[wiederaufnahme des ausgesetzten igels]

über repeat schwebt die wetterblase
man nennt sie zone und endlos
du füllst vegetatives mit nestern
von nun zu nun schlaf
als der impuls des donnerns den groll überholt
springt ein gehäutetes rauschen zurück in die zeitschleife
an den rändern des stinktiers
setzt du anreize, das stachelding läuft
immer auf halb acht durch amouröse zustände
das kennst du von shuffleerfahrungen
dabei kreischt die möwe im viech nach flugstunden
die felsenhenne, saubohne des singulären abfalls
tröstest dich mit nurs, nuancen, du setzt an, ab
siehst den rennmäusen, den aufgeregten rucks
beim japsen zu: ein teller serielles
wenn du satt bist, ist das wetter vorbei
kratzt sich das unterpfand von der kopfhaut
selten hat es haare, jongliert mit mehligen äpfeln

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

saskatchewan

fanfare über landnarben eine verlegene erwartung
macht kreuze in den morgen streicht hoftore ab
mit raureif rum einem bärtigen schatten gegenüber

zurück in die steppe in die verscharrten hinterhöfe
zu den frierenden hunden den vergessenen müttern
ein schlechtes gefühl ein bisschen heimat und rest

darin einer der dasitzt einer der stehen bleibt
mit nackten beinen vor der katzenklappe brot-
reste schuhe ein altes foto ein wenig scham

zweihundert meilen überlandleitung
dann ging er hinaus schlug die säge ins eis

Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | Verschlagwortet mit | 5 Kommentare

[desorganisiertes selbst jagen]

im visier einige züge, scheinen dich zu durchforsten
zu stauden gedrängte inhalte, komprimierte menschen
übermenschen, die nicht dem frost erlegenen türen
ihr böses niesen, hinter varianten der mobilen
gequetschten körperlickeiten

käme eine krücke, herein!, die humpeln ließe
würde das ärgernis einfallen
wüsstest du, das prinzip innerei
– mangels erfüllung durch fressen
angst den anschlag zu verpassen –
könnte den gängigen kulissen
aus dem sinn wachsen

die szene, mehr raum, dir eine fette fluse
wartet stramm, trägt nichts aus:
du, drumherum, auf der lauer
ein zucken an der hand
die parabel, nicht ganz deine
wehrst stille, rankenstau
dazwischen rumoren
der verdeckte wunsch
überhaupt einen zu haben
könnte subtext werden
grashüpfer inmitten
würde aus verlegenheit überliefert
desorganisertes selbst jagen

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

NEWS: Friederike im Poetenladen

schick mir außenteile vom arbeitsmuseum
steuerfedern, windkrafträder, irgendwas
irgendwas, das nicht in den schrank passt

die große ladung ist gezurrt, gehievt und verschifft. steht jetzt zum abholen bereit auf: poetenladen.de/friederike-scheffler.htm
wir sagen entschieden: tata!

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LESUNG: Freitag // 2.12 // z-bar : Max & das Buch

Am Freitag, den 2.12 liest Max Czollek zusammen mit Lutz Steinbrück und Birgit Kreipe in der z-bar. Alle drei Präsentieren ihre neuen Buchprojekte. Für Czollek ist es das erste Mal, dass er sein Projekt einer Öffentlichkeit entbirgt. Es lohnt sich also durchaus. Die Anfangszeit ist 20.30 Uhr. Noch mal mehr als sonst erfreut Besuch, weil G13 wegen des Lyrikabends zur gleichen Zeit bei Max zu hause die Wände mit Zigarettenrauch und Bierschaum tapezieren.

Herzblut PIC

Hier der Link.

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zurn.mosel.husemang.

der forn nahm sich zorm. kurz: troht den dröhnen!
sofort schraken die störme im corpus, dem chrom.
hört: hort! koreaner pflöckten krokussi im vorgarten,
spullten golf, arten der korkung, ent-orkus, dass die
röhre verkrompften: töt im omnibus. den drohnen kam
das größer vor. stark angespannt der wägen davor,
drauf die groben buhnen rogen zurück, also ruchlos,
röcher noch. aber „dann“. aber kunst der verborrtung:
bornierte buben auf koki und ein verstockter block.

bloß zur sulben stennd ob usedom: die stöcker, die
schruken, formten ein „bullerjahn“, köllerten schnoller,
krochen um die grußworte vöm oberkommisär und
da fuhr! hinein an die lukige stunde. wie sich das
fuhlte, wie der broselnd in der musel schwomm.
(ich lobe mir an dieser stulle das schon eher so sehr)
gönn sie genuch damit. lohne es kein doch. so los
spurtete der sprottler, der kockernd necke, ob huhle
die nuss-form, umbenannt: nuten-futter der öbste.

nur: körpi voll großer hörner, nur: der chrom-kussi
verblökte sich im born. der bubige koksus suchte
die verkonsterte schule unter „dann“. aber buhnen,
ruchvoll, noch zurück-rochen, kruch. das mit dem
stark ist tot. die draufen sind dröhn und der wagen
nur unst. lauter röchel. es kruselte gar im krompf,
kullerte unter die garten-spullen mit koreanischem
klong. es hat viel mit golf zu tun, borten aus ström,
der fronne zorm kam zur furm dröhte im trott so.

nun klar: donner grußel weiter! nutter obstlerte
unbemannten futen umher. nussig? ja, aber komm:
dennoch huhl. sie neckten sich förmlich. der lohn
lungerte im sprotten, verspurt wie ein kocker-nuch.
damit gönnte er sich stulle (er wähnt lobend) ganz
lose, ganz schwusel. brosle, du erste mose unter
fuhlen. zum punkt: eher lukend, sehr hinein, eher
gruß. „kömmt, olle, wortet!“ oder: „bulbert ihr form!“
schnollt frugal ins selben buht, ins bloße stöckern.

