(ohne titel)

auf durchfahrtshöhe
eiswürfel verkantet über halbvollem
abseits von vorstadt und privatstrand
vibriert ein sprungbrett leicht
vom letzten game over dem catwalk ins blaue
die nacht hängt gewölbt im dachschrägen
hirnwasser wäscht die cliffhanger
jener wochen unter pegelnull
vorbei an leitplanken
aus aufstehen und leichtsinn
es tickt davon es tropft
aus jedem wimpernschlag
spürst ganz blickdicht klemmende bojen
spulst den wasserfall zurück und trinkst aus
die lachse fallen in den himmel
ins leere denkst du
ich verpiss mich (panta rhei)

Veröffentlicht unter Rebecca C., TEXTE | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

i will not walk with the dog I

p. fade: war ich so alls immer räus-
pern dir zu – war ich in-m omni
bu schweißbu-uden rum at-me: kn und st
reuten wie wolke. so-strauchllln

dir-zu war ganz. or ich. eine lein war
st. st-ricktig drum stellt eine sam so
vor ne? wie dem- auchgrab schrei-
beln räus. schweisestauch. du-

Veröffentlicht unter Linus Westheuser | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

klein dammerow, silvester 2011

unter den feldern
lauern maulfwürfe
ein gezielter schlag
mit dem feuerzeug

explodiert der abend
licht zur nase herein
mit den uhren, wenn
die leichter werden

hörst du damit auf
weniger zu rauchen
in den brustlauben
knarrt das parkett

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

LESUNG: Maria und Linus am 9.1. bei Kreuzwort

…und zwar mit Greta Granderath und Daniel Falb in bester Gesellschaft. Es wird ums Verlieren gehen, soviel steht fest. Und Lastwagen. Wir alle mögen Lastwagen zu einem gewissen Grad. Also fühlt euch am nächsten Montag (9.1.)  ganz herzlich eingeladen, um 20 Uhr im ‚Damensalon‚ zu lauschen. Reuterstraße 39. Das alles nochmal, plus Biographien und Texte der Lesenden findet ihr hier.

Bis dann!

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goldesel/istanbul

mach dir die ruhe was der rest macht
der kleine finger braucht eintritt
fürs krümmen auf der promenade
werfen postkarten die anker aus

du kneifst die augen zusammen
berührst den nächsten kontinent
am ende der gespreizten zunge

reiß die büchse auf die andere seite
hat großes vor du zählst komorane
gegen den kai wartest auf sitzfleisch
polaroids und anglerglück

findest deine große story
auf der innenseite
des fingerrings

Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

der ernst des

spiels ich
setze mein kronkorkenmonokel
im city casino auf
den dunklen weg nach hause
erleuchtung gewinnen
blinkend
augenblick
halt
mir den mund offen

(2008)

Veröffentlicht unter Helene Könau, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

[diese zähflüssigkeit]

diese zähflüssigkeit, eine chose aus fruchtfleisch, oder nährstoff-
bereich, dunkelgelb: grad noch über die straße geschafft und voll
in dich reingerannt…kommt dann noch soja zu, schlürfst, schlürfst,
den bachlauf und stelzen, muss das karma sein. tobak. halbe stunde
zweimütige anamnese: du hattest einen holzturm, ich birkenwald,
das szenario: viel weiß und huftrab, auf der laubschicht so dumpf,
und das fußvolk (kriechtiere) in position (leicht abgewendet). alles
wie besprochen. kein angriff ist auch eine pose, vor allem: weil man
sich nie sicher sein kann. diese ganzen kleinen lanzen. sticheln und
splitter. obwohl: hatte das in gedanken oft durchgespielt, wappnung
qua knalleffekt, klappt nur selten in echt. was (innen) abgebrüht,
was (weiter innen) aufgerührt. lief das übliche zu wünschen über,
drunter mehr zeit fürs timing. zieht was / spürst das. schlürfst.

Veröffentlicht unter TEXTE, Tristan Marquardt | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

von fürwieder und einem blickfeld

ich ging in eine grünphase vor sonnenaufgang
da starrten pinselstriche aus kunstgedruckten vogelschwärmen
die hingen an stützpfeilern getarnten verzweigs
die müden die wände wie immer hatten sich um fenster gerahmt
standen anorganisch im schlafsaal einer wolkenwölbung

das heißt ich blieb
ich sang das lied um zeilen weiter von fürwieder und einem blickfeld
über die köpfe gelegt ich begann die sorgungen zu ahnen
zucker brot den peitschenden wind
dann fiel die gegenwart betrunkenes schwein
gegen den tarnumhang des gesamtzustands
ich wurde lauter ich schrie die töne
internationaler hymnen über den stadtrand hin und zurück
das vermeinte befragter ordnung das hatte seine

das hätte dir gefallen
als sich der winter konzeptlos in die stadt ergoss
umwehte uns kein heim wir verfolgten die flugschneisen
der zeit in eine testphase des lachens ein julifoto
verebbte zart raschelnd im handzwischenraum

Veröffentlicht unter Rebecca C., TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

kartographie

I

die frühe landschaft
steht offen wie der tank
eines volkswagens

ein flüchtiger geruch
malt alte monster
an den kartenrand

im traum kann ich
den arm nicht heben
verpasse den letzten blaubeerstrauch

.

.

II

wenn die klettergerüste
zu knochen am bahnhof
gewachsen sind

wo ich mich ablenke
mit wasserstoffbomben
und nationalen feiertagen

mein pilzgesicht reibe
in fremder erinnerung
bis es grüßt wie selbstgemacht

.

.

III

im rücken ein messer
den eigenen schatten
abzuschneiden

knappes zauberwort
als rauschen der bäume
im brustgestell

ein paar neue augen
für das tunnelsystem
unter der ostsee

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

von der chang’an-allee räumt jemand
plastiktüten, portionsweise entscheidendes
aus den garküchen im stadtzentrum

in den haaren die fragen der passanten
die blicke überstehen an den rändern
ein schlechtes versteck für fotos

sind die straßen eng genug spannt
eine wäscheleine zwischen den tagen
trocknen socken darauf, ein paar gute absichten

bewachen kleine dachsoldaten die häuser
wächst schilf aus den ziegeln, tut so
als sei da ein meer in der nähe

Veröffentlicht unter Lea Schneider, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar