(ohne titel)

mal ehrlich das hat mit den katzen zu tun
auf dem gehweg nach hause den glauben gewechselt
die straßenseite vorbei am herbst
der hintertür, noch warmen autos

mit kastanien im brustkorb
deinem persönlichen nierenbeschwerer
dem lachen der läden, die sich selbst nicht mehr trauen

und wäre da jemand, zum päckchen verschicken

damit, dass deine tage aus dem zyklus rausfallen
zu viel stress, sagt die ärztin
irgendwas sei ja immer falsch am moment

mit dem wechselspiel zwischen bordstein
und ästen, dem serben vom boulplatz
der wieder und wieder seine stimme verliert

jede kugel ein staubkorn in seiner lunge
hörst du die reste sind in ihm vermient

ganz bestimmt liegt es auch an dem fuchs
vor der ampel, der dich einholt beim park
deinen fettanteil schätzt, all das
unausweichlich, auf dich zu

Veröffentlicht unter Friederike Scheffler, TEXTE | Verschlagwortet mit | 5 Kommentare

G13 auf dem ersten offiziellen Auslandseinsatz!

Tristan Marquardt bringt das Experiment nach Bratislava.
Dort beliest er momentan die Ars Poetica 2011. Hier & Hier.

Es lohnt sich auch der Klick auf das Profil,
allein wegen des schönen Fotos.

Als Simian Keiser immer mit dem Plattenkoffer unterm Arm
wird er Bratislava außerdem mit seiner Vinylpoesie beglücken:

Der weiß, was ’ne Afterhour ist.
Wir träumen uns hin.

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insomnia

der stoff über den arglosen flugzeugen
fraglich wo das ufern soll
ich schaue von weiter weg
die unmögliche vorstellung
das wäre derselbe regen

konturen eher als säße man am tisch
bloß um zu warten dass aus der ecke jemand
eintritt oder irgendetwas
die glieder nimmt in paaren
(verdunkelung) rechts links
verstellte gleichheit

also stellen sie sich einen bovisten vor
durch den der wind geht
die sporen bezeichnen mein haus
durch berührung oder im vorbeigehen
kleines zwinkern von einem
schwer beladenen dichter im cape
er hat zu tun

ich habe gelernt einen luftfetzen zierlich zu betrachten
im boden der stube such ich nach tieren
gleichnis für meine beine
die härchen zwischen denen die stille wächst
aber das scheint nur so

eigentlich habe ich immer gründe gefunden
in meine augenwinkel nicht reinzugehen
ich habe mich aus gutem grund
nie allzu weit von diesem haus entfernt

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

[für am fenster nur und kurz]

für am fenster nur und kurz
hören die töne die einer anschlägt
in anbetracht eines rauschens
Linus Westheuser

für am fenster nur und kurz
in anbetracht des rauschens
im raumen des kopfklangs, die gedanken
in ecken und winkeln des aussen verwischt
und kurz, nur kurz, die perspektive
von unten gegriffen, entsichtet die augen
seitwärts verdeckt, einen wald entsummt
fürmöglich geahnt, mit geschaltem sirren
in ton die schwappenden bilder verschoben, und hin
zurück ins aderngeäst, sich führen
am baumgrund, ins warme, braunsilber auffangen

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

[zwei, mit nackenstarre]

über diesen berg könnten wir
auf unsichtbaren nadelkissen steigen
weiterhangeln, wo gehobelt wird
einsam den krater stopfen
uns zum gipfel sehnen
oder harren unten im moos
mit alten fiebeln von zurückgelegten wegen
gemeinsam vorm hang
erwartungsvoll zu abend essen
dreimal am tag, zur sicherheit ganz unten
der schnee schmilzt erst im tal, samweis
manchmal um den berg kreisen
für zwei das revier umgeben
mühsam die bereitschaft
kraft in umlauf zu legen
noch mehr, noch eine pirouette
mehr, für die eisvögel

wenn wir uns die wimpern putzen
die fliegenbeine in den augen
das echo, die bananenfrage
warum wieder diese klebtiere
zwischen unseren viel zu hohen nasen?
der hang grünt, die wurzeln, der moder
meine schuhe, nicht sauber
du, barfuß, blickst ins unterholz
ziehst mich am hosenträger
wenn ich luft hole, kurz
zupfst du ihn mir gerade
auf der hemdnaht zurecht

über diesen berg müssten wir
pfeifenkraut pflanzen
einen braten spannen
die schwerkraft, so satt
wir ausgesetzt, so schwer
so klebrig, höhlenbewohner
die sich gemütlich
mitten im steinschlag
fast geräuschlos
nicht fortbewegen
die füße weiter in die erde
die nasen gierig nach höhenluft
zwei hobbits mit nackenstarre
das, was nicht aufhört
wehzutun, bleibt länger
als bis zur nächsten
schneeschmelze, herr frodo
wer sich nie bewegt
kann niemals fallen

Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

LESUNGEN: dreimal G13 am 24. September

Diesen Samstag (den 24.) übertreiben wir es so richtig und nehmen auf drei Bühnen in drei verschiedenen Stadtteilen Platz. Ihr seid alle herzlich eingeladen!

1. um 12:00 aufs Tempelhofer Feld (beim Haupteingang Oderstraße), wo wir als Teil des international ausgerufenen „100 000 poets for change“ – Aktionstags mit vielen Anderen und guter Musik lesen werden. Umsonst und draußen, genauere Angaben bald hier: http://www.bigbridge.org/100thousandpoetsforchange/?cat=67.

2. um 17:00 nach Reinickendorf. Dort nehmen wir mit einem Programm namens „Zu Besuch im Wohnzimmer der Welt“ am Festival im Salon K teil. Wie der Titel andeutet geht es hier um die weite Welt, und was von ihr auf dem Papier nachweisbar bleibt, wenn man sie mit gezücktem Stift bereist.  Reisegedichte also und mehr, in der Residenzstraße 156 . Eintritt frei. Infos unter: www.salon-k.de/k%C3%BCnstler/g13.

3. werden wir um 21:00, wie bereits angekündigt, unsere frischgedruckte Belletristik-Ausgabe Nr. 11 präsentieren. Und zwar in der Z-Bar in Mitte (Bergstraße 2). 3/5 Euro Eintritt, dafür aber inklusive Vorstellung der tollen Illustrationen aus der Zeitschrift. Mehr Infos hier: www.facebook.com/event.php?eid=258653474166804.

Wir freuen uns auf Euer Kommen und drei schöne Lesungen!
klkl

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LESUNG: Max beim Finale des Hattinger Förderpreises für junge Literatur

Am Sonntag, den 18. 9., liest Max Czollek als einer der acht Finalisten beim Hattinger Förderpreis für Literatur, bei dem AutorInnen von 16-25 Jahren für Lyrik oder Kurzgeschichten ausgezeichnet werden. Die Jury weiß zwar schon, wer gewinnen wird, der Rest der Welt aber noch nicht – d.h.: wir sind gespannt und drücken Max die Daumen! Zumal auch noch ein Publikumspreis vergeben wird. Alle weiteren Infos gibts an dieser Stelle.

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(ohne titel)

ich sage wir treffen uns vor einem baum
bis zum hals im untergrund
muss man sich wunden denken
verästelter stoff für berührung:
ich war einer falltür aufgesessen
im grunde der begegnung
steht der birnbaum so blau

oder wie man sagt: die bäume biegen
bis dann ein vogel vorprescht die menge
macht ah und die ärzte steigen herab
verteilen eine farbe dann geht es besser
dann geht man besser nachhause

in schalen trümmern am tisch: die küche
mit gefieder von falten und zwei
wo einem der kopf an platanen gesetzt
diese regelrechten schärler im hof sehen sie:
räuber förmlich so bimsig so haltlos so
wund dass ich mich wieder bloß feste an rinden heften
könnte und so nicht von dauer werden

wie zwiebackschiffe nämlich: unendliche dichte
dass die küchenuhr aufhört zu schlagen schau
diese räuberische stille
diese gegenständlichkeit und dann
frei genommen sechs jahre
emails und milch marimba dann gewartet
schwache signale: die bildersuche kaum
einen einzigen finger berührt

ich habe dann krustentiere ersteigert
im zimmer verteilt mich getragen bezogen
die konturen rieben sich ab ich ging
lernte schielen und sah mich wieder
in stereo drunt‘ in der au vereint
die rinden tulipan

nur als dann doch einer kam
in der federjacke die lunge am baum entleerte
da hab ich meine einritzung gleich wieder verscherbelt
bloß aus der ferne re-morse gemacht
auf irgendeinen leib zu die tasten im klo
geflattert: hier nacht hier nacht
hier seeglocken so
gurken verstreut  noch alles ein bisschen
vorhanden ja aber das holz an der wand
das werd ich schon bald auf die straße legen

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | 7 Kommentare

PUBLIKATION: Max im Poet

Die elfte Ausgabe vom „Poet“, der Zeitschrift des Poetenladen, ist im Erscheinen und kann jetzt vorbestellt werden: http://www.poet-magazin.de/poet11.htm.
G13 ist mit einem Text von Max Czollek vertreten. Jetzt zugreifen.

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Verlieren Teil IV

Als alles nur noch eine brache war und die rufe
(die alten) verklungen waren als die endlichkeiten
der landschaften tiefer geworden waren und sich
alle konturen von den leibern geschworen hatten
die webweiten der lichtfäden ihre ausläufe zugaben
und die stechschritte aus den unteren erdschichten
gegen die randhaften verbuschungen der ödnis
anliefen als die atmung der unsichtbarkeiten
heftiger wurde und sie begannen sich von den
herztönen der scheinbar anwesenden zu ernähren
als sich alle wesenhaftigkeiten zusammentaten um
mit der rauheit der zungen über die oberflächen zu
gehen (sie gingen über die oberflächen) dass die
graßnarben akzeptanz über ihre verlassenheit
gewannen und sich bis zu den bauchnäbeln in öl
tränkten dass die farbe gelb sich dickflächig über
die rollfelder kerbte und hörbar wurde (sie wurde
hörbar) als die geräuschlosigkeit unter den
fingernägeln vibrierte und dicke striemen aus glas
über alle augen zog dass die fiebrigen impulse der
steppe ihre auswüchse frei ließen mit der zersetzung
der schläfenlappen fortfuhren und nicht aufhörten
die kärgnis und die öde mit der schrille ihrer
echos zu penetrieren die einebnung aller sachen
voranzutreiben bis alle sachen nur noch
sachen waren denen die wahl zwischen flimmern 
und pochen blieb da wurden die rufe unaushaltbar.


Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare