[rapsdrescher, schienen]

rapsdrescher, schienen, die vorm gartenzaun enden. wo wir
sind, wenn niemand spricht. wie weit kann eine farbe tragen?
selbst wenn sie gelb ist, kippt dahinter ein feld. in einem ort
wie zahna kann es sein, dass jemand wartet. wir aber haben
sehr viel zu tun. geradezu lässig hängen die stromkabel,
verbinden die masten, als ob am mittag kinder kämen zum
drüberhüpfen. ich bin zäh geworden. fahr leise meine wangen
entlang, prüf die flora auf allen vieren. bärenklau und
bockshornklee. lies mir wieder die regeln: bei einem kalb
meid nie die augen, leg die hand zärtlich an seinen huf.

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REZENSION: „das amortisiert sich nicht“ bei Fixpoetry

UPDATE:
Auch im „culturmag“ hat Martin Piekar etwas über „das amortisiert sich nicht“ geschrieben – diesmal die ausführliche Besprechung eines einzelnen Gedichts aus dem „ansprachen“-Kapitel im Rahmen der „Neuer Wort Schatz 3“-Reihe, in der Tristan unlängst seinerseits über einen Text von Ron Winkler nachgedacht hat (-> hier).

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In diesem Gedichtband wird um das Leben kein Rätsel gezogen, es ist viel feiner, was hier geschieht. Eher werden uns die Rätsel im Leben aufgezeigt. Dabei scheinen die Gedichte oft Wechselbalge zwischen dem Geschehen an sich und dem Geschehen im lyrischen Ich zu sein. Hier wird das Leben nicht einfach nur minimalistisch niedergeschrieben, das Leben wird nicht andauernd mit Metaphern durchwebt, nein – ohne, dass ich diese beide Arten kritisieren möchte (ich sehe sie keineswegs negativ), möchte ich sagen, dass hier eine Synthese beider Formen stattfindet. Tristan Marquardt wechselt spielerisch und sehr vertraut zwischen Metapher und/ oder Vergleich zu einer Beschreibung und/ oder von beschreibenden Metapher zu einem beschriebenem Sachverhalt…

…schreibt Martin Piekar, und die ganze Rezension findet ihr HIER.

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[gerne will ich helfen]

gerne will ich helfen doch paradiesisches blut kann krank
machen meinen manche mit einem plus im kreislauf
steige ich in molchlöcher hinab und finde erdolcht
frieden meinen manche das negativ meines mich ist in
versicherten blanken versen erdichtet und inzwischen
im für die meisten gerechten text eingenistet denn ich
überquere geistig genesen meinen einige die straße
als ich noch nicht flügge den mond besegelte hat schon
phallisches gelb gezwitschert meinen manche jetzt da
ich früchte in die kloake mixe möchte meine lebenszeit
zinsen zahlen während manche mein aufgeschlagenes
buch aus fleisch verlesen treibe ich in bunten booten

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LESUNG/KONZERT: DAS AMORTISIERT SICH NICHT. 10 Jahre kookbooks

Die große Jubiläumsfeier mit Lesung, Performance, Konzert, Bildkust, Tanz und Büffet!
Dienstag, 14. Mai 2013, 19.00 Uhr, Theaterdiscounter, Klosterstraße 44, 10179 Berlin

Mit Jan Böttcher, Daniel Falb, Alexander Gumz, Martina Hefter, Johannes Jansen, Tristan Marquardt, Pierangelo Maset, Steffen Popp, Karla Reimert, Monika Rinck, Annika Scheffel, Friederike Scheffler, Sabine Scho, Tom Schulz, Daniela Seel, Ulf Stolterfoht, Andreas Töpfer, Mathias Traxler, Linus Westheuser, Ron Winkler, Uljana Wolf und Special Guests.

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heidemarie

fliegen, feiertagsgebrüll
ein nie enden wollender mittag
was ich auch sage
denk ich an deutschland
märkischer sand
man denkt immer „et jeht“
man denkt an die heide oder
zugpferde oder statuen
gusseisen denkt man
man denkt heinrich oder hildburg
oder hupe man denkt daran
die oberen zimmer zu vermieten
bring milch mit wenn du gehst bleib ich

 

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[gerüste, gerichtet…]

gerüste, gerichtet. hält das in schachten.
denkst an das wetter, irgendwas abstraktes.
hospitalistische tier bildet waben. waben.
sinkt wie eine seilbahn ins innerste ab –
eine dumme kiste saust geräuschlos.

das bodenpersonal versucht einen kontakt aufzunehmen.
der kontakt gebärdet sich widerspenstig
und wird vorläufig abgestellt. das bodenpersonal
zurrt in einer ersatzhandlung mit erklärung
überfrachtete dinge zu sperrmüll
und vergräbt sie in der hoffnung, sie zersetzten sich selbst.

von irgendwoher begrüsst du eine geste.
sie grüsst nicht zurück. schlachtet
stattdessen in einem umfassenden akt jede normale treppe
jeden normalen stuhl und jedes normale bett.

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar, TEXTE | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

BUCHPRÄSENTATION: Tristan Marquardt, „das amortisiert sich nicht“ am Sonntag, den 5. 5., im Panda Theater Berlin

Es lesen: Ulf Stolterfoht, Daniela Seel, Linus Westheuser, Charlotte Warsen und Tristan Marquardt

„das amortisiert sich nicht“ – kookbooks wird zehn Jahre alt, Tristan Marquardt feiert sein Debüt. Zur Präsentation sind befreundete Lyrikerinnen und Lyriker einladen, deren Gedichte und Kritik das Buch begleitet haben. Präsentiert wird kein Resultat des Schreibens, sondern Auszüge eines Prozesses: Im Bau Begriffenes. Was sich nicht aufrechnen lässt. Körper sondergleichen. So „als hätte man gerade das cembalo erfunden, aber vergessen, wo man es hingestellt hat.“

So, 5.5., 20 Uhr
Panda Theater Berlin, Kulturbrauerei (direkt neben der Literaturwerkstatt)
Eintritt: 5/3 Euro

buch-2

http://www.kookbooks.de/buecher.php
https://gdreizehn.com/2013/03/13/publikation-tristan-marquardt-das-amortisiert-sich-nicht/
http://panda-theater.de/

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[in einem raum]

in einem raum
         der nahtlos in mir übergeht
ist es ein leichtes
lichtausknipsen
         wenn ich der uhr in ihren rückschritt folge
alles sieht
meine spuren haben einen schatten geworfen
         verstrickt im selbst im raum
finde ich einen weg
         meine nähte aufzutrennen
mit der uhr als schuhe wandere ich in das loch
         das mich umsäumt
                 ins augenlose
                 wo mein schatten spuren wirft

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grobschlächt/ruprecht

abends weiß ich: ich kann durch wände gehen
zähne fühlen wo keine sind
weiß ist die farbe des anlaufs weiß ist die farbe des

wenn ich mir schichten über hände ziehe
schichten über schichten
habe den wänden den firnis gelehrt
grob ist die farbe der schichten

kann den wänden stand trotzen
bisswunde im abendkleid
zähne sind die farbe der kleider
zähne sind meine kleider

trotze den wänden der firnis die zähne
die farbe des anlaufs hindurchgehen des

Veröffentlicht unter Maria Natt | 2 Kommentare

Politik & Lyrik. Eine Antwort

Am 6. Dezember hat Linus einen Text veröffentlicht, der den Zusammenhang von Politik und Lyrik diskutiert. Mit etwas Verspätung folgt nun eine Antwort, ein Widerspruch, den ihr hier finden könnt: „Heilung oder Symptom. Zum Zusammenhang von Politik, Lyrik und Subjekt“

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Hinterlasse einen Kommentar