bratschen. bulgur. ferrari.

das wird – ich sag’s schon vorher – ein spagat
zwischen salbeikonzentrat und schwermetall:
heut früh (besonders um den bauchnabel)
öffnete sich (regen) deine tür in meinem haus
wie korkenpfropfen. dahinter meer aus ala-
baster drang. du sangst (2. sonate kinkerlitz).

der lack troff dir von rücklings ab nach rechts
und dann von vorn. das heißt, ich will nicht
sagen: „schwapp“, aber es hatte was von sanft
gespültem straßenköter auf krautsalat (und
diese haut). das wirkte vielleicht ehrlich, aber
zumindest riechst. weißt du, ich habe darauf:

(gern) in einen napf geflennt wie eine drossel.
wenn das cello harfte und die zähne hüpften,
warst du (und die tür) das einzige, was süß und
zink synchron. und unser mambo unterm flur
geriet zum opel. so telefonschnur. (aber mein
gott) wer hätte sonst die möbel. ausgetrunken.

abgeräumt wie behauptungen. wie schnaufen.
sprachen über direktschaltgetriebe. stündlicher
forstbedarf. ich brach dir kaugummis aus deinem
achselhaar. aus deiner handmuschel dann wieder
dunkler lärm so um die nocken. ging ich, blieb,
obschon in küchen. flossen (regen) die gewichte.

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | Verschlagwortet mit | 6 Kommentare

Es dämmert

in den gelegentlichen eckkneipen
die alten rauchen kette
wir wie auslage aber mittendrin
hocken am rand des tags
und zählen kiesgruben

rauchen selbstgedrehte
die wir sehr lose aber teilen
und du kriegst den schaum und ich das bier
hinter den jalousien der sperrstunde
ziehen wir uns aus springen ab

einer kotzt gegen die scheibe
einer fällt hinein und lacht
wir schlagen das grauen
in die tische bretter
vor das fahle licht der stadt

 

Veröffentlicht unter Nele Wolter, TEXTE | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

LESUNG: Rebecca bei Kreuzwort

Nächster G13-Auftritt bei unsrer Lieblings-lesereihe KREUZWORT: Am Montag, 27. 6., liest Rebecca Ciesielski gemeinsam mit Simone Kornappel und Sascha Kokot ab ca. 20 Uhr 30 im Schatzi Neuberg an der Kottbusserstr. 13! Alle Infos, Viten und Textproben voller Körperlichkeit, Urbanität, und was sonst noch ominpräsente Overkill-synchronisation verhindern kann, findet ihr hier: ANKÜNDIGUNG-KREUZWORT-BLOG

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„go gold, and come back when you’re done“

ok, der mond ist ein kunstblumenhändler
na und wer hat nicht schon mit träumen gedealt
die taschen voll mit tabak vom opa und oma daneben
verpfeift dich, fischt krümel vom holztisch
von der guten borte, als du nicht hinsiehst
schmeißt sie sie hoch an den himmel, trotzt dem
den du anglotzt, los spuck schon, spuck
der bleibt da stehen und dreht dir den rücken
forever&ever, da sei dir gewiss, mehr kommt nicht
mehr nicht, nur zähneputzen, händchenhalten
google, flensburg, cortison und abendbrot

Veröffentlicht unter Friederike Scheffler, TEXTE | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

(ohne titel)

in einer spanne, die sieben türen kennt / trennt, die unaufgeräumt-
teit, obschon. meine schwester, spielt klavier, spielt e-piano: sie ist
nicht grazil (sie war mal marzial), als der ruche entwurf einer guten
stube, ureigen. die wähnten heiten, das erste schloss, in dem es, gut,

besprechungen gab, absprachen statt hatten, was statt haben durfte,
wem zu genüge tun, oder ton war, waren wir beim ypsilon, wähnten
die dehnung unsrer eigenbauten, als mich erste mails erreichten: yes,
i was in schwierigkeiten (also aufschub wieder), sorry, i missed this,

deutsche bahn. das kleine wörtchen instantan. und für einen moment
meinte ich, es sei egal, was meine eltern sagten, was die vokalise der
erziehung, egal. ich wähnte mich (ich glaube nicht, zum zweiten mal)
sehr spielerisch, imstande fast, wie das wort rush hour, nur undichter,

ungefährlicher, wie nachbars gartenstand als späte folgen eines abend-
lands, das noch statt haben würde, unweit vielleicht. paradebeispiele
eines gesamtwerks / stückwerks: meine schwester spielte immer wie-
der, sagen wir, sie übte sich, und manches gelang, sagen wir, manchem

belang: vom ort, den man sich bestimmen mag, nach dem stimmbruch,
just in case, blieb jeder dritte teil aus, der vierte auch. man wurde älter
im schnitt, auch ohne hormone, 5-7-6 ab rezept, wie eine nr., die man
immer dann wählte, wenn, außer nicht schlafen gehen, nichts stimmte.

Veröffentlicht unter TEXTE, Tristan Marquardt | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

ansage nr. 6

anbruch klang’strukt
stein mit grafitti
sprüh neonfarben
ins revier der neue
standard
grüngrund
auf fünfünf und fly

dann mal über’n rand
in richtung süden die
umlaufbahn siebnvier
neuer satellit im orbit
M t V wir waren jung
und brauchten das

beathoavenz im gewächs
block a kind of hoch
velour
vinyl auf
märkischem beton
der abend kommt
vor den füchsen

die schaukel tackt
ein sekundentick
ansage nr. 6
auf busfenstern
malen stunden
ihre tags rosa

Veröffentlicht unter Max Czollek, TEXTE | Verschlagwortet mit | 8 Kommentare

nicht sehen können

es muss hier Schiffe gegeben haben
vom Mast jemand sein eigenes Reich
auf die Krone einer Ananas gesetzt

es muss Penny-Märkte gegeben haben
mit grossen Flügeln und kleinen
eingeklemmten Pferden ein Soldat

und ein besoffener Schiffer
müssen sich eines Tages
in ihrem Zimmer eingeschlossen haben

und die Welt war nicht mehr dieselbe

jetzt ist Winter und wir gehen
im Dunkeln schießen hinterm Rathaus
du stolperst an der Staustufe sagst du

was über Schiffe oder Fische
ich kann mich schon seit Tagen nur noch
über meine Schamhaare wundern

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

stullen. schenkel. ornament.

es ergingen tage bis wir tief in den füßen spürten: wir.
müssen leisten zeigen. müssen mal. denn: pflücken ist ein
bitter wuchs-erwerb (spät wird’s hier gleich drei mal täg-
lich), weil seit 1680 nutzbares so not tut (z.b. butterbrot).

wir fragen uns, ob sommer niederschlägt und fragen uns:
obwohl. wir wissen manches anderweitig: wandern ist der
milz ein harz zum beispiel. jedermann. und draußen sitzt
vielleicht ein tätiger. nur wann? hör’ zu, ich denke so:

was der bär im walde, ist die stiefmutter daheim und ein
„tschüss“ ist vielleicht schimpf in wladiwostok, wo die
wölfe hupen. das i-kowski eines abenteuers. pfad? von
wegen. nein. chinakohl und kassler nacken – so sieht die

gesellschaft doch heute aus. die kirche geht, die orgeln
bleiben. es gibt leute (ist das polyphon korrekt?), die
dann trotzdem flöten. wie gesagt: ein jahr ist länglich.
streng dich, nimm die arme in den fuß. und sei’s zum gruß.

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

allee der giganten

die allee der giganten
war soeben entstanden
im sprachfeld eines passanten
hatte diese bisher gefehlt

im namensfeld der straßenzüge
war diese bisher nicht vertreten
gewesen hierfür zu vermessen
den anwärtern auf besserung

den sendern von großaufgeboten
schien beschneidung wie ein mittel
absperrung als großflächig geboten
stürze dem schnittgut zu erleichtern
denn was die äste gerade noch trieb
das lässt den stamm nun karg zurück

die allee der giganten
hat schon vorher bestanden
im sprachfeld eines passanten
ist noch anderes vorhanden

die aufgetrotzten baumausläufer
haben vorher schon im sturz erschlagen
mit so viel ausgeladener dazugehörigkeit
bleibt selbst rasantestes nicht unversehrt
und da bisher passanten aufgetreten sind
bedarf es ohnehin passage eines wegs

bedarf es ohnehin der einsicht
jene die den namen niemals sehen
wollten ohne vorvertretung haben
diesen durch ihr eingreifen eröffnet

Veröffentlicht unter Alexander Makowka, TEXTE | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

freisetzung

kollektives parkverbot mit overkillsynchronisation
vorm fenster dringt der rhythmus durch
die mauern eines undichten reaktors
einer dieser stellvetreterkriege die beats
wie sprünge von kontinentalplatten
unser desertieren aus der größenordnung tageslicht
vorm club üben wir rücken durchdrücken
passbildgerecht hundert prozent
polyester und neon currently broadcasting
randomisierte restrisikos wie flaschen
türschwellen und gesponserte pennergruppen
diese stark benutze innerstädtigkeit so restless
abgemessen jede heroinvisage mit nachzerfall
post-industrial und acht komma
stellen die headlights auf flashback
gegen den mangelnden rückstrom
von blut zum herz ein thrombolytisches ticken
und ein leises entgiften über die hirnhaut

Veröffentlicht unter Rebecca C., TEXTE | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare