aufs Gemüt

Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Ver-nonsenst

verrückt veräugt verrannt ver-
und der Zweifel an der Kante
ver und der Sprit an der Tanke
war auch schonmal billiger

wenn du verstehst was ich meine, so ganz nebenbei hatte das mit der fortbewegung auch nicht schon immer einen Haken zum dranhängen da hängt dann selbstgebastelt die große verantwortung und du hast die Ecken nicht sauber abgeschnitten, so was aber auch

verplant verbrannt verzockt ver-
und das Spiel mit der Ahnung
ver und das mit der  Warnung
hat Mensch auch überhört

wenn du verstehst was ich meine so ganz nebenbei haben spekulanten mehr mit spekulatius zu tun als man glaubt weil glauben macht doch sonst so viel spass, vor allem mit blaue Augen hat dann tut das mit dem abstürzen nicht so weh denn wenn schon airbag dann serienmäßig

verguckt verzückt verlobt ver-
und die Liebe in Gedanken
ver und der Gang über die Planken
hat auch meist tödlich geendet

wenn du verstehst was ich meine, so ganz nebenbei seefahrer waren ja immer schon so romantisch und etwas suizidal veranlagt und für kamikaze kriegst du meistesns sowieso den hauptgewinn  an applaus davon kann man sich bekanntlich ja am meisten kaufen

verpisst verdreht verlaufen ver-
und die Reise in der Runde
ver und etwas Nachhilfe in Erdkunde
ist auch ne unnötige Sache

wenn du verstehst was ich meine und so ganz nebenbei ist der globus eine runde Sache und im Kreis drehen auch, Schwindel hört sich super an und dann fliegt auch der Kopf weiter weil wegen der zentrifugalkraft und sich dann um den Verstand drehen, also wirklich!

Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar