NEWS: Max auf jokers-lyrik.de

die jokers-datenbank hat ein gedicht von max czollek veröffentlicht. wenn das mal kein jackpot ist… und weils so schön ist anbei die Mail von heute mit der Bestätigung:

„Liebe Lyrikfreundin, lieber Lyrikfreund,

herzlichen Glückwunsch! Unsere Redaktion hat Ihr Gedicht geprüft und für die Aufnahme in unsere Datenbank der besten deutschsprachigen Gedichte vorgeschlagen. Voraussichtlich wird Ihr Gedicht ab morgen veröffentlicht. Auf diesen Erfolg dürfen Sie mit Recht stolz sein! Denn die Jokers Gedichte-Datenbank zählt nicht umsonst zu den besten und am häufigsten besuchten Lyrik-Sammlungen im deutschsprachigen Netz: Unsere strenge Jury wählt nur die schönsten Texte dafür aus!

Ihr Gedicht ist jetzt für jedermann unter
http://www.jokers-lyrik.de/
http://www.jokers-lyrik.at/
http://www.jokers-lyrik.ch/

zu bestaunen. Klicken Sie doch gleich mal rein, und freuen Sie sich mit uns über Ihr gelungenes Werk!

Herzliche Grüße,
Ihr Jokers Online-Team“

sollte der/die geneigte Lesende das gelungene Werk bestaunen, dabei aber die Website mit Suchmaschine umgehen wollen, folgend der direkte Link: http://www.jokers.de/1/poem.show/unplugged-in-berlin.html?id=1559307

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Le grand plié und das bunte ballett

die einzelheiten der körper
in den leuchtschriften,
über balkongeländer,
den haltevorrichtungen,
hinter den stromleitungen,
zwischen den giebeldächern
parkt ein harverrieter tanker
dem fehlt ein rückspiegel, und
die nase vom steuermann litt
unter physischer deplazierung
fleischige details im querformat
unterhalb der dachluken,
um die litfaßsäulen,
über dem pflaster schwebt ein hund
der nach kaugummi schreit
das hören ohren drei blocks vom kopf entfernt
zwei beine in den blumenkästen von frau mathilde
frau mathilde hat ihren hut verloren
der sitzt auf einem beckenknochen
über der ampel an der grünbaum allee,
im bahnhof platz eine hubba bubba blase
unter der gewölbedecke
auf der füße loopings laufen
direkt neben herrn schmächters schulterblättern
herr schmächter war mal binnenschiffer
bis der kahn sank
schuld war
die kollision mit einem zeppelin
und seine rosa augen für madame mathild
so verliebt madame mathild
die über dem schleusentor pirouetten tanzte,
so schön madame mathild im querformat,
unter ihren hut
klebt ein hund im kaugummi

Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

+++BRANDAKTUELL+++nur für 17 tage online!+++

berufung: auf / zustand: auf dem schlauch. das plagiat diskussion
und seine sakrosanten früchte im frühjahr der ente: dies (joh 1,1)
ist juxlos juriziabel – so wahr ich dafür hafte! die klaffe lücke sog
sowie den baffen braven. was hat er falsch gedrückt? er schrieb –

so las sich später der gerüchteticker – mit seitenhieb. er verwies
noch im beibrief. er hieß johann und gab sich als gabriel aus. der
erste, der hierauf merksam wurde – ihm sprieße der lorbeer –, war
ein rechtschaffener hallodri, wissen sie, einer von der sorte immer

http://, gattung kategorischer mausklick (aber frei von ideologie!).
man kann, wenn man so sagen kann, sagen: ofenfrischer skandal.
der aufschrie reichte bis tief ins werratal. das bezirksgericht in auf-
ruhr / alles hing jetzt an einem faden. auf stellungnahmen liefs hin-

aus, doch kams kulissenfern mehr auf die haltung an: beleibe gerade-
stand / ich für – die offensive. mir schmolz das wort im mund zum
sud. ein drittel der bevölkerung hatte zwar genug, doch war die sache
längst noch nicht gegessen. auf druck der presse berief man sich des

schwunds zum brief. da steht e nämlich nie, sehen sie! – sie sehn es
doch?? – das grub sich forsch mit wulst ins fleisch. die wunde leckt,
d.h.: ist echt. so zog die marter manches schweigen hinter sich. doch
hockten andre mäuler schon in lauer. gelobten q im herbst des hasen.

Veröffentlicht unter TEXTE, Tristan Marquardt | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

erlebnisse

schau: schreit-streite stülpen sich
verspiltert aus honigs-stürzen. die
list-lieblinge, hisser, hillt schrillke
flacken in die höhe, die hass-hüpfer,
die heer-tropfen, horch:’s flackert
süß, knistert, bismarck, lispelt.’s rinselt.

hehrer hering wie beim biss  in
stullen. krumen. krümmel. diese
aufrichtigkeit velarer verschluss-
laute. dieses tief-gute der puten-
brust. das urige im rupfhuhn. komm!
es wartet auf dich: da drüben auf

der anderen seite. wo no ligua ist:
das wahre, wartende, atem-ende.
freiheisig zeichnest weizenfeldheit.
bindemittel-striche, die streichel,
die einheiten, versteh-mich-striche
eigentlich, schnell! hier bin ich!

und hörst du’s nun? wie u nach u
ruft? nur: der spechtgesang gleicht
jenen eichen, die ihn schnitzen, nicht
wesentlich (im lesen nicht). wo findet
also also, was weil-weigert vor ver-
wurzelung? ach. ik weeß et doch nich.

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

drop ’n‘ bowl

sie seien jetzt hier
      doch außer einem sinn-gebilde
      betritt nichts die bühne dessen
welches sie keinen bedürften
      doch so zugedröhnt-entleertes
      droht höhnend auch zu platzen
wie sie es aus spaß könnten
      doch miss-/fällt solche phrase
      als refrain ein gehöriges stück
wo sie ihr bestes hätten
      doch hilft das von herzen wenig
      in form von spannungslosigkeit

sie wären der-/art
      wenn leinwandkunst weiterhin
      ähnlich artig projizierbar bleibt
auf hemden die sie/er- trügen
      wenn darauf nur schlichte karos
      vorzüglich den trumpf angeben
müssten sie gelerntermaßen
      wenn der fliegerbrille dünkel
      auch gefühltes abheben lässt
es sich vom rest erwägten sie
      wenn die eigene krempe jedes
      maß an gebogenheit übertrifft

sie sind was es ist
      denn die -weise zeugt von/sich
      lebenslebensmöglichkeiten
die zu führen sie sich hüten
      denn erst im ernsthaften spiel
      kann ein älteres ass sie pieken

Veröffentlicht unter Alexander Makowka, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Alles ist gut

Alles ist gut, siehe
Alles ist wieder gut
Die Raubtiere schließen die Augen
Die Tür im Gehege fällt zu
Der Wärter dreht seine Runde
Er sieht Dich von Weitem und winkt Dir

Die Löwen schlafen tief
Die Hyänen denken an nichts
Es ist Nacht
Endlich
Auch Du bist ruhig geworden
Da ist zwar noch die Natter an Deiner Vene, die saugt
Doch fürchte Dich nicht, der Wärter kommt
und deckt sie zu.
Auch du musst schlafen sagt er ihr
auch du brauchst deinen Traum.

Dann kommt er zu Dir
und schließt die Wunde
Geh auch du nach Hause sagt er.

Veröffentlicht unter Can Pestanli, TEXTE | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

2-für-1

die nacht hatte uns abkassiert was davon noch übrig war
reichte kaum für die dämmerung trotzdem waren alle laternen
dunkel alle leuchttürme ausgeschaltet wir liefen auf grund
der gegeben umstände nur langsam zurück und hatten krümel
im rechten winkel der augen vom wind hinter den plakatwänden
versteckte sich die nicht ganz neue idee eines morgens

der tag ein sonderangebot mit fünfzig prozent mehr inhalt
brach uns an wir hatten kaum geschlafen in der verpackung
wie neu wir waren eben nur wie – festgefrorene robben
am grundeis des tages die von ihrer fettschicht zehrten
von 2-für1-butterpäckchen in allen teilnehmenden filialen
hätten wir sparen können wären wir bewegungsfähig gewesen

stattdessen zählten wir gullydeckel setzten unsere summe
in klammern teilten sie durch herumliegendes und kreuzungen
zwischen den möglichkeiten ging unser gruppenrest
nur langsam aus dem leim wie der missglückte anfang einer idee
schmolz ein stich worte in die stillen gewissheiten
und unterstrich den eigengeschmack des morgens

Veröffentlicht unter Lea Schneider, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

(fünfzeiler für den brueterich)

die welt ist orange wie eine blaue orange
(langue/parole 1924) „zitiertes kann gestohlen bleiben“
dasselbe muss für hinterm spiegel: der tisch surrealis
alice flat und aufgeblasen rim und rammbaud auf steroiden
singen: worte lügen nicht (wir fügen: a- hinzu und sind zufrieden)

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

(kunststoff) als zündschnur

die gänsehaut sickert tiefer
transformation zu einem nagelbrett
bis unters nagelbett abgebissen vom zahn-
der wasserschaden als ehrlichstes stigma
an geliehenem tapetenweiß eine dämmerung
die aus jedem zimmer ragt vom vortag noch
zehn finger mal x gegen die schwärze
(und alles was frei wird
beim zerfall) geplatzter fliegen auf fensterglas
reliquien letzter sommer so tot
und andauernd spielen die kinder im hof
bauen älterwerden aus sand
und bunten schaufeln (kunststoff)
als zündschnur für einen ersten wirklichen herbst

Veröffentlicht unter Rebecca C., TEXTE | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

ohne titel (die bienen)

ablicht von der stadt mach den himmel
so blau dass ich nicht mehr weiss wer ich bin
duerre fluegel einiger dutzend tauber insekten
apparaturen und uebersetzungen tausender
seltsamer sachen die im regen passieren

den vorhang geoeffnet: die bienen verlassen ihren staat
ein kuenstlicher russischer esel im gestruepp und grinst
und grinst ich bin allein der honig faellt von den aesten
die telefone/flackern irgendwo gehen stroeme
unter der stadt durch und durch mein ohr

ein grosser streit mit dosen an den fuessen
neben dem sommer ist ein rand fuer berichtigungen
ich schreibe darein seufzer säufzer eufze ufez zer
girlanden: du mich letzten sommer diese ranzigen
serenaden blechern um den garten „chronische

atemnot fruehen erwachens“ stunde umknuellt was den
tag ueberlebt in die nacht und die bienen
zerfallen ach der dumme esel loest nationalitaeten-
fragen zum tee und dein falbes/ dein wabenhaftes gesicht
die kleine haut und die haare wer waere da geblieben

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar