anklam/ducherow

die schwüle der kornfelder drückt die landgrenzen ein
fatale gefühle am anderen ende des zuges
eine implodierte blechhalde im gegenwartsmodus
entgegen dem luftdruckgefälle nach innen
notieren wir spätsommer auf gräben und landflucht
die fahrt spaltet den himmel – die wolken-
summieren den nachmittag zu ereignissen
nahe des bahnhofs kräht ein hahn im hinterhof
und eine unweite haut verschiebt das konzept

Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

schließ laden zeit

schließ laden zeit
eines fernen tages
wege liegen hinter meinem
vieles weiter fern und näher
nichts als der alltägliche
bedarf hält sich auf weiteres
gedeckt stellt kein bedenken sich
ein etwas fällt mich buchstäblich
vor wändig zugeschlossenes
in dessen darf es nicht zur gänze
braucht artikelhaft das be

ich bin allein und besser so
zu fuß kommt mir kein wagen
bei dem mehr an spätzeit käme einem
holen seines gleich ein rückzug
durch die tür heißt das dann ungestützt
die reihenhaft regale streifen davor
nicht berühren dafür staunen
wie discounte aufzuklappen mögen
es mein portemonnaie gefüllt mit ferr
um nicht zu sagen wie es klafft schon

die schlange zeigt sich jung am abend
ist ein alter nicht das wunder mehr
wie lange jener angestellt bleibt
seinen gästen fast die gute nacht zu geben
hat ein niemand freilich was in bar
mensch wäre sicher gerne da bei zeiten
diesen hiesigen ist wenigstens zu eigen
für die wagenladung pudding aufkommen
zu können stellt am ende die befreiung dar
mit wagen gibt es kein zurück

draußen schließt nach zeit ein laden
der zu beiden armen voll und schwankend
pudding seiner haustür zuzutragen
weiß ich fest vom rest aus meiner wege
nicht die tür auf klingeln muss er
warten und sich vorstellen auf anspruch
dass auch morgen wieder stunde wird
sich außer haus halt hinzufällen
ist die welt der fernseher auch überdreht
und also spät nicht gut davonzurennen

Veröffentlicht unter Alexander Makowka, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

am see

der herzschlag stand wie eine schlange
an einem baggersee
den kopf voller turbinen von fliegen
atmen trocknen der häute und riemen ich sah
einen blick der dir in einer völlig verzettelten
wurstigen angeschmierten
überfischten halb angezündeten welt
abzuliefern
vor die zähne vor die pumpen unterm gesichtsfleisch
wäre– ich nein fisch
oder fliegen im kreis im kreis im
kreis wie die schläge auf den brennenden kiemen
oder bei diesem komischen elektro da am see
aus der halbmenschlichen eiswaffel die aussieht
als könnte sie fliegen

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

wintersport.süden.weich.

wo (die gurgel!) hände sein können. z.b. birma.
das spülen kleiner hähnchenfüße in blechtöpfen
und das schrumpfen (wie sagst du gleich?) von
ellbogenhaut ausgerufen. richtlinie für den ver-
brauch von schurz in schwüle. quetschen spar-

gel, fahre nachts ski auf deinem nacken, bis du
ärger lachst, chelst. kopfröte und sprossen. wieder
gurgel. sodom, schimpf, odol (das hab ich hungrig)
rummelplatz unterton auch schon mal witzer. ein
griff. und aus. wie du die hellen töpfe pflückst

von dem umrahmten schacher blumen (ruf ich:
„schwitzend an, opal, geh gießen!“) gorgonzola.
ohne dich ein loch. die nase. deine gurgel, pergula,
ist schön. und wieder sprossen. füßeln, hennen,
spulen. von bunten ellen, fast bei birma, nicht die

„rede! denn wo warst du, schwester?“ schnee ganz
nackt in heiß, in schürz. kopfpflaster schimpft und
rummelt aus (sag’s nochmal!) ob. schawarma quer
hat der verbraucherschutz, so doch fataler griffel.
quetscht nüstern spargelhaft nach ostern: ski. ja-

wohl! drunter das wartend schwüle mundwasser,
der bruch um abendröte (komm schon!) witze,
frosch und spule. blechdach-tröpfeln gurgelt’s
schelte, spaß. wie’s luchst, dein händchen rechts.
(du lachst) so aber spurt. nie wieder schutz-ob.

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | Verschlagwortet mit | 10 Kommentare

letztes gedicht vor der autobahn

dein klebstofflächeln zieht
rein in meine nasenschleim
heute morgen die käferleichen
am fenster kleines fliegzeug
war auch mal mehr und
mal ist das schwer und
mal ist schwer was los
ist erklärt sich selbst
bleibt bauchgeredet
im kopf kommt nicht mit
zur bodengrenze zum blau
wahlloses attribut für jeden
morgen jedes auto jedes
fenster mit kleinem fliegzeug
dazu hats schon an den scheiben
minimales opfer fürs fortfahren
auf klebrigen straßen zu boden
grenzen zum blau komm mit
oder ohne schafft sich das ab
dieser auffahrt wischt sich das
fenster frei

Veröffentlicht unter Lea Schneider, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

sugo ben ahmed clou

(1)

sugo ben ahmed clou: soyez les
bienvenus. also saïd burlesk prüd
auf ausbäumen zeugnis tangierte
tendenziös zu jot & op

(2)

oder obzwar: CAPS LOCK fürder
life as stante pede for umme thou
tastaturereignisenteignung um ein
my in my bathdoor

(3)

zugegeben. wahrst tappen duster,
aber cluster. insinuiert’st indusdelta
um 8 in der fühmann: guth, daß-ss
früher 9 zap live gap gab

(4)

dann fataliter qualitätswein after ok.–,
wenn der kompakt krude body-boy
von nix halberstadt halber strecke
steck blei, doch ahnt: okay

(5)

gender sic disko or „ohnehin“, was
fürn vokalpatriat a. d.! ein denunz,
eine borderline bundeswärts: werd
herd ems oder elch, o brise

(6)

schon harziger sitzblockaden-arcaden
pardon arkan, weil keilschait, wo die
letzte gluth noch nicht bar erlosch im
schrain einer ur-urne

(7)

& frohnatur ob der tauber: browser I,
stick proto im umstandsmodemode-
ll II, hameln wir den sabath: erst yacht-
et ez, dann pall-brach alp frisös

to be continued

Veröffentlicht unter TEXTE, Tristan Marquardt | Verschlagwortet mit | 7 Kommentare

büschbüsch feat. FK

rauschbausch das regen
auf die kopf die gelbe schaum
ganz nass und moder
im gebüsch darinnen

samensprieß so aus den
ohren raus den guckmal
da hängen mandarinen
dran die schälen spritz

dungdünger aus die
ohren moder da ist
mond auf die synapsen
gekommst rauschbausch

was machst aNNa wenn
regen aha schlußbus
soso auf die kopf
gefallen gebüschbüsch

vermaledeites H2O
wie klingt das tropf
ausklink dort oben
schtilpschtilp … schtalp

eine sympho die grau
klavier anbruch fälltfällt
kopfhör kaputzenkresse
heultes blühen beetüber

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

LESUNG: Kreuzwort meets Fixpoetry meets G13

Zusammen mit Julietta Fix von Fixpoetry präsentiert KREUZWORT fünf Lyriker, die Reflexion und Rebellion im Text verpacken: Max Czollek, Kai Pohl, Clemens Schittko, Tom Schulz und Johannes Jansen werden sich am 11.07. ab 20.30 Uhr in der Kottbusser Straße 13 im Bruegge (altes Schatzi Neuberg) einfinden. Zuschauen kostet lohnende 3 Euro.


(aus nicht zu billigenden Gründen (papperlapapp) steht Max Czollek nicht auf dem flyer! es erfolgt daher KEINE offizielle Anerkennung der Werbefläche durch dieses Portal ;) das Original bei: Kreuzwort und Titel-Magazin // Fixpoetry findet ihr hier)

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BILD: Rebecca bei Kreuzwort


Bild: Kristoffer Cornils

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neuland

dunkelgrüner holzverhau
über den klang gespannte
haut eines tausendfüßlers
die luft ein flattern: tanzt

auf den flügeln des großen
feuervogels der den boden
beatmet bis es glüht unter
den sohlen: sonst sind wir

verloren der raum dunkel
grün eine wiese morgens
lauert das licht uns auf
lassen wir nebel steigen

(für helene)

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | 12 Kommentare