sommerbasisinventar

spät erahnter abstand zwischen heckenwänden
überlebensgroß von kinn bis beeteinfassung
sind die übergänge gelöst
in nachtbedingter konturausdünnung
manchmal halten wir stille ab
zwischen sehnerv und mondtäuschung
an den kanten vertrauter körperrisse
in übersetzung was wissen wir woher

tag resultiert um die achse mitternacht
drapieren sich worte als kletterrosen
aus fertigbausätzen später stürzen
wenig verdächtig bekenntnisse
in wurmstichigen birnen
zwischen unsere zehen ins gras
in dieses plattgetretene sommerbasisinventar

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unter rosenbögen und abrissbirnen

das ist stehen lernen unter rosenbögen
und abrissbirnen hier verhält sich die landschaft
als getriebene das jahr spätverankert in grünen blatteinheiten
auf fahlen fensterbänken manchmal die inversion
einer kaltfront an die maigrenze kopiert

was war das zuletzt?

vierundzwanzigsieben haare  im abfluss als chiffre für alltag
und existenzverwarnung in den zwischenzeilen der kassenbons
eines gewissen gewesenseins: einer vergangenen woche
an vertikalkanten von werbeblöcken für schnellentsafter
und allesschneider spielen wir stehen lernen mit händen und füßen
immigrieren wir dann in die letzte noch freie ökologische nische

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(ohne titel)

das hatte nichts mit fragilität zu tun. das waren eigenheiten,
die in frage standen, -haft-artige aussagen, die blieben, wie
freizeitbeschäftigung als bruchstückhafte bewährung im open-
air-modus: wir saßen wie spunde am ufer und witterten hunde.

kennst du das gefühl dieser halterung / haltung: wenn der ge-
sprächsstoff ausläuft, dann: kuhle deine hände, wie die stufun-
gen im redefluss, tu, was man halt mal tun muss, und schiele auf
den haltbaren mindeststandard: siehe verpackung & dann pack

aus: das ausschwärmen des eigenfisch / die waffen zu zücken
und waffeln zu verstehen geben. dann läuft das schon: auf
zahnklippen, kreuzungen zu, unmündigkeit, treibt ins alpha-
bet-delta und mündet nicht. hält länger: mit redeverlaub und

optionalem schneidabkauf, denn (‚wie bitte?‘ / ‚ja danke‘) ver-
ständigung ist ne phase, die geht auch vorbei / eigenhenne oder
fremdei: je mehr auslauf, desto besser. wir spunde. bekundeten
hunger, bis auf den knochen der eigenheiten zu schnorcheln:

labiale machina obscura, das liebkosungswort auf neudeutsch
und was sonst noch koralle war: alles im riff. nein. das hatte
nichts von fragilität. das witterte noch selbst den eigenhund.
und roch aus seinem mund: nach meer wie fremdenverkehr.

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BILDER: Tristan & Ilja mit Ulf Stolterfoht bei Kreuzwort

                

Bilder: Kreuzwort

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LESUNG: open poems – Das Finale 2011

Lesung am Mi 18.05. um 20:00 in der Literaturwerkstatt Berlin, Knaackstr. 97, 10435 Berlin // Eintritt 5/3 EUR

Mit Rebecca Ciesielski, Max Czollek, LouLou Frankenstein, Alexander Makowka, Darian Meier, Maria Natt, Yvonne Runzler, Lea Schneider, Peter Wegenschimmel // Moderation: Ulf Stolterfoht

Dem geneigten Blogkenner werden sofort einige Namen ins Auge springen, die den hiesigen G13-Blog regelmäßig mit Beiträgen bereichern. Bei einem Anteil von über 50% können wir wohl von einer freundlichen Übernahme der Literaturwerkstatt durch G13 sprechen.
Einen gewissen Wiedererkennungswert trifft auch den Moderatoren der Veranstaltung, Ulf Stolterfoht, mit dem Ilja und Tristan noch letzte Woche an der Kreuzworttheke kauerten und abstruse Wortfolgen in das Funzellicht sprachen.

Das alles am Mittwoch Live und auf die Ohren in der gut ausgeleuchteten Literaturwerkstatt!!!

Der LINK zu der Veranstaltung

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titel? ohne.

schlafsack und traunlump haben so viel gemein wie
brach liegt: die igel schürzen wieder brüste. durch-
gängige rhetorik brämt dabei so knorrig wie moos
auf dem dach. von schabernack zerschabt. was ferner

dazu sagt? go on, man! zünftig. ärgern sich ein krämer
und ein bäcker: „du kannst doch kaum der kuh den latz
über den buckel reißen!“ – „du schäumst im traum!“
ungeschmuse (also borsten) blatternarbten verquere

quartale. rallten. spien. warum kam’s nicht hervor?
schon schämig feig der sam. drum lassen wir ihn sein.
ich mein: ich. will erzählen: in der pubertät wuchsen
mir große blasen in den achselhöhlen. ich balsamierte

sie zusehends. morgen erdenk ich hoden so. und spick
sie meiner nachwelt fest wie trauben. ich glaube an und
sauge dran. der witz: die beiden stritten immer noch:
„durstige birnen? bah! wes kind bist du?“ – „schau zu:

die pfeiler deiner brücke bersten (scherz)!“ sie wurden
scheusam freudig. beugten sich. das moos ward derweil
rissig. gras starb. man sah was drunter lag: behag.
quietschpuppen. lumpen. traunsäcke (nur diesmal kecke)

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parasitäre komensur

an tristan und ilja

marsale male. quasi: astrale phrase.
e pluribus phonetische läsur
prekärer dimorphismus in rerum causa:
botanisch stringent/ozeanisch getrennt
qua nullam lege: zweieiige nation.
deus rex machina.

alexandria den alexandrinern.
subkutan plurovarischer kumulus,
aleatorischer strobo, nomadische trabanten.
formidable pseudosomatik:
(majuskelkater) a forteriori final:
fanatisches sublimieren.

synästhetischer stimulans/lokale/amnesie.
drama kaukasischer zirkel:
cum laude exotherm/a posteriori vegan.
autonom. ontologische streptokokken,
sekundäre konkordanz.
basal eher schmal. in dubio ergo sum.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

abend mit m.

durch das fenster kühle
flüssigkeit was da wohl
aufgerissen ist
die nacht
läuft aus wie vernäht man

das licht eine fanfare im
leuchtschweif einer lampe
an den rändern des plan
quadrats tags gespräche

draußen reiht jemand sterne
aneinander die lippen bauen
einen unterstand gegen die
schnuppen für welche du

wirklich ein neues kleid
und eine hand schreibt
dunkle konstellationen
in das orion der haare

und dass wir auf der suche
nach einer neuen metapher
um sie als widerhaken in die leerstelle
schöner münder zu schlagen

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

stirisches reisel

gar bin ich hei wohl strubend im glase gerob,
im supel, im sternenmoss vorg’logert
und weil ich dam sammet die gruden so labe,
staren die argfält’gen röbel ins loh!

was grab’s? was hoben sich hörbe und steibel,
am sorghäufel flumender reidel wohlan,
als gross-torb, grat scheusel worden sich sare,
der stimmert sei! und rupert am klecht

ah, daren! daren im reulichten stimmsal,
verschoden die leitigen soren der stauß
der rund willt am lorde den orbel fanal,
und rodert’s sich roge ist’s vierlat am gauf

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

leib. methoden. eindruck.

strelitz wie brack-ich. hackenschuss. wenn in gullis
spuckst-ich nimm behörung auf. kackazi. maulwurf.
autochthon. stumm-stramm die hüften. herzlich gern.
herr merk. sie riechen. bußbad. brennstab. was angst-

barm widerstand. schengen und bangen. schlürft. hilf!
baunzubergen. sicherheit. kiste. zurück -ein schritt-
sie liegen. brechen. abmurks-kuss du assi. auch die du.
schmatzi kalt. aschfahl asphalt. was heißt hier stampfen?

sanft die masse. chotel-stahl paket. bassito strahle-
max. ich platz in deinen magen hast. und würge drin
kalkspat schlingt sauerampfer immer öfter. hatzelspe.
die katze –ups- der hamsterarm wird länger. sprung.

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