NEWS: Pressestimmen zum open mike

Beim 19. open mike, der am Wochenende stattfand, hat Tristan eine lobende Erwähnung von der Jury erhalten. Lob gab es auch von der Berliner Zeitung:

Mehr verdient hätte den Preis Tristan Marquardt, dessen fragmentarisch-holprige Wortkaskaden für begeisterten Applaus sorgten und der Jury immerhin ein Lob entlockten. Seine Gedichte zeichnen eine Stimmung des gedankenlosen Dahinlebens, das vom Zufall bestimmt scheint, und den Personen nichts weiter lässt, als verwunderte Blicke in die Welt zu werfen – in „das blaue whatever / dürfte der himmel sein“, wie es in seinem Gedicht „fehl am platz am fenster“ heißt.

Während die taz nur mit einem Halbsatz und die SZ kaum länger auf die Lyrik eingingen, stellte die FAZ ein breites Spektrum an lyrischen Ansätzen beim diesjährigen open mike fest. „Mit dem Rücken zum Publikum gesprochen“, würden die jeweils hochkomplexen Gedichte allerdings in Gefahr geraten, sich auf dem Dorfplatz des Urbanen zu treffen.

Ermunterndes kommt schließlich von einem Mitglied der Publikumsjury:

Die Publikumsjury durfte sich ja nur einen Sieger aussuchen, und dabei hatten die Lyriker naturgemäß weniger Chancen, doch Tristan Marquardt hätte es fast geschafft, der erste Sieger zu werden, der von der taz-Jury ausgesucht worden wäre. Er riss mit seinem lebendigen Vortrag das Publikum und uns fünf mit, selbst die Autoren-Jury erwähnte ihn deswegen lobend. Tristan Marquardt ist der Dichter der Zehner-Jahre, er lebt seine Lyrik, er lebt seine Texte – ich hoffe und glaube auch, dass er bald viele Preise gewinnen wird. Und natürlich auch gelesen wird! (paperblog.com & schmerzwach.blogspot.com)

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LESUNG: G13 beim Zeitkunst-Festival

Am Wochenende vom 12. und 13. November findet in Berlin das Zeitkunst-Festival statt, ein Festival zur Begegnung von Neuer Musik und moderner Lyrik, das vom Verlagshaus J. Frank organisiert wird. Neben Autoren wie Ulrike Almut Sandig, Björn Khuligk, Daniela Seel, Tom Schulz, Hendrik Jackson u.v.a. tritt auch G13 mit einer Performance auf, am Sonntag um 16 Uhr im Radialsystem.

Friederike Scheffler, Lea Schneider, Can Pestanli, Linus Westheuser, Maria Natt, Max Czollek, Ilja Winther und Tristan Marquardt haben 21 neue Texte zu Arnold Schönbergs „Pierrot Lunaire“ geschrieben, die unter der Regie von Beate Baron inszeniert werden. Kurz: Es gibt jede Menge neuen Stoff und viel Performanz – kommt vorbei, wir freuen uns!

Und darum gehts:
Die Arbeit an Arnold Schönbergs „Pierrot Lunaire“ (1912) konzentriert sich auf eine Transponierung des Stoffs: Wer wäre Pierrot heute? Was ist der traurige Clown im Zuge des wahnhaften Jahrhunderts seit der Uraufführung geworden?
Mit unterschiedlichen lyrischen Herangehensweisen nähert sich G13 einer Antwort. Wie die tonale Enthierachisierung in der Musik Schönbergs öffnet sich die Lyrik einer Vielzahl von Bezugssystemen. Die Behandlung des Paranoikers Pierrot mündet in die Auflösung seines Namens – Referenz wird Klanglichkeit.
(aus dem Programmheft)

 

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plagiat nr. 7

„himmel, ja, herr: hör.“
tristan marquardt

ich habe den sommer von anfang an durchschaut.
orangen standen offen im treppenhaus,
die laune knutschte rum, das fallobst tobte vorbei, gurken
schlugen auf den grund der lakune.
weich und ein bruder:
rebellion ist an den bordsteinkanten.

ich zog aus mit der hand,
doch dann auf dem foto: herbst.
die vögel waren geplant, die milz fing sich
im gestrüpp, laufrichtungen stritten mit der zeit.
obwohl ich im innern briefe beschrieb,
saugte der ofen den schnee.

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BILDER: Tristan beim open mike

   

Bilder: gezett.de

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ahrensfelde

ihm schwant: jeder staat schafft seinen eigenen abgrund
teufelsbucht. halden. die schwarzen schuhe
trägt er am tag durch die ostdeutsche eisenbahn:
haut ohne boden mit zügen drinnen und draußen
liegt der komplex ihm auf der zunge

DASS ER DA
GAR NICHT WAR
WO ER HER-
KOMMT

draußen. die lippen verkippt. das wasser
steht in den schloten. man spricht
von egeln. egel. er tritt in die schuhe. schühchen fast
und fürchtet sich eigentlich die ganze zeit

unter der haut
beginnt die haut

ist innen ein ort geblieben:
durchs zentrum gehen ausgestopfte riesen
vor der friedhofsmauer sitzt
ein aufzugsmonteur im auto

er winkt ihm von weitem, sieht
unter der scheibe die pfauenaugen

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PUBLIKATION: Max und Tristan in der „randnummer“

Lange heiß erwartet, jetzt ist sie da: die vierte Ausgabe der randnummer. Vier Texte aus G13-Gefilden enthält die Zeitschrift, je zwei Max Czollek und Tristan Marquardt.

Aufs Ganze betrachtet ist das nur ein Bruchteil, und deshalb lohnt sich das Bestellen (hier) umso mehr: Die Ausgabe hat mit über 100 Seiten quasi Buchform. Also ran an die Tasten.

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Tristan beim Open Mike 2011

Das demokratische Berater_innengremium der G13 verkündet freudig, Tristan Marquardt zu seiner Teilnahme am Open Mike 2011 gratulieren zu wollen: diese Entscheidung fiel einstimmig!
Damit setzt sich die Karawane in Gang: Am Sa 5.11.2011, ab 14.00 sowie am So 6.11.2011, ab 12.00 finden wir unser mit Pseudonym ummanteltes, hoch geschätztes Schreibass unter den lesenden 7 Dichter_innen.


(so schön kann das aussehen)

In diesem Sinne ein wunderliches: WUPWUP und Flaschen, die wir auf sein Wohl und die unvermeidliche Preiskrönung entkorken!

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plagiat nr. 6

„maria lacktanz, das ganze programm“
Friederike Scheffler

herr: es ist zeit. meiner lunge fallen die blätter aus,
hab plötzlich überall orange organe. hör: schon herb,
milz. der schnee schmilzt / die patina hat vatertag.
echte para-aras fallen – ausgerechnet! – vom para-

himmel, ja, herr: hör. wittgensteins käfig im schnee-
getöber: das will keiner mehr. alleen hin oder her.
herr. wer jetzt keinen ofen ausstellt, dem steht die welt
offen. ex-exponat plagiat. nahm die milz mit ins grab.

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plagiat nr. 5

„das ist keine gurke
das ist rebellion“

linus westheuser

schwarze fotos im ofen, ein funkenflug
von einem der auszog, den herbst zu begrünen
im zwanzigsten jänner, mit gurken
und cherrytomaten im korb

gen süden, richtung rippigem zerrbild
schreibt er sich ein ins märchenland
schreibt feldpost, winkt und wartet
wartet, auf körper, fallobst von gewicht

die geschichte ist einfach: er ging
betrog sich selbst nicht länger
turnt jetzt, die händen hoch! in den taschen
zwischen den stühlen, die niemand je nutzt

dabei hätt er die milch doch laufen lassen
maria lacktanz, das ganze programm
hätt auf hügelbrüsten mit ihm beten
ihm don juan sein können, innerlich-

aber der? schreibt yes electronic
als sei die liebe mal so und mal anders
als brächen nicht ständig sprosser im eis ein
als gäbe es türen, durch die es nicht zieht

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plagiat nr. 4

die kommt vielleicht, vielleicht
Lea Schneider

das schon herb
ich steig auf meinen ofen
und es ist nicht mehr true

saure gurke
post-tata

im ganzen treppenhaus fotos
mit cocktail an der lakune und jetzt
nur schwarze löcher
die schmerz saugen
wie säugetiere

die sonne geht fremd
durchs laub
aus verbrannten liebesbriefen
den südfrüchten geht der saft aus
in den briefkästen
an meinem herz

die endlose eierschaukel des himmels
überm schreibtisch
die vögel fühlen sich auch nicht so gut
auf der suche nach wärme

hilft nur handschuhe aus
und der griff ins klo
das ist keine gurke

das ist rebellion

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