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

LESUNG: Tristan bei Kook-Reihe in der Lettrétage

„nach jung offen“ heißt die Lesereihe des Texttonlabels KOOK, bei der im Verlauf der letzten Wochen Paula Fürstenberg, Yevgeniy Breyger und Lena Reinhold vorgestellt wurden, allesamt mit Prosa. Den letzten in der Reihe und nun auch mit Lyrik bildet Tristan, präsentiert von Ulf Stolterfoht und moderiert von Daniela Seel. Zu hören gibt es eine poetologische Einführung von Ulf in Tristans Gedichte, jede Menge neue Texte von Tristan und eine interaktive Lesung aller drei zum Schluss. Kommt vorbei, wir freuen uns!

Donnerstag, 1. Dezember, 19.30 Uhr, Lettrétage (Methfesselstr. 23-25)
Mehr Infos, Biographien etc. auf Facebook.

  

Grafik: Andreas Töpfer

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[reifen. feiertag. freiflächen]

(1)

reifen. geblähtes profil. ich habe ein fenster da ziehen
frühmorgens amseln die würmer aus reifenspuren.
passung verzogen. in den röhren gefühl.
man sagt mein magen er knurrt. ur ur
meine jahreszeit. männchen in leuchtenden westen
(arbeiter. kürzere bilderstrecke). kamen. umfahren mit stiften
den boden im kreis und stürzen sich rein. kann sein.
macht sinn solang es das loch gibt durch das ich schaue.
die federn in meiner hand.
mein profil beginnt am magen.
fächert sich später erst auf. wenn ich mich wegdreh
vom fenster. passt der blick nicht mehr auf seine spuren.
ein hungriger vogel der die ganze zeit
durch einen tunnel im boden rast.

(2)

feiertag. ein räuspern. arbeitende sterne überm dach.
unterm auge: was blitze sind was daunen.
wo es nicht hell wird. ziehen mäuse die fäden
aus einem hut und keiner schaut zu. gottheiten
sie lassen sich nichts anmerken. ich denke daran
wenn ich gut aussehe. ausbreitung suche.
stöße einer einheit. immer wenn ich was sagen will
splittern orangen. ich schleiße durch blätter.
geständnisse. überall papier. ich kann das nicht –
mir ein handtuch so umwerfen. kleine
biester entsteigen dem wasser. kassiopeia
rastet ein. dreht hinterm auge die runden. alles im kasten
bohrer und saum. der balken. liegt abends neben dem kissen.
ich öffne den mund. dann schließ ich ihn wieder.

(3)

freiflächen. sinnloses warten auf serien. abstürzende seerosen.
geleeartig aufmerksamkeit. im hintergrund
hat das wetter angefangen. verschränkte arme
zeigen fragliches an. spannbreit am bauch die hand weiß. wolken.
ich habe das nie verstanden. die enge in anflügen. lungen
wenn ich auf plastikschalen rosen sehe. seerosen, nein?
die augen verkniffen zum eindruck. als brächen nicht ständig
esel ins eis. als kämen zwischen einem
finger und dem nächsten nicht alle flüge zu spät.
das wetter verstaut sich immer wieder neu. ich lauer darauf.
unauffällige bodenlosigkeiten wie wenn man
vom luftraum aus auf eine kette von teichen zeigt.
wichtig ist man weiß wenn einer springt
dann springen die anderen auch.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Mp3: Ferngespräche I-III // Ich weiß sehr wenig…

Das Wochenende beim Poet_bewegt 2011 in Chemnitz. Der (sehr schönen) Anthologie lag auch eine CD bei, auf der alle Finaltexte vertont wurden. Anbei nun Leas und Max Texte interpretiert von Schauspieler_innen des Chemnitzer Stadttheaters. Eine schöne Sache also und damit pimp-my-poem Verdächtig!

Leas Texte:

Max Texte:

Veröffentlicht unter BEATS & ZEILEN | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

straßentauben

sie schieben vorbei als wäre nie etwas aufzugeben
aus den tiefen ihrer federstehenden leibkartons
die da in blau grau und in blaugrau erscheinen
malt eine palette aus sich heraus schon bunt

von diesen plüschnäckigsten aller massentouristen
wird jede fracht getragen an einer grenze entlang
zwischen klassen ist umschlägig kein nehmen
bleiben falsche daunen einer verwendung bar

sie picken vom straßenrand die überreste der völker
jeder vorteil solcher passageren gäste verfliegt
gerade sie treten größthektischst nacheinander
und es bleibt kein zug mehr von vogel im tier

Veröffentlicht unter Alexander Makowka, TEXTE | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare